New York Knicks gewinnen NBA-Titel: James Dolan feiert späten Triumph
Quick Look
- Nach 51 Jahren haben die New York Knicks die NBA-Meisterschaft gewonnen.
- Milliardär James Dolan, der jahrelang von Fans kritisiert und ausgebuht wurde, feiert nun seinen späten Triumph.
- Ein entscheidender Faktor war die Gehaltsverzichtsgeste von Starspieler Jalen Brunson.
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Why It Matters
Die New York Knicks gewannen nach 51 Jahren ihren ersten NBA-Titel. Eigentümer James Dolan war jahrelang wegen des Misserfolgs seines Teams stark kritisiert worden. Ein entscheidender Faktor für den Erfolg war die Gehaltsverzichtsgeste von Starspieler Jalen Brunson.
Düsseldorf. Ginge es nach den Fans der New York Knicks, hätte James Dolan seinen Basketballklub längst verkaufen müssen. Jahrelang hallte der Ruf „Sell the Team! Sell the Team“ durch den Madison Square Garden. New York, das sich als Mekka des Basketballs versteht, sah in Dolan einen Schuldigen.
Der Milliardär reagierte empfindlich. Kritische Zuschauer erhielten Hausverbot. Der Eigentümer legte sich öffentlich mit ehemaligen Spielern der Knicks und Edelfans wie Filmregisseur Spike Lee an. Im Juli 2019 fragte „Bloomberg Businessweek“: „Ist James Dolan der schlechteste Eigentümer im Profisport?“
Sieben Jahre später bebt New York City im Freudentaumel. In der Nacht von Samstag auf Sonntag besiegten die Knicks die San Antonio Spurs und holten den ersten NBA-Titel seit 1973. „Hey New York, es tut mir leid, dass es so lange gedauert hat“, sagte Dolan mit der Trophäe in der Hand. „Aber hier sind wir, und hoffentlich dauert es nicht wieder so lange.“
Es ist ein Sieg, der vieles vergessen lässt. Dolan war lange die ideale Zielscheibe. Sein Vater Charles gehörte zu den Pionieren des amerikanischen Kabelfernsehens. Sohn James, geboren 1955, studierte Kommunikationswissenschaften und wollte Musiker werden.
Ein Konflikt bahnte sich an. Charles Dolan war ein rastloser Unternehmer. 1972 gründete er HBO (Home Box Office), den ersten Premium-Kabelkanal. Ein Jahr später folgte Cablevision. Aus der Pay-TV-Gesellschaft wurde ein Milliardenkonzern.
Seinen Sohn schickte Dolan nach Cleveland, wo er einen Sport-Radiosender führen sollte. Es folgten verschiedene Stationen im Konzern des Vaters. Doch offenbar war es nicht das Leben, das James Dolan sich vorgestellt hatte. Er kämpfte mit Alkoholismus und Kokainsucht. 1993 ließ sich der damals 38-Jährige in eine Entzugsklinik einweisen.
Die Krise wurde zum Wendepunkt. Dolan kehrte zu Cablevision zurück, 1995 ernannte ihn sein Vater zum CEO. Frisch aus der Reha führte er nun ein Unternehmen, das fast zwei Millionen Haushalte mit Kabel-TV versorgte.
Vier Jahre später erhielt James Dolan eine noch größere Bühne. 1999 übernahm er den Vorsitz des Madison-Square-Garden-Konzerns. Zu dessen wichtigsten Vermögenswerten gehörten die New York Knicks.
Schon die Adresse war eine Marke für sich. Megastars wie Michael Jordan, Kobe Bryant und LeBron James lieferten hier Auftritte ab, die heute zum NBA-Kanon gehören. Der Madison Square Garden hat für Fans weltweit einen magischen Klang.
Auch die Knicks selbst waren damals kein Sanierungsfall. „Forbes“ schätzte ihren Wert auf rund 396 Millionen Dollar – mehr als bei den Konkurrenten Boston Celtics, den Los Angeles Lakers oder den Chicago Bulls. Im Jahr von Dolans Amtsantritt erreichte die Mannschaft die NBA-Finals. Unter Dolan begann der Niedergang.
Es lag nicht am Budget. Stephon Marbury, Amar'e Stoudemire und später Carmelo Anthony gehörten bei ihrer Verpflichtung zu den bekanntesten und teuersten Spielern der Liga. Auch Trainergrößen wie Larry Brown wurden für Rekordsummen zu den Knicks geholt.
Dolan liebte große Namen. Er engagierte 2003 NBA-Legende Isiah Thomas als Manager und hielt an ihm fest, als Fans und Medien wegen Erfolglosigkeit längst seine Entlassung forderten.
Nachdem Thomas seinerseits Coach Brown nach nur einer Saison verabschiedete, übertrug Dolan ihm zusätzlich den Trainerjob. Mit Thomas in dieser Doppelrolle gewannen die Knicks in zwei Spielzeiten nur 56 von 164 Spielen.
Dabei war Thomas nicht nur sportlich umstritten. 2006 verklagte ihn eine ehemalige Mitarbeiterin wegen sexueller Belästigung. Eine Jury verurteilte Thomas und seinen Arbeitgeber 2007 zu Millionenstrafen. Trotzdem hielt Dolan an seinem Basketballchef fest. Thomas musste erst 2008 gehen.
Dolan setzte auch danach auf Prominente. 2014 holte er Phil Jackson, der als Trainer in Chicago und Los Angeles elf Meisterschaften gewonnen hatte. In New York erhielt Jackson einen Fünfjahresvertrag als Manager, dotiert mit 60 Millionen Dollar.
Auch Jackson scheiterte. Als er 2017 nach drei Jahren gehen musste, hatten die Knicks 166 von 246 Spielen verloren. Während Gehälter, Klubwert und Ticketpreise immer weiter stiegen, fiel die Mannschaft sportlich in die Belanglosigkeit.
Die Entfremdung zwischen Eigentümer und Fans fing im März 2019 ein Video ein, das Dolan jahrelang nachhing. Der Knicks-Eigentümer verließ nach einer erneuten herben Niederlage gerade den Madison Square Garden, als ihm ein Zuschauer einen bekannten Satz zurief: „Sell the Team!“
Der Milliardär blieb stehen. „Sie finden also, ich sollte die Mannschaft verkaufen?“, fragte er den Fan. „Wollen Sie künftig keine Spiele mehr besuchen?“ Der entgegnete, er äußere lediglich seine Meinung. Darauf Dolan: „Nein, das ist keine Meinung. Und wissen Sie was? Genießen Sie die Spiele künftig im Fernsehen.“
Anschließend zeigte Dolan auf den Fan und nickte den Sicherheitskräften zu. Der Mann wurde aus der Halle geführt. „Man kann das nicht im Madison Square Garden machen“, sagte Dolan später in einem Interview. „Man darf den Eigentümer nicht stalken und dann so konfrontieren. Ich glaube nicht, dass wir den noch einmal reinlassen.“
Die Knicks beendeten die Saison 2018/19 mit 65 Niederlagen in 82 Spielen. Nach 20 Jahren als Eigentümer hatte Dolan nichts vorzuweisen. Erschien sein Gesicht auf den Videowänden des Madison Square Garden, buhten ihn die Fans aus.
Die Wende begann, als Dolan etwas tat, was ihm zuvor nie gelungen war: Er gab Verantwortung ab. 2020 verpflichtete er Leon Rose als Präsidenten der Basketballabteilung – einen Mann, den außerhalb der NBA kaum jemand kannte.
Anders als Isiah Thomas oder Phil Jackson war Rose keine Basketballlegende. Er hatte sich als Spielerberater einen Namen gemacht. Dolan vertraute ihm die sportliche Führung der Knicks an und hielt sich anders als zuvor auffallend zurück.
Rose suchte nicht nach dem nächsten Superstar. Seine wichtigste Verpflichtung wurde 2022 Jalen Brunson. Die Dallas Mavericks hatten den Spielmacher vier Jahre zuvor erst an 33. Stelle im NBA-Draft ausgewählt. Brunson stand im Schatten von Superstar Luka Dončić. In New York wurde er zum Gesicht einer neuen Ära.
Seit dem Titelgewinn gilt Brunsons Verpflichtung als beste Personalentscheidung der Klubgeschichte. Erst machte er die Knicks zu einem Titelanwärter. Dann begeisterte er die Fans mit einer ungewöhnlichen Geste im Profisport: Genügsamkeit.
2024 verzichtete Brunson auf 113 Millionen Dollar. Der Spielmacher verlängerte seinen Vertrag vorzeitig für 156 Millionen Dollar. Ein Jahr später hätte er wegen steigender TV-Einnahmen der Liga einen Vertrag über 269 Millionen Dollar unterschreiben können. In der NBA sind die Gehaltssummen der Klubs streng reguliert. Brunsons Zugeständnis verschaffte den Knicks entscheidenden Spielraum beim Aufbau eines Meisterteams.
Mit dem Sieg in den NBA-Finals ging die Rechnung für beide Seiten auf. Brunson besitzt in New York nun Legendenstatus. Dolans Klub ist nicht nur etwa zehn Milliarden Dollar wert – 25 Mal so viel wie bei seinem Amtsantritt. Nun gehört ihm auch die Trophäe, die ihm seit 1999 verwehrt geblieben war.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Knicks werden in den nächsten drei Jahren erneut die NBA-Finals erreichen.
Likely · Within years
Jalen Brunson wird zum Gesicht einer neuen Knicks-Dynastie.
Very likely · Within years
Open Questions
- Wie wird sich der Erfolg auf die zukünftige Kaderplanung auswirken?
- Wird James Dolan weiterhin auf externe Sportexperten setzen?





