Konflikt um Handelsroute: Iran plant offenbar Sperrzone außerhalb der Straße von Hormus
Teheran kündigt neue Sperrzone am Persischen Golf an, die an die Blockadelinie der US-Marine angrenzt. Schiffsverkehr in der Meerenge auf historischem Tiefstand.
Quick Look
- Der Iran plant die Einrichtung einer Sperrzone nahe der Straße von Hormus, die an die US-Blockadelinie angrenzt.
- Schiffe in diesem Gebiet sollen sanktioniert werden.
- Der Schiffsverkehr in der strategisch wichtigen Meerenge ist infolge des anhaltenden Konflikts massiv eingebrochen.
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Why It Matters
Der Irankrieg dauert seit über sechs Monaten an. Die Straße von Hormus ist aufgrund gegenseitiger Blockaden und Angriffe weitgehend für den Welthandel beeinträchtigt.
Erst am Wochenende waren nach längerer Pause wieder Gefechte an der Straße von Hormus aufgeflammt. So meldete das US-Militär, man habe einen iranischen Öltanker zerstört. Jetzt kommt ein neuer Vorstoß aus Teheran. Iran will Medienberichten zufolge nahe der strategisch wichtigen Straße von Hormus eine »Sperrzone« einrichten.
In den kommenden Tagen werde »eine Sperrzone außerhalb der Straße von Hormus verkündet«, sagte der Chef des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, Mohsen Resaei, am Sonntag im iranischen Staatsfernsehen.
»Diese Zone beginnt an der Blockadelinie der US-Marine und umfasst Gebiete des Persischen Golfs«, führte er aus. »Jedes Schiff, das in diese neue Zone einfährt, wird auf eine Sanktionsliste gesetzt.«
Im seit mehr als sechs Monaten andauernden Irankrieg ist die Straße von Hormus Schauplatz zahlreicher Gefechte. Teheran hat die für den Welthandel extrem wichtige Meerenge weitgehend blockiert, im Gegenzug verhängten die USA eine Seeblockade iranischer Häfen.
Nach gegenseitigen Angriffen ist der Schiffsverkehr in der Straße auf den niedrigsten Stand seit Mai eingebrochen. In den vergangenen zehn Tagen passierten im Durchschnitt nur noch zehn Frachtschiffe pro Tag die Meerenge, wie aus Daten des Analyseunternehmens Kpler hervorgeht.
Am Samstag durchquerten demnach lediglich zwei Schiffe die Handelsroute, am Sonntag waren es sechs. Ein Tanker aus Saudi-Arabien habe beim Versuch, die Meerenge zu verlassen, umkehren müssen, zeigten LSEG-Daten. Zudem habe laut Kpler seit Mittwoch kein einziger Supertanker die Straße von Hormus verlassen.
Iran hat aufgrund der US-Seeblockade mit Schwierigkeiten beim Ölimport zu kämpfen. Am Sonntag kündigte Teheran eine Erhöhung der Kraftstoffpreise für Großverbraucher an. Betroffen ist Regierungssprecherin Fatemeh Mohadscherani zufolge die dritte Stufe des Kontingentsystems, das diese Preise regelt.
Mohadscherani erklärte laut staatlichen Medien, dass sich der Preis in dieser dritten Stufe »ab dem 8. September auf 10.000 Toman (umgerechnet 3,9 Cent) verdoppeln« werde. Die Preise für die ersten beiden Stufen bleiben demnach jeweils unverändert. Der Toman ist eine informelle Währungseinheit. Ein Toman entspricht zehn iranischen Rial.
Iran ist einer der weltweit größten Ölproduzenten. Dank eines Subventionssystems sind Kraftstoffe in dem Land preiswert. Jede Preisänderung gilt daher als politisch heikel.
What to Watch
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Erhöhung der Kraftstoffpreise für Großverbraucher im Iran ab dem 8. September.
Very likely · Within days
Open Questions
- Wie reagiert die US-Marine auf die neue Sperrzone?
- Welche konkreten Sanktionen plant der Iran für Schiffe?





