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Renk stellt ersten eigenen unbemannten Panzer vor
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Handelsblatt6/15/2026Defense3 min readGermany

Renk stellt ersten eigenen unbemannten Panzer vor

Quick Look

  • Der Panzer-Getriebespezialist Renk hat auf der Rüstungsmesse Eurosatory in Paris seinen ersten eigenen unbemannten Panzer (UGV) präsentiert.
  • Entwickelt wurde das kettenbasierte Fahrzeug gemeinsam mit dem finnischen Unternehmen Patria und soll 2027 serienreif sein.

AI-generated summary

Why It Matters

Renk, ein Hauptlieferant von Panzergetrieben, erweitert sein Portfolio um unbemannte Systeme. Die Entwicklung spiegelt die zunehmende Bedeutung von Drohnen und autonomen Fahrzeugen in modernen Konflikten wider, wie der Krieg in der Ukraine zeigt.

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Paris. Der Panzer-Getriebespezialist Renk erweitert sein Geschäft. Auf der Pariser Rüstungsmesse Eurosatory hat das MDax-Unternehmen am Montag den ersten eigenen unbemannten Panzer vorgestellt. Entwickelt hat Renk das sogenannte UGV (Unmanned Ground Vehicle) gemeinsam mit dem finnischen Rüstungsunternehmen Patria.

Renk zählt zu den Hauptlieferanten von Getrieben für Panzer aller Art. Anfang Juni hat das Unternehmen das viertausendste Getriebe für den Kampfpanzer Leopard 2 am Hauptfertigungsstandort in Augsburg gebaut.

Seit rund zwei Jahren ist Renk börsennotiert. Die Aktie ist seitdem um rund 115 Prozent gestiegen und wurde vergangenes Jahr in den MDax aufgenommen. Im ersten Quartal 2026 hat das Unternehmen aus Augsburg einen Rekordauftragsbestand in Höhe von 6,9 Milliarden Euro erreicht.

Das in Paris vorgestellte kettenbasierte UGV baut auf einer Plattform von Patria auf. Renk liefert das Getriebe sowie die Drive-by-Wire-Architektur, bei der Lenkbewegungen per Funk statt über Kabel übertragen werden.

Das Getriebe vereint dabei Lenk-, Brems- und Antriebsfunktionen in einer digital gesteuerten Antriebsstrangarchitektur. Es wurde Renk zufolge in weniger als zwei Jahren nach militärischen Standards entwickelt und validiert. „Die Zukunft der Landoperationen wird von digital vernetzten und skalierbaren Fahrzeugarchitekturen abhängen“, sagt Renk-Chef Alexander Sagel. „Gemeinsam mit Patria zeigen wir, wie europäische Verteidigungskooperation Innovationen schnell in skalierbare und zukunftsfähige Lösungen für unbemannte Landsysteme überführen kann.“

Im Krieg in der Ukraine spielen unbemannte Systeme eine immer größere Rolle. Dominiert wird diese Entwicklung aktuell von Drohnen zur Bekämpfung und Überwachung von feindlichen Zielen. Unbemannte Panzer gewinnen allerdings an Bedeutung. In der Ukraine kommen diese Panzer bei der Bergung verletzter Soldaten in umkämpften Gebieten oder bei der Räumung verminter Regionen zum Einsatz.

Die Bundeswehr plant künftig mit einem verstärkten Einsatz solcher UGVs. So sind die Erkenntnisse aus der Ukraine in die Strategie „Campaign Plan 2035+“ eingeflossen. Demnach geht die Bundeswehr davon aus, dass – ähnlich wie derzeit in der Ukraine – in künftigen Kriegen und Konflikten sogenannte „Killzones“ entstehen. Das sind kilometerlange Korridore, in denen unbemannte Systeme, etwa Drohnen, Bewegungen dauerhaft überwachen und eine permanente Gefahr darstellen. In diesen kritischen Räumen will auch die Bundeswehr künftig verstärkt unbemannte Systeme einsetzen.

Der gemeinsam mit Patria entwickelte UGV soll 2027 serienreif sein. Neben Renk arbeiten in Deutschland auch traditionelle Rüstungskonzerne wie etwa Rheinmetall und KNDS sowie das Start-up Arx Robotics an unbemannten Klein-Panzern. UGVs von Arx Robotics kommen bereits in der Ukraine zum Einsatz.

Renk arbeitet bei UGVs auch mit Arx Robotics zusammen. Im Juli 2025 haben beide Unternehmen eine Kooperation vereinbart, in der Renk die mechanische Kompetenz sowie die industriellen Kapazitäten und Arx Robotic Softwarekompetenzen einbringe.

Mit Patria hat sich Renk nun zusätzlich mit einem Partner verbündet, der bereits einen Großauftrag der Bundeswehr erhalten hat. Das finnische Rüstungsunternehmen konnte sich gegen den deutlich größeren Konkurrenten und Hauptlieferanten der Bundeswehr, Rheinmetall, beim Rad-Transportpanzer durchsetzen. Die derzeitige Fuchs-1-Flotte der Bundeswehr wird nicht durch den Fuchs 2 von Rheinmetall ersetzt, sondern durch den Patria 6x6, den auch zahlreiche weitere Länder in Europa einsetzen werden, etwa Lettland, Litauen, Dänemark und Norwegen.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Das Renk UGV wird 2027 serienreif sein und in die Flotten europäischer Armeen integriert.

    Likely · Within years

Open Questions

  • Wie wird sich die Konkurrenz im UGV-Markt entwickeln?
  • Welche weiteren Einsatzszenarien sind für die Renk-UGVs geplant?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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