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Mutmaßlicher rechtsextremistischer Brandanschlag auf Wohnprojekt in Cottbus
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Die Welt7/2/2026Crime3 min readGermany

Mutmaßlicher rechtsextremistischer Brandanschlag auf Wohnprojekt in Cottbus

Die Polizei ermittelt wegen versuchten Mordes, nachdem Flaschen mit brennbarer Flüssigkeit gegen die Fassade eines alternativen Wohnprojekts geworfen wurden. Auch ein Jugendklub wurde angegriffen.

Quick Look

  • In Cottbus wurde ein alternatives Wohnprojekt mit Brandsätzen angegriffen, wobei die Polizei wegen versuchten Mordes ermittelt, da sich Personen im Gebäude befanden.
  • Gleichzeitig brannte ein Zaun an einem Jugendclub.
  • Die Taten werden dem rechtsextremistischen Spektrum zugeordnet und ereigneten sich während der CSD-Wochen.

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Why It Matters

Ein alternatives Wohnprojekt in Cottbus wurde erneut Ziel eines mutmaßlich rechtsextremistischen Brandanschlags, bei dem wegen versuchten Mordes ermittelt wird. Die Stadt gilt als Schwerpunkt des Rechtsextremismus in Brandenburg.

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Es brennt in Cottbus – und das nicht zum ersten Mal: Die Polizei ermittelt nach einem mutmaßlichen rechtsextremistischen Brandanschlag auf ein alternatives Wohnprojekt wegen des Verdachts des versuchten Mordes. Ganz in der Nähe brennt an einem alternativen Club eine Zaunlatte. Unbekannte warfen in der Nacht zu Donnerstag mehrere Flaschen mit brennbarer Flüssigkeit gegen die Fassade des Gebäudes, wie die Polizei mitteilte.

Nach Angaben des Cottbuser Oberbürgermeisters Tobias Schick (SPD) wurde auch ein Jugendklub angegriffen. Verletzt wurde niemand, doch die Angst geht um in der südbrandenburgischen Stadt, die wirtschaftlich als „Boomtown“ gilt.

Gegen 1.15 Uhr in der Nacht zum Donnerstag wurde die Polizei alarmiert. „Dort sind mehrere Flaschen gegen die Fassade des Wohnprojekts geworfen worden“, sagte Polizeisprecher Sascha Erler. Die Beamten hätten einen Brand gelöscht. „Wir können zum Glück sagen: Es ist niemand verletzt worden.“

Weil sich zur Tatzeit Menschen in dem Wohnprojekt aufhielten, werde wegen versuchten Mordes ermittelt, hieß es. Da es sich um ein „alternatives Szeneobjekt“ handele, habe sich auch der Staatsschutz eingeschaltet. Zwei schwarz gekleidete junge Männer zwischen 15 und 20 Jahren sind tatverdächtig. Einer soll eine Tätowierung am linken Unterarm und eine schwarz-weiß-rote Sturmhaube getragen haben – die Farben des Deutschen Reichs.

Das betroffene Wohnprojekt namens „Zelle 79“ hat unterdessen in einem Posting auf Instagram seine Sicht auf den Angriff geäußert. „Ich schlief bereits fest, als mich ein Knall weckte. In Sekunden war ich am Fenster“, beschreibt dort eine Bewohnerin namens Fabi Buchholz das nächtliche Geschehen. „Dort rief ich den zwei Angreifern zu, sie sollen verschwinden, und habe die Kamera auf sie gerichtet. Sie schrien zurück, dass wir runterkommen sollen. Danach und damit im vollen Wissen darüber, dass Menschen im Haus sind, haben sie die Brandsätze geworfen.“

Ganz in der Nähe gab es dann noch den erwähnten mutmaßlichen Angriff auf einen Club. Nach Angaben der Polizei brannte unweit des Wohnprojekts am alternativen Jugendclub „Chekov“ die Latte eines Zaunes. Die Ermittler ermitteln wegen des Verdachts versuchter Brandstiftung. „Dadurch, dass eine örtliche Nähe und natürlich auch eine gewisse ideologische Nähe zwischen den beiden angegriffenen Objekten existiert, prüfen wir natürlich einen Zusammenhang“, sagte Polizeisprecher Erler.

Die Ereignisse machten ihn „fassungslos und entsetzt“, erklärte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Die Tatverdächtigen kämen vermutlich aus dem rechtsextremistischen Spektrum. Die Landesregierung werde weiterhin „klare Kante“ gegen rechte Gewalt zeigen. „Die jüngsten Ereignisse in Cottbus machen mich fassungslos und entsetzt“, erklärte der SPD-Politiker. „Solche Taten müssen mit aller Härte bestraft werden.“

Wie die „Lausitzer Rundschau“ schreibt, ist das Wohnprojekt schon länger im Visier von mutmaßlich rechten Gewalttätern. In den letzten Monaten gab es demnach mehrere Sprengstoffanschläge auf das Haus und seine Bewohner sowie regelmäßig rechte Schmierereien an der Fassade.

Auch Innenminister Jan Redmann (CDU) verurteilte die Anschläge. „Rechtsextremisten verätzen das Zusammenleben“, erklärte er. „Wer Molotow-Cocktails schmeißt, nimmt Opfer in Kauf.“

Es komme offenbar nicht von ungefähr, dass der Anschlag während der CSD-Wochen verübt wurde, teilte Oberbürgermeister Schick mit. Bilder der Deutschen Presse-Agentur zeigen, dass am betroffenen Haus eine Regenbogenflagge hängt. Die Gesellschaft müsse sich endlich zum Umgang mit mutmaßlich minderjährigen Straftätern verständigen, aber auch dazu, wie verhindert werden könne, dass sie überhaupt zu Straftätern würden, sagte Schick. „Hier sind Familien, Lehrer, Sozialarbeiter und letztlich alle gefordert.“

Der Cottbuser Oberbürgermeister Tobias Schick (SPD) dringt deshalb auf mehr Videokameras. „Wir brauchen klare Regelungen, um den Einsatz von Kameras auch im öffentlichen Raum gezielt und rechtssicher zu gewährleisten, abzuschrecken und die Aufklärung von Straftaten zu unterstützen“, sagte Schick. „Datenschutz darf den Schutz von Menschen nicht behindern.“ Für die Opfer solcher Attacken seien zudem die notwendigen Strukturen und Finanzen nötig.

Es sind nicht die ersten Angriffe dieser Art in Cottbus. Das Zentrum der Niederlausitz gilt als ein Schwerpunkt des Rechtsextremismus in Brandenburg. Im vergangenen Jahr kam es bereits zu mehreren Angriffen mit Pyrotechnik auf das Wohnprojekt „Zelle 79“. Kurz vor Silvester wurde laut Polizei versucht, die Tür mit einem Böller aufzusprengen. In einem anderen Fall wurde Pyrotechnik auf das Haus geschossen.

Damit nicht genug: Im Frühjahr wurden ein antisemitischer Schriftzug und ein schwarzes Hakenkreuz an die Synagoge der Stadt geschmiert. In den Flur eines anderen alternativen Wohnprojekts wurde eine Leuchtfackel geworfen. Zudem gab es Drohungen an der Wohnung eines Studentenpfarrers, der sich gegen Rechtsextremismus engagiert.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Die Polizei wird die Ermittlungen wegen versuchten Mordes und versuchter Brandstiftung fortsetzen.

    Very likely · Within weeks

  • Die politische Debatte über Rechtsextremismus und den Einsatz von Videokameras in Cottbus wird sich intensivieren.

    Likely · Within days

Open Questions

  • Wer sind die beiden tatverdächtigen jungen Männer?
  • Welche konkreten Motive stecken hinter den Angriffen?
  • Wie können solche Taten zukünftig verhindert werden?

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This article was originally published by Die Welt.

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