Marla Svenja Liebich: Auslieferung nach Deutschland vertagt
Quick Look
- Die Auslieferung der Neonazi Marla Svenja Liebich an Deutschland wurde auf den 1.
- Juni vertagt.
- Liebich fürchtet im deutschen Gefängnis getötet zu werden und lehnt die Auslieferung ab.
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Why It Matters
Marla Svenja Liebich, eine verurteilte Rechtsextremistin, wurde in Tschechien festgenommen, nachdem sie sich der Haftstrafe in Deutschland entzogen hatte. Sie weigert sich, nach Deutschland ausgeliefert zu werden, aus Angst vor Diskriminierung und Gewalt im Gefängnis.
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Neonazi Marla Svenja Liebich bleibt vorerst in einem Gefängnis in Tschechien. Bei dem Prozess um die Auslieferung an die deutschen Behörden hat die Richterin am Landgericht im tschechischen Pilsen eine Entscheidung auf den 1. Juni vertagt. Bei einer Auslieferung nach Deutschland soll Liebich in die Justizvollzugsanstalt in Chemnitz gebracht werden.
Liebich hatte zuvor abermals eine Zustimmung zur Auslieferung nach Deutschland abgelehnt. „Das kann ich nicht, weil ich im Gefängnis getötet würde“, sagte der verurteilte Rechtsextremist vor Gericht.
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Liebich war im Juli 2023 – damals noch als Mann mit dem Vornamen Sven – vom Amtsgericht Halle wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten ohne Bewährung verurteilt worden. Zum Haftantritt war Liebich jedoch nie erschienen, stattdessen floh Liebich und wurde erst nach monatelanger europaweiter Fahndung von tschechischen Beamten festgenommen. Seitdem sitzt Liebich in tschechischer Haft. Kurz nach der Festnahme hatte Liebich schon einmal eine Auslieferung abgelehnt, weshalb sich nun das Landgericht Pilsen mit der Entscheidung befasst.
Auf deutscher Seite ist die Staatsanwaltschaft in Halle für den Fall zuständig. Sie ging vor Eröffnung des Prozesses in Tschechien davon aus, dass es dabei zu keinen größeren Problemen kommt. „Das ist ein geübtes System zwischen europäischen Ländern. Das klappt in der Regel recht reibungslos“, so Oberstaatsanwalt Dennis Cernota. Ihm zufolge prüft das Gericht unter anderem, ob Polizei und Staatsanwaltschaft in den vergangenen Monaten richtig agiert haben.
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Liebich hat nach eigenen Angaben die Befürchtung, in Deutschland in ein Gefängnis für Männer gebracht zu werden, was menschenverachtend und diskriminierend sei. Es drohten Dinge wie Mobbing durch andere Gefangene oder in den Selbstmord getrieben zu werden, so Liebich. Es ist davon auszugehen, dass Liebich nach der Auslieferung in das Frauengefängnis in Chemnitz gebracht wird, wo noch einmal über die Art der Unterbringung entschieden werden könnte.
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Der Rechtsextremist war vor Gericht mit Bart und Brille, geschminkt und in einem Oberteil mit Leopardenmuster erschienen. Nach der Verurteilung in Halle hatte Liebich das Geschlecht von männlich auf weiblich ändern lassen. Außerdem wurde der Name von Sven in Marla Svenja angepasst. Kritiker hielten das für eine Provokation durch den Neonazi und sprachen von einem Missbrauch des Selbstbestimmungsgesetzes. Das Auftreten könnte auch einen Einfluss darauf haben, wie Liebich in Deutschland die Haftstrafe verbüßen muss.
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Außerdem könnte es eine derzeit ausstehende Entscheidung des Amtsgerichts Halle beeinflussen. Im März dieses Jahres hatte das Gericht im Süden Sachsen-Anhalts angekündigt, darüber zu entscheiden, ob die Änderungen von Vorname und Geschlecht Liebichs rückgängig gemacht werden können. Der Saalekreis hatte nach eigenen Angaben schon im Dezember 2025 rechtliche Schritte für eine Berichtigung des Eintrags eingeleitet. dpa/nw
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Das Landgericht Pilsen wird eine Entscheidung über die Auslieferung treffen.
Very likely · Within days
Die Namens- und Geschlechtsänderungen von Liebich könnten rechtlich angefochten werden.
Likely · Within months
Open Questions
- Wird Marla Svenja Liebich nach Deutschland ausgeliefert?
- Wie wird das tschechische Gericht über die Auslieferung entscheiden?
- Welche Konsequenzen hat die Entscheidung des Amtsgerichts Halle bezüglich der Namens- und Geschlechtsänderung?
- Wie wird die Haftstrafe in Deutschland verbüßt werden, falls eine Auslieferung stattfindet?