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NATO aktiviert erstmals Artikel 5 nach den Anschlägen vom 11. September
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Tagesschau Ausland21 minutes agoPolitics2 min readGermanyView translation

NATO aktiviert erstmals Artikel 5 nach den Anschlägen vom 11. September

Quick Look

  • Nach den Terroranschlägen vom 11.
  • September 2001 erklärte die NATO ihre Solidarität mit den USA und aktivierte erstmals Artikel 5 des NATO-Vertrags, nachdem bestätigt wurde, dass die Anschläge von außen koordiniert wurden.
  • Der Einsatz markierte einen strategischen Wechsel hin zu Out-of-Area-Operationen, während heutige Herausforderungen eine Rückbesinnung auf die Landesverteidigung erfordern.

AI-generated summary

Why It Matters

Die NATO hatte ein Jahr vor den Anschlägen vom 11. September eine neue Strategie verabschiedet, die Einsätze außerhalb des eigenen Gebietes vorsah, basierend auf Erfahrungen aus den Jugoslawien-Kriegen. Artikel 5 des NATO-Vertrags sieht gegenseitige Verteidigung im Falle eines bewaffneten Angriffs auf ein Mitglied vor.

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Die Worte "Artikel 5" nimmt NATO-Generalsekretär George Robertson am Abend des 11. September 2001 noch nicht in den Mund. Aber von der Solidarität aller NATO-Partner mit dem schwer getroffenen Verbündeten ist bereits die Rede.

"In diesem entscheidenden Moment könnt ihr Euch auf uns, auf Eure 18 Partner in Nordamerika und Europa verlassen", verspricht Robertson den Vereinigten Staaten.

Erster Bündnisfall

Am nächsten Tag tritt der Nordatlantikrat zusammen. Die NATO erklärt ihre Solidarität mit den US-Amerikanern. Und sie geht noch weiter: Wenn sich herausstelle, dass die Anschläge von außerhalb der USA koordiniert wurden, dann falle das unter Artikel 5 des NATO-Vertrages, das berühmte Beistandsversprechen.

Drei Wochen später bestätigt Robertson genau das: Die Anschläge wurden von außen gesteuert. "Und das ist deshalb abgedeckt von Artikel 5, der festlegt, dass ein bewaffneter Angriff auf einen oder mehr Alliierte in Europa oder Nordamerika als ein Angriff auf alle betrachtet wird", so der damalige NATO-Generalsekretär weiter. Zum ersten und bis heute einzigen Mal aktiviert die NATO damit diesen Artikel 5.

Unvorbereitet auf asymmetrische Angriffe

Aber auf einen Gegner wie die Attentäter des 11. September, auf international operierende Terrornetzwerke, ist das Bündnis so nicht vorbereitet. Zwar hat die Allianz nur ein Jahr zuvor eine neue Strategie verabschiedet, die auch Einsätze außerhalb des eigenen NATO-Gebiets vorsieht. Hintergrund sind die Erfahrungen aus den Kriegen des zerfallenden Jugoslawiens.

Aber dass ihr stärkstes Mitglied auf eigenem Territorium angegriffen wird, gesteuert von Drahtziehern fernab jeglichen NATO-Gebiets - das ist nicht vorgesehen. "Der Artikel 5 war ursprünglich bei der Gründung der NATO für Angriffe von Staaten auf Staaten gedacht - oder damals der Sowjetunion auf das westliche Staatenbündnis", erklärt Claudia Major, Sicherheitsexpertin vom German Marshall Fund.

Einsatzlogik verschiebt sich

Die Angriffe vom 11. September setzen neue Prioritäten. Sie hätten dazu geführt, dass sich die NATO daraufhin mehr auf sogenannte Out-of-Area-Einsätze konzentriert habe, als auf "das traditionelle Geschäft der Bündnisverteidigung", so Major.

Mit den Out-of-Area-Einsätzen weitet die NATO ihren Aktionsradius aus, am deutlichsten mit dem Afghanistan-Einsatz, aber auch mit Operationen zum Beispiel über dem Mittelmeer oder später in Libyen.

Es ist nicht der letzte Wandel, den die NATO durchmacht. Auch heute muss sie sich neu aufstellen. Nach der russischen Annexion der Krim, dem Überfall auf die Ukraine und weil die USA darauf pochen, dass die Europäer mehr Verantwortung für sich selbst übernehmen, liegt der Fokus wieder mehr auf der klassischen Landesverteidigung.

Allerdings sei die NATO heute "militärisch stärker, aber politisch schwächer", meint Claudia Major. Viele Europäer wüssten nicht mehr so richtig, ob sie sich auf die USA noch verlassen können und ob das transatlantische Bündnis, wie es angelegt war, überhaupt noch halte.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Die NATO wird ihren Fokus verstärkt auf die klassische Landesverteidigung legen.

    Likely · Within months

  • Die europäischen NATO-Mitglieder werden ihre Verteidigungsausgaben erhöhen.

    Possible · Within years

Open Questions

  • Wie wird die NATO ihre Fähigkeiten zur Landesverteidigung angesichts neuer Bedrohungen stärken?
  • Welche konkreten Schritte werden die europäischen Mitglieder unternehmen, um ihre Verteidigungskapazitäten auszubauen?
  • Wie wird das transatlantische Bündnis angesichts wachsender Zweifel an der US-Zuverlässigkeit neu definiert werden?

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This article was originally published by Tagesschau Ausland.

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