Macron besucht Syrien und vereinbart Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen
Quick Look
- Frankreichs Präsident Macron besuchte Damaskus und traf sich mit dem syrischen Übergangsregierungschef Scharaa.
- Beide vereinbarten die baldige Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen auf Botschafterebene und die Rückgabe von Vermögenswerten im Wert von über 50 Mio.
- Ein Wirtschaftsforum zum Wiederaufbau Syriens wurde eröffnet.
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Why It Matters
Macron ist der erste westliche Staatschef, der Syrien seit dem Sturz Assads besucht. Die französische Botschaft in Damaskus war 2012 geschlossen worden.
Macron war am Montagabend in Damaskus eingetroffen. Er ist der erste westlicher Staatschef, der das frühere Bürgerkriegsland Syrien seit dem Sturz Assads besucht. Im Mai 2025 war Macron bereits der erste westliche Staatschef gewesen, der Sharaa zu einem Besuch empfangen hatte. Der frühere Anführer der HTS-Miliz führt nun die syrische Übergangsregierung an.
Scharaa gab bekannt, er habe mit Macron vereinbart, die Beziehungen beider Länder auf Botschafterebene »so bald wie möglich« wieder aufzunehmen. Die französische Botschaft in Damaskus war 2012, ein Jahr nach Beginn des Bürgerkriegs, geschlossen worden. Derzeit wird Frankreich in Syrien durch einen Geschäftsträger vertreten.
Syrien als alternative Route zur Straße von Hormus?
Macron und Scharaa eröffneten zudem ein Wirtschaftsforum »zum Aufbau Syriens und von strategischen Korridoren«.
Der französische Präsident hatte ein Geschenk dabei: Macron versrprach, sein Land werde Vermögenswerte der gestürzten syrischen Assad-Regierung im Wert von mehr als 50 Millionen Euro an Syrien zurückgeben. Dabei handle es sich um unrechtmäßig erworbene Vermögenswerte eines Mitglieds der Familie des früheren Machthabers.
Der syrische Präsident sagte dabei, er wünsche sich Frankreich als wichtigsten Partner seines Landes. Macron, der von einer französischen Wirtschaftsdelegation begleitet wurde, sagte, neben dem Wiederaufbau sei eines der Ziele der Partnerschaft, Syrien langfristig zu einem regionalen »Hub« aufzubauen. Das Land sei jedoch noch mit vielen Herausforderungen konfrontiert.
Der Chef des französischen Energiekonzerns TotalEnergies, Patrick Pouyanné, hatte zuvor von Syrien als einer möglichen »alternativen Route« zur Straße von Hormus im Persischen Golf gesprochen. Die Sicherheitslage lasse es derzeit noch nicht zu, sie zu nutzen, aber der Besuch in Damaskus sei eine »positive Initiative«, sagte er vor Journalisten, kurz bevor die Nachricht von den beiden Explosionen bekannt wurde.
Im April hatte bereits der Irak bekanntgegeben, dass er angesichts der Blockade der Straße von Hormus im Irankrieg damit begonnen habe, Öl per Lastwagen durch Syrien zu exportieren. Die beiden Länder nahmen im Juni Gespräche über den Energie-Transit und eine mögliche Wiederinbetriebnahme einer Öl-Pipeline auf.
Open Questions
- Wie wird die internationale Gemeinschaft auf die Wiederaufnahme der Beziehungen reagieren?
- Welche konkreten Schritte werden beim Wiederaufbau unternommen?




