Metropolitan Opera: Saudischer Deal geplatzt - 30 Millionen Dollar fehlen
Intendant Peter Gelb sucht verzweifelt nach Finanzierung -Naming-Sponsoring und Chagall-Verkauf erwogen
Quick Look
- Die Metropolitan Opera in New York muss einen geplanten Auftritt in Riad absagen.
- Saudi-Arabien strich das dreiwöchige Gastspiel aufgrund der wirtschaftlichen Folgen des Iran-Krieges.
- Intendant Peter Gelb fehlen bis zum 31.
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Why It Matters
Die Finanzprobleme der Metropolitan Opera begannen mit der Corona-Pandemie. Das Stiftungskapital schrumpfte von 340 auf 220 Millionen Dollar. Die Oper erhält keine staatlichen Subventionen und ist auf Spenden und Einnahmen angewiesen.
Bereits seit Januar wackelte der Deal mit den Saudis, den Intendant Peter Gelb im vergangenen Herbst stolz der Öffentlichkeit vorgestellt hatte. Nun kam die offizielle Absage. Aufgrund der wirtschaftlichen Folgen des Iran-Krieges, müsse sich Saudi-Arabien künftig auf "wesentliche Projekte" konzentrieren. Offensichtlich ist ein dreiwöchiges Gastspiel der Metropolitan Opera in der saudischen Hauptstadt Riad, das acht Jahre lang jeweils im Februar stattfinden sollte, aus Sicht der Saudis nicht bedeutend genug. "Das ist eine sehr große Enttäuschung", reagierte der Intendant der Metropolitan Opera, Peter Gelb, in einer schriftlichen Stellungnahme. Sein Haus müsse sich jetzt nach finanziellen Alternativen umschauen. Eine mögliche neue Geldquelle hatte Intendant Gelb schon Mitte März im Interview mit dem ARD-Studio New York vorgestellt. Die Metropolitan Opera, eine der wichtigsten Kulturinstitutionen Amerikas, habe bislang noch keinen Namens-Sponsor: "Rechts und links von uns befinden sich das New Yorker Ballett im 'David H. Koch-Theater' und die New York Philharmonie in der 'David Geffen Hall'. Es gibt hier also eine Branding-Möglichkeit für zusätzliche Einnahmen." Der Intendant der Met denkt an reiche Milliardäre, die sich durch ein solches Namens-Sponsoring über ihren Tod hinaus verewigen könnten. Aus der Metropolitan Opera könnte zum Beispiel die "Elon-Musk-Opera" oder die "Bill Gates-Opera" werden. 30 Millionen Dollar fehlen Allerdings drängt die Zeit. Bis zum Ende des fiskalischen Jahres am 31. Juli muss Peter Gelb 30 Millionen Dollar auftreiben. Geld, das eigentlich von der saudischen Regierung kommen sollte. Die Rating-Agentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit der Metropolitan Opera gerade zum dritten Mal innerhalb eines Jahres herabgestuft. Für den Intendanten gibt es nun keine Tabus mehr. Wandgemälde von Chagall stehen zum Verkauf Seit Januar sucht er einen Käufer für die beiden riesigen Wandgemälde von Marc Chagall im Foyer der Met. Ihr Schätzwert: rund 55 Millionen Dollar. "Wir würden sie nur an einen Käufer verkaufen, der sie an ihrem jetzigen Platz in der Met belässt. Wir hätten dann mehr Geld. Die Gemälde aber blieben hängen." Immerhin eine Namensplakette würde auf den neuen Besitzer hinweisen: "Wir hoffen, dass ein Kunst- und Opernliebhaber unseren Aufruf hört und die Idee mag. Das ist, als besitze man ein Gemälde, das man aber in einem Museum zeigt." Finanzprobleme seit Corona-Pandemie Die Finanzprobleme der Metropolitan Opera in New York begannen mit der Corona-Pandemie. Intendant Gelb musste damals das Orchester auflösen. Erstklassige Musiker wanderten ab. Wichtige Sponsoren zogen sich zurück. Weil auch die Ticket-Einnahmen zurückgingen, musste Gelb das Stiftungskapital anzapfen. Vor vier Jahren betrug dies noch 340 Millionen Dollar. Seitdem ist es um 120 Millionen Dollar geschrumpft. Staatliche Subventionen bekommt die Metropolitan Opera nicht, betonte Intendant Gelb im ARD-Interview. Weshalb er dringend sehr reiche Opernliebhaber sucht: "Hätten wir ein Stiftungskapital von einer Milliarde Dollar, dann betrügen die jährlichen Zinsen 50 Millionen Dollar. Zusammen mit den jährlichen Spenden würde dies all unsere Probleme lösen." Trotzdem erfolgreiche Spielzeit Tragische Ironie: Trotz der akuten Finanznot erlebt die Metropolitan Opera gerade eine ihrer erfolgreichsten Spielzeiten. Richard Wagners "Tristan und Isolde" war solch ein Publikumsrenner, dass zusätzliche Aufführungen in den engen Spielplan gequetscht wurden. Und "Innocence", eine zeitgenössische finnische Oper über Schusswaffengewalt an Schulen, begeisterte Kritiker und Publikum gleichermaßen. "All unsere Probleme wären gelöst, fänden wir einen Multi-Milliardär, der uns eine Milliarde gibt", sagt Gelb. "Für jemanden, der mehr als 100 Milliarden besitzt, ist das doch nur ein Rundungsfehler."
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Verkauf der Chagall-Wandgemälde innerhalb der nächsten 12 Monate
Likely · Within months
Namens-Sponsoring-Deal mit Milliardär in den nächsten 2 Jahren
Possible · Within months
Open Questions
- Wer wird die Chagall-Gemälde kaufen?
- Findet sich ein Namens-Sponsor?
- Wie wird die Spielzeit 2026/27 finanziert?
