Radprofis kritisieren nächtliche Dopingkontrollen nach Vingegaard-Sturz
Quick Look
- Nach dem Sturz-Aus von Jonas Vingegaard bei der Tour de France kritisieren Radprofis wie Remco Evenepoel und Tadej Pogačar nächtliche Dopingkontrollen als „unmenschlich“ und „respektlos“.
- Vingegaard, der vor seinem Sturz um 2 Uhr nachts kontrolliert wurde, brach sich das Schlüsselbein.
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Why It Matters
Radprofis kritisieren nächtliche Dopingkontrollen als unmenschlich und respektlos, nachdem Mitfavorit Jonas Vingegaard bei der Tour de France nach einer solchen Kontrolle stürzte und das Rennen aufgeben musste.
Nach dem Sturz-Aus von Mitfavorit Jonas Vingegaard auf einer der schwersten Bergetappen der Tour de France kritisieren viele Radprofis nächtliche Dopingkontrollen. »Es ist ziemlich respektlos, die Fahrer mitten in der Nacht zu wecken. Kontrollen um 2 und 5 Uhr morgens sind etwas, das wir als Fahrer eigentlich nicht hinnehmen können«, sagte Etappensieger Remco Evenepoel. »Es ist schlicht unmenschlich, uns mitten in der Nacht aus dem Schlaf zu reißen.« Evenepoel bezeichnete die Vorgänge als »Schande«.
Vingegaard, der vor der 15. Etappe Gesamtzweiter war, kam gut 22 Kilometer vor dem Ziel in einem Kreisverkehr zu Fall und musste danach das Rennen aufgeben. Er zog sich einen Schlüsselbeinbruch zu. Vor der Etappe wurde Vingegaard um 2 Uhr nachts kontrolliert.
»Nach einer Nacht, bei der der Schlaf ruiniert wird, liegt es vielleicht daran. Seine Tour ist ruiniert. Es ist wirklich traurig«, sagte sein großer Konkurrent Tadej Pogačar, der selbst um 5 Uhr für eine Dopingkontrolle aufstehen musste.
Radprofis dürfen nur zwischen 23 und 6 Uhr kontrolliert werden, wenn sie dem Zeitraum zugestimmt haben. »Es sei denn, die UCI hat einen schwerwiegenden und konkreten Verdacht, dass der Fahrer Doping betreibt«, heißt es in einem Zusatz zu Artikel 5.2.2 der UCI-Anti-Doping-Regeln , der festlegt, dass Radprofis zu jeder Zeit an jedem Ort getestet werden. Als triftiger Grund für ein Verdachtsmoment reicht demnach aber auch schon eine außergewöhnliche sportliche Leistung.
Von 1998 bis 2009 häuften sich Dopingskandale im Radsport. Auch durch die zuletzt starken Leistungen von Spitzenfahrern wie Pogačar begleiten Zweifel die Sportart. Von den aktuellen Fahrern wurde aber niemand positiv getestet.
Visma-Teamchef Richard Plugge sagte zwar, dass Dopingkontrollen notwendig seien, kritisierte jedoch den »denkbar schlechten Zeitpunkt«.
Vingegaards Teamkollege Matteo Jorgenson sah gar einen »völligen Mangel an Respekt gegenüber den Fahrern.«
Vingegaard selbst äußerte sich zurückhaltender über die nächtliche Dopingkontrolle. »Man kann wohl sagen, dass es sicher nicht förderlich war. Ob das der Grund für den Unfall ist, darüber wage ich nicht zu spekulieren. Es mag durchaus eine Rolle gespielt haben«, sagte er dem dänischen Sender TV2 nach dem Rennen.
Vingegaard erklärte zudem, wie es aus seiner Sicht zu dem Unfall kommen konnte. »Vielleicht sind wir etwas zu schnell in diesen Kreisverkehr gefahren, und dann ist mir einfach das Vorderrad weggerutscht. Da kann man nichts machen«, sagte er. »Es bringt nichts, den Kopf hängenzulassen. Das macht alles nur noch schlimmer.«
Das Visma-Team hatte zuvor die Linie des begleitenden Motorrads kritisiert. »Wir sind dem Motorrad gefolgt, und das hat einen Fahrfehler gemacht. Drei oder vier von uns kommen durch, aber danach keiner mehr«, sagte Fahrer Bruno Armirail. Das Motorrad habe das Feld ein wenig in die Irre geleitet, als es den Fahrbahnteiler umfahren habe. »Das war ohne Frage nicht die Ideallinie«, so Teamkollege Jorgenson. Visma-Sportdirektor Marc Reef wiederum sagte, dass das Motorrad vor den Fahrern unerwartet hätte abbremsen müssen.
Open Questions
- Wird die UCI ihre Regeln für nächtliche Kontrollen anpassen?
- Welche Rolle spielte das Motorrad genau beim Sturz?
- Wie schnell war Vingegaard im Kreisverkehr?







