Luftverkehrsbranche fordert weitere Entlastungen über Ticketsteuer-Senkung hinaus
Quick Look
- Die deutsche Luftverkehrsbranche fordert über die geplante Senkung der Ticketsteuer hinaus weitere Entlastungen.
- Verbände wie BDL und ADV argumentieren, die Maßnahme reiche nicht aus, um Wettbewerbsnachteile auszugleichen.
- Der Verkehrsclub Deutschland kritisiert die Steuersenkung als "völlig falsches Signal" angesichts der Klimakrise.
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Why It Matters
The German Bundestag is set to vote on a reduction of the aviation tax, a measure intended to provide relief to the struggling airline industry. This follows a promise made in the coalition agreement by CDU, CSU, and SPD.
Die Luftverkehrsbranche fordert weitere Entlastungen über die geplante Absenkung der Ticketsteuer hinaus. «Die aktuelle Absenkung der Luftverkehrsteuer ist ein notwendiger erster Schritt, reicht aber nicht aus, um die Wettbewerbsnachteile bei den staatlich induzierten Kosten gegenüber anderen europäischen Ländern auszugleichen», schreibt der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft BDL in einer Stellungnahme für eine Anhörung im Bundestag. Ähnlich äußerte sich der Flughafenverband ADV.
Senkung der Ticketsteuer
Der Bundestag will am Donnerstag über eine Änderung des Luftverkehrsteuergesetzes entscheiden. Danach muss dem noch der Bundesrat zustimmen. An diesem Montag gibt es eine Anhörung im Finanzausschuss des Bundestags. Für Flüge aus Deutschland soll von Juli an eine niedrigere Ticketsteuer gelten. Die Luftverkehrsteuer soll so stark gesenkt werden, dass die Einnahmen auf das Niveau von 2024 zurückfallen. CDU, CSU und SPD lösen ein Versprechen aus ihrem Koalitionsvertrag ein.
Bei der Ticketsteuer gibt es drei Kategorien: Für Inlands- und Europaflüge sowie andere Kurzstrecken sollen künftig statt 15,53 Euro noch 13,03 Euro Luftverkehrsteuer anfallen. Bei Mittelstrecken (Zielländer zwischen 2.500 und 6.000 Kilometer Entfernung) ist eine Reduzierung von 39,34 Euro auf 33,01 Euro vorgesehen, bei Langstreckenflügen (Zielländer mehr als 6.000 Kilometer entfernt) fallen künftig 59,43 Euro an und nicht mehr 70,83 Euro.
Das Finanzministerium hatte betont, ihm sei wichtig, dass die Senkungen an die Reisenden weitergegeben werden. Doch zwingen kann die Regierung die Airlines nicht. Aktuell treibt der durch den Iran-Krieg gestiegene Ölpreis die Kosten.
Branche: Weitere Entlastungen notwendig
Die Branche hatte die Ankündigung zur Ticketsteuer bereits als notwendigen ersten Schritt bezeichnet - aber weitere Entlastungen angemahnt. Der BDL fordert unter anderem eine ebenfalls von der Koalition beschlossene Dämpfung der Flugsicherungskosten. Der Verband ADV schrieb, die Absenkung der Luftverkehrsteuer reiche aber bei weitem nicht aus, um den Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen europäischen Ländern auszugleichen. Die Maßnahme entfalte nicht die notwendige Signalwirkung für eine nachhaltige Trendwende. Das verdeutliche das Beispiel der Angebotsreduzierung von Ryanair am Flughafen Berlin.
Verkehrsclub: Falsches Signal
Der Verkehrsclub Deutschland kritisiert die geplante Steuersenkung. Sie setzte angesichts der Energiekrise infolge des Iran-Kriegs und der Herausforderungen durch den Klimawandel das «völlig falsche Signal», heißt es in der Stellungnahme für die Anhörung. «Die Subventionen für den Luftverkehr führen zu erheblichen Wettbewerbsverzerrungen, insbesondere zur wesentlich umweltverträglicheren Schiene.»
© dpa-infocom, dpa:260518-930-93088/1
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
The Bundestag will approve the amendment to the Luftverkehrsteuergesetz.
Very likely · Within days
The Bundesrat will approve the amendment.
Likely · Within weeks
Airlines will not fully pass on the tax reduction to travelers.
Possible · Short term
Open Questions
- Will the government be able to ensure that the tax reductions are passed on to travelers?
- What further measures will the government consider if the current relief proves insufficient?
- How will the ongoing energy crisis and climate change challenges influence future aviation policy?
- What will be the long-term impact of Ryanair's decision to reduce its offerings at Berlin Airport?



