Künstliche Intelligenz und die Zukunft von Softwareunternehmen: SAPs Strategie gegen die 'Saaspocalypse'
Quick Look
- Die Sorge vor einer 'Saaspocalypse' durch KI verunsichert den Aktienmarkt und hat SAPs Marktwert halbiert.
- Trotzdem wächst SAPs Cloud-Geschäft stark.
- Das Unternehmen setzt auf den Zukauf und die Anpassung sicherer, verlässlicher KI, was die Nachfrage bei Unternehmenskunden steigert.
AI-generated summary
Why It Matters
Die Sorge, dass Künstliche Intelligenz traditionelle Softwareunternehmen überflüssig macht, hat den Begriff "Saaspocalypse" geprägt und den Aktienmarkt verunsichert.
Steuert die Künstliche Intelligenz bald Unternehmen? Werden die Verantwortlichen dort ihre alte Software rauswerfen und durch KI ersetzen? Sie mit simplen Prompts beauftragen, eigenständig Rechnungen zu schreiben, Werbemails zu verschicken, Reisekosten abzurechnen, Lieferungen zu verfolgen, Märkte zu analysieren, am Ende die Bilanz zu erstellen?
Das jedenfalls ist, vereinfacht gesagt, die Sorge am Aktienmarkt, wenn es um die Bewertung von „alten“ Softwareunternehmen geht. Solche also, die Software über das Netz bereitstellen, „Software as a Service“ anbieten, kurz Saas. Analysten haben für diese Angst das Wort „Saaspocalypse“ geprägt. Deren Folgen zeigen sich seit Monaten an der Börse. Besonders betroffen davon ist, kaum verwunderlich, SAP als weltgrößter Hersteller von Software zur Steuerung von Unternehmen. Der Marktwert des IT-Dinos hat sich binnen Jahresfrist fast halbiert, SAP seinen Titel als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen Deutschlands verloren.
Dabei zeigen sich in den Geschäftszahlen nach wie vor keine Bremsspuren. Im Gegenteil: Das Cloud-Geschäft wächst Quartal für Quartal mit Raten um 25 Prozent, ein nachgerade irres Wachstum angesichts der Tatsache, dass der Konzern schon mehr als 50 Jahre auf dem Buckel hat. SAP hat sich entschieden, generative KI nicht selbst zu entwickeln, sondern zuzukaufen und für die Unternehmenskundschaft anzupassen.
Das Konzept scheint zu funktionieren. Mehr noch: Je mehr Risiken der KI öffentlich werden – wie zuletzt die selbsttätige Hackerattacke eines neuen Modells von OpenAI –, desto stärker steigt die Nachfrage nach sicherer, verlässlicher KI. Eine, die vielleicht nicht die Spitze der Entwicklung darstellt, dafür wenig halluziniert, zuverlässige Ergebnisse liefert und im Zweifel ausgetauscht werden kann.
Das ist die Chance für SAP: Den großen Datenpool und die Erfahrung mit Unternehmen unterschiedlicher Branchen zu nutzen, um die KI anzupassen. Dass damit nicht alle Risiken für das Geschäftsmodell wegfallen, ist auch klar. Aber eine Grundlage ist es allemal. Für die verunsicherte Unternehmenskundschaft ist nämlich eines mindestens so wichtig wie KI, nämlich Sicherheit, eingehegte KI also. Der Bedarf wächst.
Open Questions
- Wie wird sich die Nachfrage nach sicherer KI langfristig entwickeln?
- Welche weiteren Risiken birgt die KI für SAPs Geschäftsmodell?
- Werden andere Softwareunternehmen SAPs Strategie folgen?







