Potsdam: Aktivisten planen Protest nach Räumung besetzten Hauses
Quick Look
- Nach der Räumung eines besetzten Hauses in Potsdam planen Aktivisten eine Protestdemonstration.
- Sie fordern die Rückgabe des Gebäudes und kritisieren die Stadtspitze für ihr Vorgehen.
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Why It Matters
Aktivisten besetzten ein leerstehendes Gebäude in Potsdam, um gegen kommunalen Leerstand und Wohnungsnot zu protestieren. Die Stadt ließ das Haus räumen, was zu einer Demonstration und weiteren Protestankündigungen führte.
Die Stadt Potsdam hat ein besetztes Haus räumen lassen, doch die Aktivisten wollen sich dagegen wehren. Sie kündigen den nächsten Protest gegen das Vorgehen der Stadtspitze an.
Am Dienstagabend planen sie eine Protestdemonstration von der Innenstadt bis zum ehemals besetzten Gebäude in der Tornowstraße. Die Gruppe fordert die Rückgabe des Hauses mindestens bis zu einem Abriss.
Am Freitag beendete die Stadt die eine Woche dauernde Besetzung einer ehemaligen Fahrradwerkstatt. Die Polizei verschaffte sich Zutritt und holte mehrere Aktivisten aus dem Haus in der Tornowstraße 40 auf der Halbinsel Hermannswerder im Südwesten der Landeshauptstadt. Danach gab es am Abend in der Innenstadt bereits eine Demonstration - nach Schätzung der Polizei mit rund 160 Personen.
«Keine Millionärsvillen»
Die Hausbesetzer wollen sich gegen kommunalen Leerstand stemmen. Sie schrieben: «Die Menschen der Tornow40 und alle Bürger*innen der Stadt Potsdam, die keine Millionärsvillen in der Berliner Vorstadt besitzen, werden weiter machen». Die Hausbesetzung solle im Juni auch Thema im Stadtparlament werden.
Die Aktivisten dringen darauf, dass die Stadt die rechtlichen Möglichkeiten für eine Zwischennutzung des Hauses prüfe oder ein Ausweichquartier in einem anderen kommunalen Gebäude zur Verfügung gestellt werde. Auf dem ehemals besetzten Grundstück könnten als mögliche Option Wagen zum Wohnen aufgestellt werden, hieß es. Das Gebäude dort wurde gewerblich genutzt und steht seit 2023 leer.
Protestdemo zur Tornowstraße geplant
Die Protestdemonstration am Dienstag soll um 18.00 Uhr am Alten Markt im Zentrum Potsdams beginnen und bis zur Tornowstraße führen. Die Gruppe der Hausbesetzer fordert auch eine Entschuldigung und Erklärung der Stadt. Sie kritisierte, Oberbürgermeisterin Noosha Aubel (parteilos) habe sich mit Blick auf ihre Wohnungspolitik unglaubwürdig gemacht. Die Rathauschefin sagte in einem Video bei Instagram am Samstag nur kurz, sie werde über die Räumung in der nächsten Woche weiter informieren.
Fraktionen kritisieren Vorgehen der Stadtspitze
Die Linke in Potsdam kritisierte die Räumung - diese sei «unverhältnismäßig und unnötig» gewesen. Sie fordert die Stadtspitze auf, alle Entscheidungsgrundlagen offenzulegen. Die Stadtfraktion der Wählergruppe Die Andere schrieb in den sozialen Medien: «Diese Räumung erfolgt ohne erkennbare Notwendigkeit und setzt ein völlig falsches Zeichen in einer Zeit, in der die Wohnungsnot in Potsdam immer wieder eskaliert.»
Am Freitag hatte die Stadt unter anderem mitgeteilt, eine Umnutzung des Gebäudes zu Wohnzwecken sei nicht möglich. Zudem seien technische Anlagen nicht geprüft. «Hiervon geht eine Gefahr für die Bewohnenden sowie für die öffentliche Sicherheit und Ordnung aus», so die Stadt.
Angespannter Wohnungsmarkt
Oberbürgermeisterin Aubel hatte nach ihrer Wahl im Herbst 2025 als eines ihrer ersten Projekte angekündigt, sich für mehr Wohnraum und gegen steigende Mieten einzusetzen. Eine illegale Hausbesetzung bezeichnete die Politikerin aber als ungeeignetes Mittel.
Die Mietpreise in der Landeshauptstadt sind hoch, der Wohnungsmarkt ist angespannt. Bekannt ist Potsdam auch für seine Villenviertel in Seenähe, die bei Prominenten und Unternehmern beliebt sind.
Auf dem Areal in der Tornowstraße, wo mehrere kommunale Gebäude leer stehen, sollen nach dem Plan der Stadt neue Wohnungen entstehen. Das geräumte Grundstück wird inzwischen bewacht, um eine erneute Besetzung zu verhindern.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Aktivisten werden eine Protestdemonstration am 21. Mai durchführen.
Very likely · Within days
Die Hausbesetzung wird im Juni im Stadtparlament diskutiert.
Very likely · Within months
Die Stadt wird rechtliche Möglichkeiten für eine Zwischennutzung prüfen.
Possible · Within weeks
Open Questions
- Welche rechtlichen Möglichkeiten für eine Zwischennutzung wird die Stadt prüfen?
- Wird die Stadt eine Entschuldigung und Erklärung für ihr Vorgehen abgeben?
- Wird die Hausbesetzung im Juni im Stadtparlament zu konkreten Beschlüssen führen?
- Wie wird die Stadtspitze auf die Kritik der Fraktionen Die Linke und Die Andere reagieren?




