Märkte setzen Euphorie fort – G7-Gipfel und US-Daten im Fokus
Quick Look
- Die Aussicht auf ein Ende des Irankriegs und eine Grundsatzeinigung zwischen den USA und dem Iran beflügelt die Anleger.
- Der Dax steigt, die Wall Street verzeichnet Rekorde.
- Der G7-Gipfel und Konjunkturdaten aus Japan und China liefern weitere Impulse.
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Why It Matters
Die Aussicht auf ein tatsächliches Ende des Irankriegs hat Anleger am Montag optimistisch gestimmt. Der deutsche Leitindex ist ein Prozent im Plus bei 24.894 Punkten aus dem Handel gegangen.
Ein Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran steht. Knüpfen die Märkte an ihre Euphorie zum Wochenstart an? Der G7-Gipfel und frische Konjunkturdaten liefern neue Impulse. Martin Müller, Jeanne Vesper 16.06.2026 - 06:25 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Kurstafel der Frankfurter Börse. Foto: Handelsblatt
Frankfurt, Düsseldorf. Die Aussicht auf ein tatsächliches Ende des Irankriegs hat Anleger am Montag optimistisch gestimmt. Der deutsche Leitindex ist ein Prozent im Plus bei 24.894 Punkten aus dem Handel gegangen. An den US-Börsen sorgte die Aussage von US-Präsident Trump, die USA und der Iran hätten eine Grundsatzeinigung zur Beendigung ihres Krieges unterzeichnet, für noch stärkere Gewinne.
Bei einem Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron im Vorfeld des G7-Gipfels sagte Trump, die Straße von Hormus sei „teilweise“ geöffnet und werde am Freitag wieder komplett geöffnet sein. Der Ölpreis fiel in der Folge um bis zu fünf Prozent.
Am frühen Dienstagmorgen hält die Euphorie der Investoren an, der Dax notiert auf außerbörslichen Handelsplattformen vorbörslich im Plus.
Im Fokus steht heute das Treffen der G7-Regierungschefs am Genfersee. Dort dürften unter anderem die gestern begonnenen EU-Beitrittsverhandlungen der Ukraine sowie weiterhin der Irankrieg Gesprächsthema sein. Dieser dürfte sich auch in der Konjunkturerwartung in Deutschland widerspiegeln, die das Mannheimer ZEW heute veröffentlicht.
Darüber hinaus richtet sich der Blick der Anleger nach Asien, wo am frühen Morgen die japanische Zentralbank den Leitzins auf den höchsten Stand seit 31 Jahren angehoben hat und China neue Daten zum Einzelhandel und der Industrieproduktion vorgestellt hat.
1 – Börsen in New York: Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq
Die Aussicht auf ein Ende des Irankrieges hat die Wall Street am Montag angetrieben. Nach der vorläufigen Einigung zwischen den USA und dem Iran zur Öffnung der Straße von Hormus markierte der Dow-Jones-Index ein Rekordhoch. Die drei Hauptindizes schlossen den dritten Handelstag im Plus und erholten sich von einer Schwächephase, die durch geopolitische Spannungen und Kursrücksetzer bei KI-Aktien ausgelöst worden war.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte erreichte mit 51.945 Punkten einen neuen Rekord und ging mit plus 0,9 Prozent bei 51.671 Punkten aus dem Handel.
Der breiter gefasste S&P 500 notierte 1,7 Prozent höher bei 7554 Zählern.
Der technologielastige Nasdaq legte um 3,1 Prozent zu auf 26.683 Punkte.
2 – Börsen in Asien: Nikkei, Topix und CSI 300
Die japanische Zentralbank BOJ hat ihren Leitzins erhöht. Die Weitergabe der gestiegenen Ölpreise erfolge relativ schnell und berge das Risiko, dass die Inflation das Ziel von zwei Prozent deutlich übersteige, hieß es zur Begründung. Die Entscheidung fiel in Abwesenheit von Notenbankchef Kazuo Ueda, der derzeit im Krankenhaus behandelt wird. Sein Stellvertreter Shinichi Uchida übernimmt nach dem zweitägigen Treffen die Kommunikation der Beschlüsse.
In Japan nahm der Leitindex Nikkei um 0,6 Prozent auf 69.702 Punkte zu.
Der breiter gefasste Topix fiel um 0,2 Prozent auf 3.994 Zähler.
Auch die Börse in Hongkong verzeichnete Verluste.
Der breit gefasste MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans notierte nach anfänglichen Gewinnen unverändert.
Trotz der Straffung blieben die Finanzierungsbedingungen vorerst locker, erklärte die BOJ. Dennoch werde die Notenbank den Leitzins abhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung weiter anheben. Ein schwacher Yen verteuert die ohnehin hohen Energieimporte für das Land zusätzlich. Dass Unternehmen die höheren Kosten bereits weitergeben, zeigte sich im Mai, als die Großhandelsinflation auf ein Drei-Jahres-Hoch von 6,3 Prozent kletterte.
3 – Chinas Industrie
In China zeigen am Dienstagmorgen neue Daten von der staatlichen Statistikbehörde, dass schwache Konjunkturdaten die Stimmung drücken. Während die Industrieproduktion im Mai mit einem Plus von 4,5 Prozent die Erwartungen übertraf, schrumpften die Einzelhandelsumsätze überraschend um 0,6 Prozent.
Im April war die Kennzahl um 4,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gewachsen und damit deutlich langsamer als noch zu Jahresbeginn. Steigende Energiekosten sowie die anhaltend schwache Nachfrage der Verbraucher belasten die chinesische Konjunktur.
4 – ZEW-Barometer
Das Mannheimer ZEW veröffentlicht am Vormittag neue Zahlen zur erwarteten Konjunkturentwicklung in Deutschland. Dafür befragt das Wirtschaftsinstitut monatlich Expertinnen und Experten aus der Finanzindustrie und aus Großunternehmen. Nach Beginn des Irankriegs Ende Februar hatte sich die Stimmung unter den Befragten deutlich verschlechtert.
5 – US-Importpreise
Am frühen Nachmittag veröffentlicht die US-Statistikbehörde Bureau of Labor Statistics neue Zahlen zu den Import- und Exportpreisen des Landes. Die Preisdaten werden damit einen Tag vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed am Mittwoch bekannt.
Termine Unternehmen
09:00 Uhr, Luxemburg: Befesa, Hauptversammlung
09:30 Uhr, Schweden: Securitas, Investor Day
10:00 Uhr, Deutschland: PVA TePla, Hauptversammlung
10:00 Uhr, Deutschland: R. Stahl, Hauptversammlung
10:00 Uhr, Deutschland: Traton, Hauptversammlung
14:30 Uhr, Norwegen: Equinor, Kapitalmarkttag
14:30 Uhr, USA: Mastercard, Hauptversammlung
15:00 Uhr, Deutschland: Verve Group, Kapitalmarkttag
17:00 Uhr, USA: T-Mobile US, Hauptversammlung
Schweden: Volvo Car, Q2 Pre-Close Call
Portugal: EDP, Kapitalmarkttag
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Termine Konjunktur
Japan: Zentralbank, Zinsentscheid
04:00 Uhr, China: Einzelhandelsumsatz 5/26
04:00 Uhr, China: Industrieproduktion 5/26
06:30 Uhr, Österreich: Zentralbank, Zinsentscheid
09:00 Uhr, Spanien: Arbeitskosten Q1/26
10:00 Uhr, Italien: Verbraucherpreise 5/26 (endgültig)
11:00 Uhr, Deutschland: ZEW-Konjunkturerwartungen 6/26
11:00 Uhr, Eurozone: Arbeitskosten Q1/26
14:00 Uhr, Polen: Verbraucherpreise 5/26
14:15 Uhr, USA: ADP-Arbeitsmarktbericht
14:30 Uhr, USA: Im- und Exportpreise 5/26
14:30 Uhr, USA: Baubeginne und -genehmigungen 5/26
Sonstige Termine
Frankreich: G7-Gipfel – Themen: Welthandel, Iran- und Ukraine-Krieg, Verhältnis der Partner zu den USA unter Präsident Trump.
Luxemburg: Treffen der EU-Gesundheitsminister
Luxemburg: Treffen des EU-Ministerrates für Allgemeine Angelegenheiten
Mit Material der Nachrichtenagenturen Reuters und dpa.
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What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Straße von Hormus wird am Freitag wieder komplett geöffnet sein.
Likely · Within days
Die Zinsen in Japan werden weiter angehoben, abhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung.
Likely · Within months
Open Questions
- Wird die vollständige Öffnung der Straße von Hormus am Freitag erfolgen?
- Wie wird sich die Zinsanhebung der BOJ auf die globale Wirtschaft auswirken?
- Welche konkreten Ergebnisse wird der G7-Gipfel hervorbringen?




