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Mount Everest: "Green Boots" soll geborgen werden
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Süddeutsche Zeitung6/22/2026Travel3 min readGermany

Mount Everest: "Green Boots" soll geborgen werden

Quick Look

  • 30 Jahre nach seinem Tod soll die Leiche des Bergsteigers "Green Boots" vom Mount Everest geborgen werden.
  • Die ITBP sucht ein spezialisiertes Unternehmen für die riskante Operation in der Todeszone.

AI-generated summary

Why It Matters

Die Leiche eines Bergsteigers namens "Green Boots" diente lange als Orientierungspunkt am Mount Everest. Seine Identität ist unklar, aber er starb 1996 während des "Mount Everest Disaster".

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„Green Boots“ diente vielen als Wegmarke, bis er 2014 an einen weniger einsehbaren Ort gebracht worden sein soll. Wer an ihm vorbeistieg, wusste, dass es nicht mehr weit ist bis zum Gipfel. Die Identität des Verstorbenen ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Bekannt ist, dass der Mann Mitglied einer Expedition war, die der Indo-tibetische Grenzschutz (Indo-Tibetan Border Police, kurz ITBP) im Mai 1996 unternahm. Als drei Mitglieder der sechsköpfigen Expedition wegen der Wetterbedingungen umkehrten, stiegen die anderen drei Bergsteiger weiter auf. Tsewang Paljor, Tsewang Smanla und Dorje Morup gerieten in einen Schneesturm und kamen beim Abstieg ums Leben. Während die ITBP laut der indischen Zeitung The Tribune davon ausgeht, dass es sich bei „Green Boots“ um Dorje Morup handelt, glauben andere, dass es Tsewang Paljor ist. Der Fall wurde als das „Mount Everest Disaster“ von 1996 bekannt, in dem Schneesturm starben damals noch fünf weitere Bergsteiger. Es war eine der tödlichsten Saisons am Everest.

Künftig sollen Bergsteiger vorher einen Gesundheitscheck und einen detaillierten Besteigungsplan einreichen

Die ITBP will „Green Boots“ jetzt, 30 Jahre nach seinem Tod, vom Berg holen. Dazu sucht sie laut dem Tribune aktuell nach einem Unternehmen, das auf solche Bergungen spezialisiert ist. Mindestens sechs erfahrene nepalesische Sherpas sollen die Operation in den kommenden Monaten wagen. Bergungen in der Todeszone sind aufwendig, heikel und kostspielig. Helikopter können in dieser Höhe nur schwer landen und keine größeren Lasten aufnehmen. Stattdessen müssen Bergungsteams die Leichname zu Fuß erreichen und abtransportieren. Darum bleiben viele Verstorbene am Berg.

Am Mount Everest zu sterben, ist leicht, zu leicht. Nicht ohne Grund wird der Weg zum Gipfel des 8849 Meter hohen Bergs von Sherpas auch „Leichengasse“ genannt. Er ist gesäumt mit tiefgefrorenen Körpern, die sitzen oder liegen, oft noch mit voller Ausrüstung, teilweise direkt neben den Hauptrouten. Auch tote Bergsteiger, die jahrelang ungesehen in Eis und Schnee eingeschlossen waren, kommen zunehmend zum Vorschein, weil der Klimawandel Gletscher und Eispanzer zum Schmelzen bringt.

Mehr als 300 Menschen sind Schätzungen zufolge bei dem Versuch gestorben, den höchsten Berg der Erde zu bezwingen, seit er 1953 zum ersten Mal bestiegen wurde. Viele starben an Sauerstoffmangel: In der Todeszone ab 8000 Metern Höhe ist der Sauerstoffgehalt so gering, dass er selbst für trainierte Menschen lebensgefährlich wird. Andere gerieten in Schneestürme, so wie Dorje Morup und Tsewang Paljor, stürzten ab, starben an der Höhenkrankheit, an Kälte oder Erschöpfung. So etwa Hannelore Schmatz, die erste Deutsche auf dem Gipfel des Mount Everest. Sie brach beim Abstieg 1979 vor Erschöpfung zusammen. Auch ihr Leichnam lag lange an einer der Routen, die auf den Gipfel führen. „The German Woman“ wurde wie „Green Boots“ als Wegmarke verwendet, bis Stürme den Körper vom Grat wehten.

Die tödlichen Unglücke am Everest sind einer der Gründe, warum Nepal die Bedingungen für Besteigungen verschärft. 2025 erhöhte die Regierung die Gebühren für Expeditionen und verbot Solo-Touren auf Berge über 8000 Meter, inklusive des Everests. Weitere Einschränkungen stehen aus, da aktuell ein umfassendes Tourismusgesetz in der Planung ist. Demnach müssten Bergsteiger in Zukunft einen Gesundheitscheck und einen detaillierten Plan für die Besteigung einreichen, um eine Zulassung zu erhalten. Außerdem sollen sie nachweisen, dass sie zuvor bereits einen Berg über 7000 Metern Höhe in Nepal bestiegen haben.

Trotz der Gefahren versuchen jedes Jahr etliche Menschen den Aufstieg. In der Hauptsaison dieses Jahr schafften es mehr als 1000 – so viele wie noch nie. Am Gipfel standen sie teilweise Schlange.

Open Questions

  • Wer genau ist "Green Boots"?
  • Wie wird die Bergung ablaufen?
  • Welche Kosten entstehen für die Bergung?

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This article was originally published by Süddeutsche Zeitung.

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