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Ölpreis steigt nach Angriffen im Roten Meer auf über 100 Dollar
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Die Zeit1 hour agoBusiness2 min readGermany

Ölpreis steigt nach Angriffen im Roten Meer auf über 100 Dollar

Die Huthi-Miliz beschoss Öltanker, während die USA Ziele im Iran angriffen und Kasachstan die Ölförderung drosselte.

Quick Look

  • Nach Angriffen der Huthi-Miliz auf Öltanker im Roten Meer und erneuten US-Angriffen im Iran ist der Ölpreis für Brent kurzzeitig auf über 100 Dollar pro Barrel gestiegen.
  • Parallel dazu drosselt Kasachstan seine Ölförderung aufgrund von Sicherheitsbedenken nach ukrainischen Drohnenangriffen in Russland.

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Why It Matters

Der Ölpreis ist infolge von Angriffen auf Schiffe im Roten Meer durch die Huthi-Miliz und erneuten US-Angriffen im Iran gestiegen, während Kasachstan seine Ölförderung aufgrund von ukrainischen Drohnenangriffen in Russland drosselt.

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Der Ölpreis ist infolge der Angriffe auf Schiffe im Roten Meer auf 100 Dollar pro Barrel gestiegen. Der Preis für die Nordsee-Referenzsorte Brent stieg seit Handelsbeginn um sechs Prozent und überschritt damit kurzzeitig die symbolische Schwelle von 100 Dollar. Die US-Referenzsorte WTI legte um fünf Prozent zu und notierte bei gut 91 Dollar.

Die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz hatte zuvor nach eigenen Angaben zwei saudi-arabische Öltanker im Roten Meer beschossen – wenige Tage, nachdem sie dort eine Seeblockade ausgerufen hatte. Aus Saudi-Arabien wurde bestätigt, ein Schiff sei getroffen worden und ein Feuer an Bord ausgebrochen.

Damit entwickelt sich im Zuge des Irankriegs offenbar eine weitere Front. Die für die Wirtschaft wichtige Straße von Hormus ist größtenteils von den USA und dem Iran lahmgelegt, was bereits seit Wochen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft hat. Nun droht sich die Krise auf das Rote Meer auszuweiten, welches etwa für Saudi-Arabien für den Öltransport eine Alternativroute zur Straße von Hormus darstellt.

Erneute US-Angriffe

In der Nacht hatte das US-Militär erneut Ziele im Iran angegriffen. Angegriffen wurden nach US-Angaben Raketen- und Drohnenlager, Anlagen zur Küstenüberwachung sowie die Flugabwehr des Landes. Die Angriffe sollten künftige Attacken auf Handelsschiffe und zivile Seeleute verhindern, hieß es. Es war die zwölfte Nacht in Folge, in der die USA die Islamische Republik angriffen.

Wegen des Streits um die für den weltweiten Handel mit Energieträgern wie Öl und Flüssiggas wichtige Straße von Hormus eskaliert der Irankrieg seit Anfang des Monats wieder. US-Medien berichten seit Tagen über Indizien für eine mögliche Ausweitung der US-Angriffe, etwa über die Verlegung weiterer Kampfflugzeuge in die Region.

Das bisherige Jahreshoch hat der aktuelle Ölpreis noch nicht wieder erreicht: Dieses lag Ende April bei 126 Dollar. Damals hatte der Beginn des Irankriegs durch die USA und Israel den Preis stark nach oben getrieben.

Kasachstan drosselt Ölförderung

Nicht nur der Irankrieg wirkt sich auf die Ölförderung aus – auch der Krieg in der Ukraine hat nach wie vor Folgen für die Energiewirtschaft. Nach ukrainischen Drohnenanschlägen in Russland gab das ölreiche Kasachstan in Zentralasien bekannt, seine Ölfördermengen zu drosseln. Das Energieministerium in der Hauptstadt Astana begründete den Schritt mit der Sicherheitslage am Terminal des Kaspischen Pipeline-Konsortiums im russischen Schwarzmeer-Hafen Noworossijsk. Die Verladestelle für das über die Kaspische Pipeline transportierte Öl war zuletzt wiederholt das Ziel ukrainischer Drohnenangriffe.

Die Ukraine will mit den Drohnenangriffen den russischen Ölexport treffen, den Moskau zur Finanzierung seines Krieges gegen das Nachbarland nutzt. Das Land greift seit Monaten im ganzen Land auch Ölraffinerien und Lagerstätten an sowie Schiffe der sogenannten Schattenflotte.

Kasachstan hatte zuletzt seine Fördermengen wegen der angespannten Lage auf den Energiemärkten im Zuge des Krieges im Nahen Osten erhöht. Das auf die Einnahmen aus dem Export angewiesene Land musste aber schon im Mai einen Rückschlag hinnehmen, als Russland die Durchleitung von Öl durch die Druschba-Pipeline nach Deutschland wegen der ukrainischen Angriffe stoppte. Das machte etwa ein Fünftel der verarbeiteten Menge der Raffinerie PCK in Schwedt/Oder in Brandenburg aus.

Open Questions

  • Wie lange werden die Angriffe im Roten Meer andauern?
  • Wie werden die USA auf weitere Attacken reagieren?
  • Welche weiteren Auswirkungen hat die Drosselung Kasachstans?

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This article was originally published by Die Zeit.

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