Neuer Fed-Chef Warsh plant Reformen und will weniger über Zinsen sprechen
Quick Look
- Der neue Fed-Chef Kevin Warsh plant weitreichende Reformen, will sich künftig weniger zu Zinsschritten äußern und die Bilanzsumme der Zentralbank verringern.
- Er holt sich konservative Experten zur Seite und betont seine Unabhängigkeit von politischem Einfluss.
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Why It Matters
Der neue Chef der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), Kevin Warsh, strebt weitreichende Reformen an und will sich künftig weniger konkret zu möglichen Zinsschritten äußern. Er plant zudem, andere Inflationsmaße zu prüfen und die Bilanzsumme der Zentralbank zu verringern. Der Führungswechsel fällt in eine Phase, in der die Unabhängigkeit der Notenbank unter Druck geraten ist.
Washington. Der neue Chef der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), Kevin Warsh, strebt weitreichende Reformen an und will sich künftig weniger konkret zu möglichen Zinsschritten äußern. „Wir werden nicht an bisherigen Praktiken festhalten, wenn wir bessere Alternativen finden“, erklärte er am Dienstag zu Beginn seiner vierjährigen Amtszeit in einem Schreiben an die mehr als 20.000 Mitarbeiter, das der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. In den kommenden Quartalen erwarte er eine offene Debatte über Strategie und Arbeitsweise der Fed.
Zugleich schlug er einen versöhnlichen Ton gegenüber der Belegschaft an, deren Arbeit er zuvor kritisiert hatte. Warsh plant zudem, andere Inflationsmaße zu prüfen und die Bilanzsumme der Zentralbank von 6,7 Billionen Dollar zu verringern. Seine erste Zinssitzung als Vorsitzender findet am 16. und 17. Juni statt. Es wird erwartet, dass die Notenbank die Zinsen dann zunächst unverändert lässt.
Bei seinem Neustart muss Warsh allerdings weiter mit seinem Vorgänger Jerome Powell arbeiten: Powell gehört der Notenbank als Direktoriumsmitglied weiterhin an. Warsh hatte den geldpolitischen Kurs unter Powell in der Vergangenheit scharf kritisiert und der Fed vorgeworfen, sich zu weit von ihrem eigentlichen Auftrag entfernt zu haben. Um seinen Kurs umzusetzen, hat sich der neue Fed-Chef einem Zeitungsbericht zufolge für die Übergangsphase zwei konservative Experten an seine Seite geholt.
Wie das „Wall Street Journal“ berichtete, stammen Daniel Heil und Paul Winfree aus dem Umfeld konservativer Denkfabriken wie der Hoover Institution und der Heritage Foundation. Winfree verfasste zudem das Kapitel über den Umbau der Notenbank für das umstrittene „Project 2025“, eine Vorlage für einen konservativen Politikwechsel.
Der Führungswechsel fällt in eine Phase, in der die Unabhängigkeit der Notenbank unter Druck geraten ist. Trump versucht, Einfluss auf die Fed zu gewinnen. Warsh hat allerdings im Bestätigungsverfahren im Senat gelobt, als Chef der Notenbank Zinsentscheidungen „strikt unabhängig“ von politischen Erwägungen zu treffen. Er sei absolut keine Marionette des US-Präsidenten, betonte er.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
The Federal Reserve will keep interest rates unchanged at its June meeting.
Very likely · Within days
Kevin Warsh will face challenges in implementing his reforms due to the continued presence of Jerome Powell.
Likely · Medium term
Open Questions
- What specific reforms will Kevin Warsh implement?
- How will the Fed's communication strategy change regarding interest rates?
- What are the exact plans for reducing the central bank's balance sheet?
- How will the influence of conservative experts affect Fed policy?





