Kongo verschärft Ausreiseregeln nach Ebola-Fall in Frankreich
Quick Look
- Nach einem bestätigten Ebola-Fall in Frankreich bei einem aus dem Kongo zurückgekehrten Arzt, verschärft die Demokratische Republik Kongo ihre Ausreiseregeln.
- Personen aus betroffenen Provinzen müssen eine 21-tägige Quarantäne absolvieren, bevor sie ins Ausland reisen dürfen.
- Die Epidemie im Kongo breitet sich derweil weiter aus, mit über 300 Todesfällen.
AI-generated summary
Why It Matters
Die Demokratische Republik Kongo erlebt einen schweren Ebola-Ausbruch, der sich schnell ausbreitet und bereits über 300 Todesfälle verursacht hat. Ein erster Fall wurde nun auch in Frankreich bei einem aus dem Kongo zurückgekehrten Arzt bestätigt.
Nach einem ersten bestätigten Ebola-Fall in Frankreich versucht die Demokratische Republik Kongo, Menschen aus Virusgebieten an Auslandsreisen zu hindern. Das Land hat die Ausreiseregeln verschärft: Wer sich in einer betroffenen Provinz aufgehalten hat, darf erst nach einer 21-tägigen Quarantäne ins Ausland reisen.
Die neuen Regeln, die das kongolesische Gesundheitsministerium diese Woche verhängt hat, gelten auch für medizinisches Personal und Helfer. Alle ausreisenden Passagiere müssen zudem ein Gesundheitsformular ausfüllen, welches die Fluglinien kontrollieren.
Frankreich hatte am Mittwoch einen ersten Ebola-Fall bei einem Arzt bestätigt, der aus dem Kongo zurückgekehrt war. Der Helfer war in der Hauptstadt Kinshasa ohne Symptome in ein Linienflugzeug gestiegen, hatte sich jedoch während des Fluges zunehmend krank gefühlt. Der Mann wird in einem französischen Krankenhaus isoliert.
Gipfel der Epidemie kommt noch
Die Epidemie breitet sich unterdessen im Kongo weiter aus. Am Donnerstag meldete das Kommunikationsministerium in der Hauptstadt Kinshasa 304 Ebola-Tote bei insgesamt 1.155 bestätigten Infizierten. Die Zahl der Toten ist damit schneller gestiegen als erwartet. Die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC hatte erst wenige Stunden vorher angekündigt, sie rechne in den kommenden Tagen mit mehr als 300 Verstorbenen infolge der Krankheit.
Der Gipfel des Ausbruchs sei noch nicht erreicht, dennoch seien bereits 95 Prozent der Bettenkapazitäten ausgeschöpft, sagte CDC-Generaldirektor Jean Kaseya in seiner wöchentlichen Pressekonferenz. »Wir müssen Behandlungszentren bauen und Bettenkapazitäten erhöhen«, sagte Kaseya.
Der schnelle Anstieg der Fälle bereitet Sorgen – in keiner früheren Ebola-Epidemie auf dem Kontinent war die Zahl der bestätigten Fälle in den ersten fünf Wochen so hoch wie bei dem aktuellen Ausbruch.
Doch es gibt auch gute Nachrichten: In der kommenden Woche sollen in Bunia, der Hauptstadt der besonders betroffenen Provinz Ituri im Nordosten des Kongo, klinische Verfahren für Medikamente beginnen, sagte Kaseya.
Ebolafieber ist eine lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Der aktuelle Ausbruch ist besonders schwer einzudämmen, auch weil es für den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo bislang weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Beginn klinischer Verfahren für Ebola-Medikamente in Bunia.
Likely · Within weeks
Open Questions
- Wie viele Bettenkapazitäten werden noch benötigt?
- Wie wirksam sind die neuen Medikamente?
- Wie lange werden die Ausreiseregeln gelten?

