Mann gesteht Messerstiche in Prozess um Tötungsdelikt
Quick Look
- Ein Mann gesteht Messerstiche auf einen 68-Jährigen in Hamburg.
- Er gab an, in psychischer Abhängigkeit vom Opfer geraten zu sein und auf dessen Rat hin der Organisation Milli Görüs beigetreten zu sein.
- Die Tat geschah offenbar nach einem Streit.
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Why It Matters
Ein Mann steht vor Gericht, weil er einen 68-jährigen Mann getötet haben soll. Der Beschuldigte gibt an, in psychischer Abhängigkeit vom Opfer geraten zu sein und auf dessen Rat hin der Organisation Milli Görüs beigetreten zu sein. Er habe auch mehrere tausend Euro gespendet. Der Ältere habe ihm empfohlen, Suizid zu begehen und ihm dafür eine Pistole gegeben. Der Beschuldigte ist laut Polizei Türke und in Hamburg geboren.
In dieser Zeit habe er den später getöteten Mann in einer Hamburger Moschee kennengelernt. Er sei in große psychische Abhängigkeit von dem Älteren geraten. Er sei auf dessen Rat hin in die Organisation Milli Görüs eingetreten und habe mehrere tausend Euro gespendet. Die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs wird vom Verfassungsschutz beobachtet. Einmal habe der 68-Jährige vor der Moschee auf seine Füße gedeutet, woraufhin er - der Beschuldigte - ihm die Füße geküsst habe.
Der Ältere habe ihm empfohlen, sich nicht in psychiatrische Behandlung zu begeben, sondern Suizid zu begehen. Einmal habe er ihm dafür sogar eine Pistole gegeben. 2025 habe er an Beratungsterminen für Aussteiger aus radikal-religiösen Gruppen teilgenommen. Der in Hamburg geborene Beschuldigte ist laut Polizei Türke.
Beschuldigter räumt Messerstiche ein
Am Tattag erhielt der Beschuldigte angeblich eine E-Mail von seinem Anwalt, wonach ein Gerichtstermin im Sorgerechtsstreit um seine Kinder verschoben worden sei. Da sei ihm eingefallen, dass der Ältere ihm geraten hatte, in dem Rechtsstreit mit Aggressivität aufzutreten, dies aber nichts gebracht habe.
Er sei zu der Wohnung des 68-Jährigen gegangen, um diesen zur Rede zu stellen. An der Wohnungstür habe er sich bedroht gefühlt und in Angst und Panik mit einem Messer zugestochen. „Ich wollte die Eskalation nicht“, hieß es in der Erklärung.
Nach seiner Festnahme hatte er bei der Polizei angegeben, er könne sich an die Tat nicht erinnern. Auf Fragen der Vorsitzenden Richterin Birgit Woitas gab der Beschuldigte jedoch präzise Antworten. Er erklärte, eine Polizistin habe ihm geraten, er solle einfach sagen, er habe Stimmen gehört. Das sei aber nicht die Wahrheit gewesen.
Ehefrau des Opfers als Zeugin
Die Ehefrau des Getöteten sagte als Zeugin aus, ihr Mann sei von Beruf Busfahrer und sehr freundlich und hilfsbereit gewesen. Sie selbst und ihr Mann hätten dem Beschuldigten vor Jahren helfen wollen. Dieser sei mehrfach zu Besuch da gewesen. Einmal habe er versucht, ihrem Mann vor der Moschee die Füße zu küssen. Dieser habe das aber nicht gewollt.
Als sie an jenem Abend die Tür öffnete, habe sie den 43-Jährigen nicht gleich erkannt. Ihr Mann habe ihn freundlich auf Türkisch begrüßt. Dann habe sie einen Knall gehört, als die Tür gegen einen Stromkasten schlug. Ihr Mann sei rückwärts in die Wohnung zurückgegangen und zu Boden gestürzt. Aus einer Wunde am Hals habe das Blut gespritzt, sagte sie mit tränenerstickter Stimme.
Bei einem Gerangel habe der Angreifer ihr das Kopftuch wegreißen wollen und sie an der Hand verletzt. Als sie ihn angeschrien habe, sei er geflüchtet.
Die 66-Jährige und ihre drei Kinder sind Nebenkläger in dem Prozess. Das Gericht hat drei weitere Verhandlungstermine bis zum 18. Juni angesetzt.
Open Questions
- Was war die genaue Motivation für die Tat?
- Welche Rolle spielte die Organisation Milli Görüs?
- Gab es weitere Einflussnahmen durch das Opfer?
- Wie wird das Gericht die psychische Abhängigkeit bewerten?