Merz: Russland kann militärisch nicht gewinnen
Quick Look
- Bundeskanzler Merz sieht eine militärische Niederlage Russlands als möglich an und öffnet die Tür für diplomatische Bemühungen.
- Gleichzeitig verurteilt die Bundesregierung russische Luftangriffe auf die Ukraine, bei denen Kulturgüter beschädigt wurden.
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Why It Matters
Russland führt seit Februar 2022 einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Die G7-Staaten unterstützen die Ukraine mit Waffenlieferungen und Sanktionen gegen Russland.
Liveblog Ukrainekrieg :
Merz: Russland kann militärisch nicht gewinnen
15.06.2026, 19:59Lesezeit: 1 Min.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gibt am Montag vor seinem Abflug zum G-7-Gipfel in Evian am militärischen Teil des Flughafens Berlin Brandenburg ein Statement ab.dpa
Kanzler vor Abflug zu G-7-Gipfel: Situation hat sich zugunsten der Ukraine verändert +++ Angriffe auf Starmer sollen von Russland gesteuert gewesen sein +++ alle Neuigkeiten im Liveblog
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Merz: Russland kann militärisch nicht gewinnen
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat vor dem Abflug nach Genf zum Treffen der G 7 in Évian diplomatische Bemühungen zwischen Russland und der Ukraine in Aussicht gestellt. „Die Situation hat sich zugunsten der Ukraine verändert“, sagte Merz. Das von Russland angegriffene Land habe, auch dank der Waffenlieferungen aus dem Westen, eine neue Position der Stärke. „Russland kann militärisch nicht gewinnen.“
Daher könne sich erstmals „langsam ein Fenster für die Diplomatie öffnen“, so der Kanzler. Die fünf Eckpunkte, die von der sogenannten „Koalition der Willigen“ Anfang Juni vorgestellt wurden, könnten erste Schritte eines neuen diplomatischen Anlaufs sein. Russland hatte den Vorstoß zurückgewiesen. Er umfasst unter anderem eine sofortige Waffenruhe und robuste Sicherheitsgarantieren für die Ukraine.
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Angriffe auf Starmer sollen von Russland gesteuert gewesen sein
Zwei Brandanschläge, die vor einem Jahr einem privaten Auto und dem vermieteten Privathaus des britischen Premierministers galten, sind nach Erkenntnissen des Senders BBC von Russland aus gesteuert worden. Zwei Brandstifter, ein Ukrainer und ein in der Ukraine geborener Rumäne, sind am Montag im Londoner Kriminalgericht Old Bailey wegen der Verabredung eines Angriffs auf Eigentum und ein Fahrzeug verurteilt worden; ihr Strafmaß wird noch festgesetzt.
Die beiden sind bei ihren Taten im Mai vergangenen Jahres nach Erkenntnissen der BBC von einem Russen namens Evgeny Lyukshin gesteuert worden. Auf dem Handy eines der Täter fand sich unter dem Kontakt „EL Money“ der Eintrag, „Du hast gerade das Haus einer sehr hochrangigen Person in Großbritannien angegriffen. Ich schick Dir Geld, Du musst das Land verlassen“. Die BBC gibt an, der Hintermann habe in anderen Nachrichten die Vergabe der russischen Staatsbürgerschaft als Belohnung für weitere Attentats-Akte in Aussicht gestellt.
Es handele sich bei Lyukshin um den Sohn eines ranghohen russischen Funktionärs. Nach Recherchen des Senders BBC sollten die Brandstifter den Eindruck erwecken, sie hätten im Namen einer rechtsextremistischen Gruppierung namens „Direct Action UK“ gehandelt. Diese Gruppe sei jedoch eine in Russland geschaffene erfundene Organisation gewesen. Sie habe auch für islamfeindliche Parolen gezahlt, die an Londoner Moscheen gesprüht wurden.
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Bundesregierung kritisiert russische Luftangriffe
Die Bundesregierung reagiert mit deutlicher Kritik auf eine Welle russischer Luftangriffe auf die Ukraine, bei denen auch die Hauptkirche des zum Weltkulturerbe zählenden Höhlenklosters in Kiew in Brand geraten ist. „Die Angriffe auf das Kloster verurteilen wir auf das Schärfste“, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille in Berlin. „Es zeigt, wie wenig ausgeprägt die Bereitschaft auf russischer Seite ist, irgendetwas in Richtung einer Beruhigung und einer Befriedung dieses Konfliktes zu tun.“
Angesprochen auf mögliche Ansatzpunkte und Gelegenheiten für Gespräche mit Russland sagte der Sprecher: „Die Voraussetzung dafür ist, dass der Druck auf Russland aufrechterhalten bleibt, dass wir klar und fest bleiben in der Unterstützung der Ukraine.“ Dies dürfte beim G7-Gipfel und aller Voraussicht nach auch beim anstehenden EU-Gipfel noch einmal klar betont werden.
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Selenskyj hat Treffen mit Putin bei G-7-Gipfel vorgeschlagen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eigenen Angaben zufolge ein Treffen mit dem russischen Machthaber Wladimir Putin während des G7-Gipfels in Frankreich vorgeschlagen. Putin sei dazu jedoch nicht bereit, sagt Selenskyj vor der Presse bei seinem Besuch des durch einen Angriff beschädigten Höhlenklosters in Kiew.
Selenskyj auf dem Dach der Kathedrale: Hier loderten vor Stunden noch Flammen. Reuters
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UNESCO verurteilt Angriffe auf Kulturgüter
Die Kulturorganisation der Vereinten Nationen hat sich zu dem Brand des Kiewer Höhlenklosters geäußert. Es handle sich um eines der bedeutendsten spirituellen und kulturellen Wahrzeichen der Ukraine, teilte die Unesco am Montag in Paris mit. Es seien erhebliche Schäden an der Kathedrale des Komplexes und an angrenzenden historischen Bauten zu befürchten. Die Unesco verurteile Angriffe auf Kulturgüter wie auch auf Bildungseinrichtungen, deren Mitarbeiter und auf Journalisten, die unter internationalem Recht geschützt seien. Man sei bereit, die Schadensbewertung und die Ermittlung dringender Erhaltungsmaßnahmen zu unterstützen.
„Die Beschädigung solcher Einrichtungen beraubt Gemeinschaften des Zugangs zu Kultur, Bildung und gemeinsamen Räumen, die für den Wiederaufbau und den sozialen Zusammenhalt unerlässlich sind “
UNESCO
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Russland macht Flugabwehr für Brand im Höhlenkloster verantwortlich
Russland weist die Verantwortung für die Schäden an dem historischen Höhlenkloster Petscherska Lawra in Kiew zurück. Vielmehr sei eine US-Flugabwehrrakete vom Typ Patriot in dem Kloster eingeschlagen, teilt das russische Verteidigungsministerium mit. Die russischen Streitkräfte planten keine Angriffe auf zivile Infrastruktur und nähmen solche auch nicht vor. Ziel des nächtlichen Beschusses seien Fabriken zur Drohnenproduktion gewesen. „Bestätigten Berichten zufolge wurde der Gebäudekomplex der Kiewer Petscherska Lawra von einer Rakete des amerikanischen Patriot-Luftabwehrsystems getroffen. Ein möglicher Grund für die Fehlfunktion dieses Systems könnte sein, dass westliche Länder dem Kiewer Regime Raketen geliefert haben, deren Verwendungsfrist bereits abgelaufen war“, heißt es in der Erklärung.
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Wadephul verurteilt russische Angriffe
Außenminister Johann Wadephul hat die nächtlichen russischen Luftangriffe auf die Ukraine scharf verurteilt. Der CDU-Politiker sprach von „ruchlosen Attacken“, die sich unter anderem gegen europäische Kulturgüter von unschätzbarem Wert gerichtet hätten. „Das zeigt: Eine echte Bereitschaft besteht auf russischer Seite bisher nicht, in Verhandlungen einzutreten“, ergänzte der CDU-Politiker mit Blick auf Spekulationen über eine mögliche Wiederaufnahme von Gesprächen über einen Waffenstillstand. Deswegen werde man die Ukraine weiter unterstützen und die Sanktionspolitik gegen Russland fortsetzen.
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Maia Sandu, die Präsidentin der Republik Moldau, hat den russischen Großangriff kritisiert. Der Kreml habe gezeigt, dass ihm nichts heilig sei. Während man vorgebe, christliche Werte zu verteidigen, habe man eines der wichtigsten Klöster der Orthodoxie bombardiert. „Moldau steht an der Seite der Ukraine“.
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Russland setzte bei Angriff 70 Raketen und 611 Drohnen ein
Russland hat nach Angaben des ukrainischen Militärs die Ukraine in der Nacht mit 70 Raketen und 611 Drohnen angegriffen. Vorläufigen Erkenntnissen zufolge seien 50 der Raketen und 582 der Drohnen abgefangen worden, teilt das Militär auf Telegram mit. Landesweit gab es ukrainischen Behördenangaben zufolge mindestens neun Tote und Dutzende Verletzte.
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Kulturministerin Tetjana Bereschna verbreitete auch ein Foto der brennenden Mariä-Entschlafens-Kathedrale auf dem Gelände des Kiewer Höhlenklosters. Sie sprach von einem Angriff auf das Kulturerbe der Menschheit.
Die Klosteranlage auf den Hügeln am Fluss Dnipro steht unter dem Schutz der UN-Kulturorganisation Unesco und gehört seit 1990 zum Weltkulturerbe. Ihre Ursprünge reichen bis ins 11. Jahrhundert zurück. Herzstück ist die 1941 im Zweiten Weltkrieg zerstörte und erst Ende der 1990er Jahre wieder aufgebaute Kathedrale.
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Kostümsammlung durch Angriffe vernichtet
Der russische Angriff führte auch zu großen Schäden im Nationalen Oleksandr-Dowschenko-Filmstudio in Kiew. In einem der ältesten Filmstudios der Ukraine sei ein Feuer ausgebrochen, teilte Kulturministerin Tetjana Bereschna bei Facebook mit. „Es wurde die größte und älteste Kostümsammlung der Ukraine vernichtet. Im Studio befanden sich rund 100.000 Kostüme und drei Millionen verschiedene Bekleidungsstücke“, sagte Bereschna, die auch stellvertretende Regierungschefin ist. Neben der Kostümwerkstatt seien weitere Gebäude des Filmstudios beschädigt worden. Benannt ist die zu Sowjetzeiten gegründete Filmproduktionsstätte nach dem ukrainischen Regisseur Oleksandr Dowschenko (1894–1956).
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Reliquen des Höhlenklosters in Sicherheit gebracht
Nach dem Brand auf dem Gelände des weltberühmten Höhlenklosters in Kiew sind die alten Ikonen und anderen Heiligtümer des orthodoxen Christentums nach Kirchenangaben in Sicherheit. Es sei eine rasche Rettung liturgischer Gegenstände und der Reliquien organisiert worden, teilte Metropolit Awraamij auf Facebook mit. Sie hätten „nicht nur kirchlichen, sondern auch nationalen und universellen Wert“, sagte der von der staatlich anerkannten Orthodoxen Kirche der Ukraine eingesetzte Vorsteher.
Der Geistliche dankte allen Klosterbrüdern und den anderen Beteiligten der Rettungsaktion für die Erhaltung der Kirchenschätze. Die Beseitigung der Folgen des Angriffs dauere an, sagte er. Russland hatte die Ukraine in der Nacht abermals massiv mit Drohnen und Raketen angegriffen. Dabei geriet auch die Mariä-Entschlafens-Kathedrale in Brand. Sie ist die Hauptkirche des zum Weltkulturerbe der Unesco zählenden Höhlenklosters.
Awraamij rief die internationale Gemeinschaft auf, sich unter den Bedingungen des andauernden Krieges für den Schutz des geistigen und kulturellen Erbes der Ukraine einzusetzen. Bei den russischen Angriffen auf Kiew wurden laut Behörden mindestens 4 Menschen getötet und 25 weitere verletzt.
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Sabrina Frangos
Offenbar zwei Brücken zur Krim bei Drohnenangriff beschädigt
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff sind zwei Brücken zwischen dem russisch kontrollierten Teil der ukrainischen Region Cherson und der Halbinsel Krim beschädigt worden. Der Verkehr sei ausgesetzt worden, teilt der von Russland eingesetzte Gouverneur Wladimir Saldo auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Auf der von Russland annektierten Krim ist es nach der jüngsten Zunahme von Angriffen zu Engpässen bei der Treibstoffversorgung gekommen.
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Sabrina Frangos
Ukraine: Tote nach Luftangriffen auf Kiew und Charkiw – Kiewer Weltkulturerbe in Brand
Bei massiven russischen Luftangriffen auf die Ukraine sind am Montag in Charkiw fünf Menschen getötet und in Kiew 13 weitere verletzt worden. In der Hauptstadt geriet zudem das als Unesco-Weltkulturerbe eingestufte Kiewer Höhlenkloster in Brand, wie die Behörden mitteilten. Ministerpräsidentin Julija Swyrydenko sprach von einem brutalen Angriff auf das ukrainische Erbe.
Bürgermeister Witali Klitschko zufolge waren 140.000 Einwohner Kiews vorübergehend ohne Strom. Auch ein Hochhaus sowie mehrere Autos und Häuser hätten durch herabstürzende Drohnentrümmer Feuer gefangen. In der zweitgrößten ukrainischen Stadt Charkiw kamen nach Angaben von Innenminister Ihor Klymenko fünf Rettungskräfte bei einem zweiten russischen Angriff ums Leben, mindestens fünf weitere wurden verletzt. Wegen der massiven Angriffe ließ das benachbarte NATO-Land Polen Kampfjets aufsteigen, um, eigenen Angaben zufolge, den Luftraum des Landes zu schützen.
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Quelle: F.A.Z.Artikelrechte erwerben
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