
Angst vor staatlicher Beschlagnahmung zur Kriegsfinanzierung führt zu Liquiditätsproblemen bei russischen Banken.
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Die russische Wirtschaft steht unter dem Druck der Kriegsfinanzierung und internationaler Sanktionen. Die Zentralbankdaten spiegeln eine wachsende Unsicherheit bei privaten und unternehmerischen Einlegern wider.
Düsseldorf. Russische Bürger und Unternehmen heben Milliarden von ihren Bankkonten ab – aus Angst, der Kreml könnte Einlagen zur Kriegsfinanzierung beschlagnahmen. Darüber berichtet die „Washington Post“ (WP) unter Berufung auf Daten der russischen Zentralbank und hochrangige Finanzbeamte.
Allein in den ersten beiden Augustwochen wurden demnach 286,4 Milliarden Rubel abgehoben, im Juli rund 630 Milliarden Rubel, im Juni mehr als 390 Milliarden Rubel. Nach Angaben der Washington Post könnten die diesjährigen Gesamtabflüsse die des ersten Invasionsjahres 2022 – damals umgerechnet 24,7 Milliarden Dollar – erstmals übertreffen.
Die Abhebungen verursachen dem Bericht zufolge Liquiditätsprobleme bei den Banken und untergraben die Fähigkeit des Kremls, Staatsanleihen zur Kriegsfinanzierung auszugeben. Das Finanzministerium sei bereits gezwungen gewesen, geplante Emissionen abzusagen. Im Anleihemarkt seien die Zinsen für zehnjährige Staatspapiere auf 17 Prozent gestiegen.
„Drohnen fliegen. Dinge brennen nieder. Die Nervosität wächst. Und die Alltagsweisheit der Menschen greift, dass sie Bargeld unterm Kopfkissen haben müssen und nicht irgendwo in Banken, wo es vielleicht nie zurückkommt“, sagte der WP ein früherer hochrangiger russischer Finanzbeamter. Der Bericht nennt keinen Namen. „Für manche Banken ist das wirklich ein Problem. Sie haben nicht damit gerechnet und das gesamte Geld anderweitig investiert – und doch kommen die Leute und heben eine halbe Billion Rubel im Monat ab.“

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