Rocket Lab will mit Milliardenübernahme Konkurrenz für SpaceX werden
Quick Look
- Rocket Lab plant die Übernahme von Iridium Communications für 8 Milliarden Dollar, um im Markt für Satellitentelefonie mit SpaceX zu konkurrieren.
- Das Unternehmen entwickelt zudem eine größere Rakete namens Neutron.
AI-generated summary
Why It Matters
Rocket Lab plant die Übernahme von Iridium Communications für 8 Milliarden Dollar, um seine Position im Satellitenkommunikationsmarkt zu stärken und mit SpaceX zu konkurrieren. Das Unternehmen entwickelt auch eine neue Rakete.
Jetzt will Rocket Lab zur ernsthaften Konkurrenz für Elon Musks Raumfahrtfirma Space-X werden.
Das Unternehmen des Neuseeländers Peter Beck entwickelt gerade nicht nur eine größere Rakete namens Neutron für Lasten bis zu 13 Tonnen, sondern hat zudem vor, für acht Milliarden Dollar die US-Satellitenfirma Iridium Communications zu übernehmen.
Da hat auch der Kauf der Münchner Firma Mynaric eine gewisse Logik, denn das ursprünglich deutsche Start-up baut Laserterminals für Satelliten. Das Bundeswirtschaftsministerium hatte die Übernahme erst im März genehmigt.
Nun also Kommunikationssatelliten.
Das Iridium-System betreibt nach eigenen Angaben derzeit 66 Satelliten, die rund um den Globus verteilt sind. Zu den Kunden gehören Schiffsflotten, Luftfahrtindustrie, Regierungen, Schwerindustrie.
Iridium geht auf Konzepte des Mobiltelefonherstellers Motorola aus den Achtzigerjahren zurück, im Zentrum stehen Satellitendienste für Smartphones. Das System wechselte mehrmals den Besitzer, zwischenzeitlich betrieb es auch der Boeing-Konzern.
Mit der Iridium-Übernahme verschafft sich Rocket Lab nun auf dem umkämpften Markt der Direktdienste für Satellitentelefonie Zugang zu einem bestehenden Netz und damit eine gute Ausgangsposition.
Verbunden mit weltweiten Funkfrequenzen, um Mobiltelefone aus dem Weltraum sicher anbinden zu können.
Die Übernahme sei jedenfalls „der nächste logische Schritt für uns“, sagte Rocket-Lab-Chef Beck dem Branchenmagazin Space News.
„Man kann so viele Satelliten am Boden und so viele Raketen in den Hangars haben, wie man will, aber wenn man nicht über das Frequenzspektrum und die Landerechte verfügt, um letztlich die benötigten Dienste anbieten zu können, dann ist alles umsonst“, so zitiert die Nachrichtenagentur Bloomberg Peter Beck.
Direktverbindungen zum Smartphone könnten der nächste große Markt werden
Auch ein Teil des Starlink-Netzes von Space-X macht die direkte Kommunikation mit Smartphones möglich – unter dem Namen „Starlink Mobile“.
Space-X hatte dafür im Herbst 2025 für fast 20 Milliarden Dollar Funkfrequenzen des US-Satellitenbetreibers Echostar erworben.
Und auch der Amazon-Konzern, der gerade sein Breitbandsatellitennetz Amazon Leo aufbaut, hat im April angekündigt, für 11,6 Milliarden Dollar den US-Anbieter Globalstar zu kaufen.
Bei dieser Übernahme geht es ebenfalls um Direktverbindungen von Satelliten zum Smartphone.
Weiterer Mitbewerber auf dem boomenden Markt ist AST Space Mobile aus Texas.
„Die Botschaft dieser Übernahme ist, dass wir in Europa nicht nur auf die Raketen schauen sollten, sondern auf die Infrastruktur, die damit aufgebaut wird“, kommentiert der Münchner Raumfahrtinvestor Matthias Spott den Deal.
Die Übernahme zeige, „dass Direktverbindungen vom Satelliten zum Smartphone zum nächsten wichtigen Markt werden“.
Ein entsprechendes souveränes europäisches Angebot ist derzeit zum Beispiel beim Anbieter Eutelsat-Oneweb in Sicht.
Nach Angaben vom Februar prüft das Unternehmen Projekte, um Internetdienste von Satellit zum Smartphone anzubieten.
Auch die Luxemburger Satelliten-Firma OQ Technology testet gerade solche Dienste.
Rocket-Lab-Chef Beck will nun Satellitenproduktion, Start und Dienstleistungen noch mehr bündeln und damit neue Möglichkeiten schaffen.
Sein Unternehmen baut auch bereits Satelliten für Globalstar.
Mit der künftigen Rakete Neutron erreicht Rocket Lab zwar nicht die Kapazitäten der Falcon 9 von Space-X (23 Tonnen).
Sie soll aber zum Schlüssel für künftige Iridium-Pläne werden.
„Neutron wird sicherlich eine Rolle beim künftigen Wachstum der Konstellation spielen können“, sagte Beck laut Bloomberg.
Zumal Startkapazitäten „derzeit unglaublich knapp“ seien.
Und auch da hofft Beck, Elon Musk Marktanteile abluchsen zu können.
Um Iridium zu übernehmen, will Rocket Lab alle ausstehenden Stammaktien von Iridium für 54 Dollar pro Aktie erwerben und zahlt damit rund 25 Prozent Aufschlag zum letzten Kurs.
Die Transaktion soll Mitte kommenden Jahres abgeschlossen sein.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Rocket Lab wird seine Satellitenproduktion, Starts und Dienstleistungen stärker bündeln.
Likely · Medium term
Direktverbindungen vom Satelliten zum Smartphone werden zum nächsten wichtigen Markt.
Very likely · Medium term
Open Questions
- Wie wird SpaceX auf diese Konkurrenz reagieren?
- Können europäische Anbieter wie Eutelsat-Oneweb erfolgreich aufholen?





