KI im Journalismus: Döpfner redet wie eine geschwätzige KI
Quick Look
- Springer-Chef Mathias Döpfner verteidigt den Einsatz von KI im Journalismus und kritisiert die Depublizierung eines KI-verdächtigen F.A.Z.-Gastbeitrags.
- Er betont die Notwendigkeit, neue Technologien nicht vorschnell moralisch zu verurteilen.
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Why It Matters
Springer-Chef Mathias Döpfner äußert sich zu seinem KI-generierten Artikel, der eine Reaktion auf die Depublizierung eines KI-verdächtigen Gastbeitrags in der F.A.Z. war.
KI im Journalismus :
Döpfner redet wie eine geschwätzige KI
Ein Kommentar von Michael Hanfeld
17.06.2026, 11:26Lesezeit: 2 Min.
Einen Beitrag wegen KI-Verdachts zu „canceln“ findet er absurd: Springer-Chef Mathias Döpfnerdpa
Mathias Döpfner rechtfertigt auf „Welt TV“ seinen KI-generierten Einwurf über den Gastbeitrag des thüringischen Ministerpräsidenten Mario Voigt in der F.A.Z., der unter dem Verdacht steht, ebenfalls KI-generiert zu sein.
Mathias Döpfner, der Springer-Vorstandsvorsitzende, hat auf seinem Sender „Welt TV“ erklärt, was es mit seinem KI-generierten Artikel auf sich hat, mit dem er in der „Welt“ auf den Umstand reagierte, dass die F.A.Z. einen Gastbeitrag des thüringischen Ministerpräsidenten Mario Voigt, der unter dem Verdacht steht, von einer KI verfasst worden zu sein, depubliziert und im Archiv gesperrt hat (mit einem Beitrag des Digitalministers Karsten Wildberger in der F.A.S. ist das inzwischen auch geschehen.
Döpfners KI-Entgegnung befand, dass deren Einsatz nicht nur als Recherchemittel, sondern auch beim Schreiben erlaubt sei. Alles andere sei der „verzweifelte Versuch der Postkutschen-Lobby, das Automobil zu verbieten“. Dass der Journalismus sich selbst aufgibt, war der Döpfner-KI keine Überlegung wert.
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Bei „Welt TV“ übte sich der Springer-Chef in der Kunst, den Pudding an die Wand zu nageln. Seinen KI-Wurf will er als provokanten, durchargumentierten Beitrag zu einer wichtigen Debatte verstanden wissen. Neue Technologien seien nicht zuerst moralisch zu bewerten, KI sei eine existenzielle Herausforderung. Man solle sich nicht darauf verlegen, dass die Nutzung von KI „wie illegaler Drogenkonsum enthüllt wird“.
Wenn etwas zu 100 Prozent KI sei, müsse man das kenntlich machen, dem Verständnis von Journalismus bei Springer entspreche die Voll-KI nicht, es gelte das Verantwortungsprinzip, einen Beitrag wegen KI-Verdachts zu „canceln“ sei jedoch absurd, sagte Döpfner und endete damit, dass „wir“ die „vertrauenswürdigste Absenderschaft“ überhaupt darstellen müssten, das gelinge, wenn man menschliche und Künstliche Intelligenz kombiniere.
Das war ein Fazit, das man glatt unterschreiben könnte, hätte Döpfner nur einmal klar die Trennlinien bekannt. Wüssten wir es nicht besser, würden wir auch den leibhaftigen Döpfner im Studio für eine geschwätzige KI halten.
Quelle: F.A.Z.Artikelrechte erwerben
Michael Hanfeld
Verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Medien“ .
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- Wie werden die Grenzen zwischen menschlicher und KI-generierter Arbeit im Journalismus gezogen?
- Welche ethischen Richtlinien werden für den Einsatz von KI im Journalismus etabliert?




