Israelische Armee bestätigt Angriffe auf vermeintliche Hisbollah-Stützpunkte, Libanesischer Ministerpräsident widerspricht
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Der Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah im Südlibanon ist Teil einer jahrelangen Spannung, die regelmäßig zu militärischen Auseinandersetzungen führt.
Bei israelischen Luftangriffen im Südlibanon sind nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums mindestens neun Menschen getötet worden. Unter den Toten waren den Angaben zufolge drei Kinder und zwei Frauen. Laut dem libanesischen Gesundheitsministerium wurde am Morgen ein Haus am Rande der Ortschaft Ansar getroffen. Bei einem weiteren Angriff auf das Dorf Deir al-Sahrani seien zwei Menschen getötet und neun weitere verletzt worden. Die staatliche Nachrichtenagentur NNA meldete, Sanitäter durchkämmten in Ansar noch die Trümmer. Die israelische Armee bestätigte beide Militäreinsätze. Ziel seien Stützpunkte der »Hisbollah-Terrororganisation« gewesen. Der Angriff erfolgte laut israelischem Militär als Reaktion auf einen vorherigen Beschuss von Soldaten am Ali-al-Taher-Pass, wo Israel ebenfalls Ziele ins Visier nahm. Der strategisch wichtige Hügel mit Blick auf das Gebiet Nabatäa liegt in einer von Israel einseitig erklärten »Sicherheitszone« im Südlibanon. Israel werde nicht zulassen, dass die Hisbollah israelische Zivilisten oder Soldaten verletze, und auch weiterhin »Gefahren beseitigen«, teilte das Militär mit. Ein Fotograf der Nachrichtenagentur dpa berichtete aus Ansar, auch Anwohner hätten von einem Hisbollah-Stützpunkt gesprochen. Aufnahmen in einigen Bereichen des zerstörten Hauses seien verboten worden, ebenso von einem zerstörten Auto und einem gegenüberliegenden, bewaldeten Tal. Libanesischer Ministerpräsident widerspricht israelischem Militär Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam teilte hingegen mit, in Ansar gebe es keine militärische Infrastruktur. »Die getöteten Kinder und Frauen waren keine militärischen Ziele«, sagte er. »Israel muss diese Eskalation stoppen.« Israels Angriffe untergrüben die Versuche, die Lage im Südlibanon zu stabilisieren. Die Hisbollah reagierte zunächst nicht auf den folgenreichsten Angriff seit Inkrafttreten einer Waffenruhe Mitte Juni. In der vergangenen Woche waren zwei israelische Soldaten bei einer Explosion im Südlibanon ums Leben gekommen, wozu sich die proiranische Miliz ebenfalls nicht geäußert hatte. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur NNA kam es auch in dem Tal zwischen Ansar und Saraijeh zu israelischen Angriffen. Israelische Streitkräfte hätten überdies Häuser in der grenznahen Stadt Bint Dschbeil gesprengt. Immer wieder Verstöße gegen Waffenruhe Israel und die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz werfen einander regelmäßig Verstöße gegen die Waffenruhe vor. Israel hat nach eigenen Angaben einseitig eine »Sicherheitszone« im Südlibanon verfügt, um Angriffe der Hisbollah auf den Norden Israels zu verhindern. Das von Israel kontrollierte Areal umfasst nach geografischen Berechnungen libanesischer Medien rund 620 Quadratkilometer. Dies entspricht einem Anteil von etwa sechs Prozent der Fläche des Landes. Israel und der Libanon hatten sich im Juni auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das die Entwaffnung der libanesischen Hisbollah-Miliz, einen schrittweisen Abzug der israelischen Truppen aus dem Süden des Libanons und zugleich die Entsendung der libanesischen Armee in die Region vorsieht. Die Hisbollah lehnt die direkten Gespräche zwischen Israel und dem Libanon allerdings ab und weigert sich, ihre Waffen abzugeben. Die Hisbollah hatte den Libanon in den von den USA und Israel Ende Februar begonnenen Irankrieg hineingezogen, indem sie kurz nach Kriegsbeginn Raketen auf Israel abfeuerte. Israel reagierte darauf mit Angriffen und einer Bodenoffensive.
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