Michel Platini fordert Rücktritt von Fifa-Präsident Gianni Infantino
Der ehemalige Uefa-Chef kritisiert Infantino scharf für politische Einflussnahme und Verstöße gegen Fifa-Regularien.
Quick Look
- Michel Platini fordert den Rücktritt von Fifa-Boss Gianni Infantino.
- Er wirft ihm politische Einmischung, Regelverstöße bei der WM und eine Verschwörung gegen seine eigene Präsidentschaftskandidatur im Jahr 2015 vor.
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Why It Matters
Infantino war unter Platini Generalsekretär der Uefa, bevor er 2015 nach Platinis Sperre Fifa-Chef wurde. Platini hat kürzlich Strafanzeige gegen Infantino erstattet.
Infantino steht seit Wochen in der Kritik, weil er einen Teil der WM-Rechte an Investoren verkaufen wollte. Der Weltverband hat die Pläne nach großem Druck wieder verworfen. Die Uefa hatte zunächst einen Boykott von Fifa-Turnieren angekündigt. Mittlerweile ist davon nicht mehr die Rede. Der Verband fordert aber weiter Infantinos Rücktritt und plant die Einleitung eines Strafverfahrens gegen den Fifa-Boss. »Ich denke, wenn die Uefa Infantino stürzen will, wird das über die Justiz geschehen«, sagte Platini.
Der frühere französische Nationalspieler bezog sich in seiner Kritik jedoch weniger auf die Investorenpläne Infantinos als auf die Vorkommnisse während der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko. Werbeunterbrechungen und eine 30-minütige Halbzeitpause im Finale seien im Reglement nicht vorgesehen. Als »schlimmsten Fall« bezeichnete er aber die Causa um die Rote Karte für den US-Stürmer Folarin Balogun. Dessen Sperre war nach einem Telefonat zwischen Infantino und US-Präsident Donald Trump ausgesetzt worden, was heftige Kritik auslöste.
Die Fifa-Regularien untersagen politische Einmischung. Infantino sei »der Garant« der Regeln, so der 71-jährige Platini weiter. Respektiere er sie nicht, müsse er gehen, forderte der Franzose.
Infantino rückte aus Platinis Schatten
Infantino war unter Präsident Platini mehrere Jahre Generalsekretär der Uefa. Als der Franzose im Zuge des großen Fifa-Skandals 2015 wegen einer ominösen Millionenzahlung zeitweise gesperrt wurde und dadurch nicht wie geplant als Fifa-Boss kandidieren konnte, trat Infantino aus dessen Schatten hervor und sicherte sich den Posten als Chef des Weltverbands. Platini erstattete jüngst Strafanzeige gegen Infantino. Er wirft dem Schweizer vor, Teil einer Verschwörung gewesen zu sein, die seine Wahl zum Fifa-Präsidenten verhindern sollte. Infantino habe falsche Anschuldigungen erhoben und unzulässig Einfluss genommen, heißt es von der Platini-Seite.
»Ich wusste immer, dass er Geld und Macht sehr gern mag«, sagte Platini über seinen Ex-Funktionär. »Das ist ein Mikrokosmos von Leuten, die sich für die Chefs des Fußballs halten, dabei sind die Chefs des Fußballs die Mbappés, Zidanes, Maradonas.«
Die gescheiterten Investorenpläne könnten Gianni Infantino das Amt kosten. Welche zwei Optionen seine Widersacher haben und wer mögliche Nachfolger sind, lesen Sie hier.
What to Watch
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Einleitung eines Strafverfahrens gegen Infantino durch die Uefa.
Possible · Within months
Open Questions
- Wird die Uefa tatsächlich ein Strafverfahren einleiten?
- Welche juristischen Folgen hat die Causa Balogun?



