Klimawandel verschärft Hitzewelle in Europa deutlich
Quick Look
- Experten zufolge verschärft der menschengemachte Klimawandel die aktuelle Hitzewelle in Westeuropa, einschließlich Deutschland, um bis zu 4 Grad Celsius.
- Dies liegt an Treibhausgasemissionen, die Wetterextreme verstärken.
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Why It Matters
Der menschengemachte Klimawandel verschärft die Hitzewelle in Westeuropa. Treibhausgase fügen den Temperaturen bis zu 4 Grad Celsius hinzu und nähern Europa den Anpassungsgrenzen für Gesellschaften und Ökosysteme.
Der menschengemachte Klimawandel verschärft die derzeitige Hitzewelle in Frankreich, Deutschland und weiteren Teilen Westeuropas Fachleuten zufolge deutlich. »Das Wettermuster hinter dieser Hitzewelle ist nicht außergewöhnlich«, sagte Davide Faranda vom Projekt Climameter. »Was außergewöhnlich ist, ist, dass der Klimawandel den Temperaturen in Teilen Westeuropas bis zu 4 Grad Celsius hinzugefügt hat.« Mit dieser Hitze nähere sich Europa den Temperaturgrenzen, an die sich Gesellschaften und Ökosysteme noch anpassen könnten. Auslöser der Entwicklung sei der Ausstoß von Treibhausgasen.
Climameter beschäftigt sich mit dem Einfluss des Klimawandels auf Wetterbedingungen in Europa. Das Projekt wird von der Europäischen Union und dem französischen Forschungsinstitut CNRS finanziert und vom Klimaforschungsinstitut IPSL unterstützt. Unter anderem untersucht Climameter Zirkulationsmuster in der Atmosphäre und im Meer. Diese sind natürliche Klimaschwankungen. Das bekannteste Zirkulationsmuster ist das das El-Niño-Southern-Oscillation-Phänomen.
Treibhausgase treiben bei Wetterschwankungen die Temperaturen in die Höhe
Für ihre jüngste Analyse haben sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Zirkulationsmuster am 22. Juni angeschaut. Temperaturen seien etwa 2 bis 4 Grad Celsius wärmer, als sie bei ähnlichen meteorologischen Bedingungen in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts gewesen wären. Dass ähnliche Wettermuster heute höhere Temperaturen hervorbrächten, liege an Treibhausgasemissionen.
Die Fachleute listen in ihrer Untersuchung die berechneten Temperaturunterschiede für mehrere Städte in Europa und auch in Deutschland auf. Im spanischen Saragossa sei es 4 Grad Celsius heißer, in Mailand 3,8 Grad Celsius und in Paris 2,4 Grad, als es unter ähnlichen Bedingungen noch vor mehreren Jahrzehnten gewesen wäre. Auch in München treibe der Klimawandel die Hitzewelle mit 2,3 Grad Celsius mehr an. In Frankfurt am Main liege der Unterschied bei etwa 1,7 Grad Celsius, in Köln bei 1,6 Grad Celsius und in Berlin bei 1,2 Grad Celsius.
Open Questions
- Wie werden sich die Temperaturen weiter entwickeln?
- Welche langfristigen Folgen hat dies für Ökosysteme?