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Norwegisches Königshaus unter Druck: Vergewaltigungsvorwürfe, Drogen und Epstein-Affäre
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Die Zeit6/14/2026World4 min readGermany

Norwegisches Königshaus unter Druck: Vergewaltigungsvorwürfe, Drogen und Epstein-Affäre

Quick Look

  • Der norwegische Thronfolger Marius Borg Høiby steht wegen Vergewaltigungsvorwürfen vor Gericht.
  • Gleichzeitig belastet die Epstein-Affäre Kronprinzessin Mette-Marit.
  • Die Zustimmungswerte für das Königshaus sind gesunken, doch Experten sehen die Monarchie nicht gefährdet.

AI-generated summary

Why It Matters

Der norwegische Thronfolger Marius Borg Høiby steht wegen Vergewaltigungsvorwürfen vor Gericht. Gleichzeitig belastet die Epstein-Affäre Kronprinzessin Mette-Marit. Die Zustimmungswerte für das Königshaus sind gesunken.

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Die Vergewaltigungsvorwürfe stritt Høiby vor Gericht ab. Der Sex mit den Frauen sei einvernehmlich gewesen. Die Aussagen der mutmaßlichen Opfer widersprechen dem. Eine Frau sagte aus, dass Høiby nach mehrmaligem einvernehmlichem Sex in sie eingedrungen sei, als sie geschlafen hatte. »Ich erinnere mich, wie ich aufgewacht bin und einen kleinen Schock bekommen habe«, sagte sie vor Gericht. Danach sei sie »wie gelähmt« gewesen.

Eine andere Frau soll Høiby während einer Party in Schloss Skaugum, der Residenz des Kronprinzenpaars, missbraucht haben. Während sie schlief, soll er mit einem Finger in sie eingedrungen sein. Die Frau sagte vor Gericht aus, dass die beiden zuvor kurz Sex auf einer Toilette gehabt hätten. Danach könne sie sich an nichts mehr erinnern. Sie äußerte den Verdacht, dass sie eventuell Drogen eingeflößt bekommen haben könnte.

Andere Vorwürfe räumte Høiby teilweise ein. Er gab etwa schon vor Prozessbeginn zu, unter Alkohol- und Kokaineinfluss gegenüber seiner damaligen Freundin gewalttätig geworden zu sein und Dinge in ihrer Wohnung zerstört zu haben. Vor Gericht sagte er, dass er darunter leide, hauptsächlich als Sohn seiner Mutter bekannt zu sein. »Deshalb hatte ich ein extrem hohes Bedürfnis nach Anerkennung. Mein ganzes Leben lang. Und das hat sich in viel Sex, viel Drogen und viel Alkohol niedergeschlagen.«

Nicht nur der Prozess gegen Marius Borg Høiby erschüttert derzeit das norwegische Königshaus. Durch die Veröffentlichung der Epstein-Files kam heraus, dass Kronprinzessin Mette-Marit mit Jeffrey Epstein befreundet war. Sie habe nicht gewusst, dass dieser ein Sexualverbrecher war, sagte die Prinzessin in einem Interview, sie habe sich »manipulieren und täuschen« lassen.

Vergewaltigungsprozess, Drogen, Epstein-Freundschaft – das geht nicht spurlos vorbei am norwegischen Königshaus. Im Februar 2026 fiel die Zustimmung für das Königshaus in einer Umfrage des öffentlich-rechtlichen Rundfunks NRK auf ein Rekordtief von 60 Prozent. Im September 2025 hatte sie noch 73 Prozent betragen. Mittlerweile haben sich die Werte wieder leicht erholt, auf 64 Prozent Zustimmung im Mai.

Kurz vor der Abschaffung steht die Monarchie in Norwegen allerdings offenbar nicht. Erst im Februar wurde im Parlament ein Antrag, die Staatsform in eine Republik zu ändern, mit deutlicher Mehrheit abgelehnt. Von 169 Abgeordneten stimmten nur 26 dafür, 141 dagegen.

Trotz der schwankenden Beliebtheitswerte glaubt Ole-Jørgen Schulsrud-Hansen nicht daran, dass die Monarchie in Norwegen gefährdet ist. Der 28-jährige Historiker arbeitet für den norwegischen Sender TV2 als Königshauskommentator und hat ein Buch über die norwegischen Kronprinzen geschrieben. »Norweger neigen zu einem schlechten Gedächtnis, wenn es um die Königsfamilie geht. Wir vergessen das Negative und konzentrieren uns auf das Positive«, sagt er der ZEIT.

Es sei der Königsfamilie gelungen, Høibys Verfehlungen als die einer Privatperson darzustellen, nicht als die eines Mitglieds der Königsfamilie. »Ich war überrascht, dass auch die Medien in der Berichterstattung zum Prozess die Monarchie kaum thematisiert haben«, sagt Schulsrud-Hansen. Im Privaten würde die Familie trotzdem weiter zu Høiby stehen, auch Kronprinz Haakon.

Høiby sei als Kind so etwas wie »das Symbol der modernen Monarchie« in Norwegen gewesen, sagt Schulsrud-Hansen, als Kronprinz Haakon in Mette-Marit eine alleinerziehende Mutter heiratete und »der blonde, blauäugige Herzenschmelzer« Høiby Teil der royalen Familie wurde. Mit der Geburt von Prinzessin Ingrid Alexandra im Jahr 2004 sei Høiby allerdings etwas aus dem Fokus der Öffentlichkeit geraden, weil diese im Gegensatz zu ihm Teil der Thronfolge ist.

Von Kronprinz Haakon perle negative Berichterstattung rund um seine Familie ab »wie Wasser von einer Gans«, sagt der Experte. Haakon sei weiterhin äußerst beliebt, obwohl er zugegeben habe, von den Verbindungen Mette-Marits zu Jeffrey Epstein gewusst zu haben. Der 52-jährige Kronprinz wird die Nachfolge seines Vaters Harald V. als König antreten, der bereits 89 Jahre alt ist.

Auch Mette-Marit sei es gelungen, ihr öffentliches Bild schnell wieder aufzubessern. »Trotz ihres Gesundheitszustandes hat sie viele repräsentative Aufgaben übernommen, das dürfte geholfen haben.« Seit der akuten Verschlechterung ihres Zustandes sei das Mitleid in der Öffentlichkeit groß. Sie leidet an der unheilbaren Krankheit Lungenfibrose. Kürzlich wurde bekannt, dass sie wegen ihres stark verschlechterten Zustandes auf die Warteliste für eine Lungentransplantation gekommen ist.

Mit Material der Nachrichtenagenturen Reuters und dpa

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Die Zustimmungswerte für das Königshaus werden sich weiter erholen.

    Possible · Within months

Open Questions

  • Wie wird sich der Prozess auf die Zukunft des Königshauses auswirken?
  • Wird die Monarchie in Norwegen weiterhin an Popularität verlieren?

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This article was originally published by Die Zeit.

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