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Die Welt6/2/2026World2 min readGermany

Russland verliert erneut ukrainisches Territorium

Quick Look

  • Russland verzeichnet im Mai 2026 Nettogebietsverluste in der Ukraine von 281 km², nach 116 km² im April.
  • Laut ISW sind die nachlassenden russischen Fortschritte auf strategische Veränderungen auf dem Schlachtfeld zurückzuführen, nicht auf saisonale Wetterbedingungen.

AI-generated summary

Why It Matters

Russland verzeichnet zum zweiten Mal in Folge Gebietsverluste in der Ukraine. Laut dem Institute for the Study of War (ISW) verlor die russische Armee im Mai rund 281 Quadratkilometer ukrainischen Territoriums. Dies folgt auf Nettogebietsverluste im April und eine Verlangsamung des russischen Vormarsches seit Ende 2025.

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Zum zweiten Mal in Folge verzeichnet Russland in der Ukraine Gebietsverluste. Wie das Institute für the Study of War (ISW) aus den USA berichtet, verlor die russische Armee im Mai unter dem Strich die Kontrolle über rund 281 Quadratkilometer ukrainischen Territoriums. Demnach erzielte die ukrainische Armee vor allem in der östlichen Region Donezk und in der Region Saporischschja im Süden des Landes Erfolge.

Der Vormarsch der russischen Armee hatte sich der Analyse zufolge bereits in den Monaten zuvor erheblich verlangsamt: Im Dezember 2025 hatte Russland noch 519 Quadratkilometer in der Ukraine eingenommen, im März waren es nur noch 23 Quadratkilometer. Im April verzeichneten die russischen Truppen dann erstmals seit fast drei Jahren Netto-Gebietsverluste und büßten unter dem Strich die Kontrolle über 116 Quadratkilometer ukrainischen Territoriums ein.

Wie die Militärspezialisten weiterschreiben, geht ein Teil der Gewinne auf Territorien zurück, die Russland zwar mit einzelnen Soldaten infiltriert hatte, aber nicht halten konnte. Vor allem im Gebiet Prokrovsk habe die ukrainische Armee Fortschritte erzielt. Dass die russische Armee mit motorisierten Fahrzeugen aufgrund der saisonalen Schneeschmelze – genannt Rasputitsa – in Schwierigkeiten gekommen ist, halten die Beobachter für unwahrscheinlich. Im Mai 2025 sei es Russland gelungen, 515 Quadratkilometer einzunehmen.

„Russlands nachlassende Fortschritte scheinen nicht mit den saisonalen Wetterveränderungen zusammenzuhängen, die traditionell das Vorrücken erschweren, sondern sind wahrscheinlich das Ergebnis weitreichenderer Veränderungen auf dem Schlachtfeld im Jahr 2026“, heißt es in der Analyse.

Zur Wahrheit gehört aber auch: Der Weg für Kiew, sämtliche von Russland kontrollierten Gebiete zurückzuerobern, ist noch weit: Die Gebietsgewinne im April und im Mai machen nur etwa 0,4 Prozent des gesamten von Russland kontrollierten Gebiets in der Ukraine aus. Insgesamt verschiebt sich die Front nur langsam. In der sogenannten „Kill Zone“ – ein bis zu 30 Kilometer tiefes Gebiet auf beiden Seiten der Front, in dem Soldaten dauerhaft tödlicher Gefahr ausgesetzt sind – sind kaum größere Vorstöße möglich.

Insgesamt hält Russland den ISW-Daten zufolge weiterhin etwas mehr als 19 Prozent des ukrainischen Staatsgebiets besetzt. Darunter sind die bereits 2014 annektierte Halbinsel Krim und Gegenden in den Regionen Donezk und Luhansk, die bereits vor der Vollinvasion im Jahr 2022 von prorussischen Separatisten kontrolliert wurden. Den Großteil des restlichen Gebiets hatte Russland in den ersten Wochen nach Beginn des Kriegs im Februar 2022 erobert.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Russlands militärische Fortschritte werden weiterhin durch strategische Herausforderungen auf dem Schlachtfeld begrenzt sein.

    Likely · Medium term

  • Die Frontlinie in der Ukraine wird sich weiterhin langsam verschieben, mit begrenzten größeren Vorstößen in der 'Kill Zone'.

    Likely · Medium term

Open Questions

  • Welche spezifischen strategischen Veränderungen auf dem Schlachtfeld führen zu den nachlassenden russischen Fortschritten?
  • Wie wird sich die Wetterlage in den kommenden Monaten auf die militärischen Operationen auswirken?
  • Welche Rolle spielen westliche Waffenlieferungen und Unterstützung für die ukrainischen Geländegewinne?
  • Wie wird sich die russische Strategie angesichts dieser Rückschläge weiterentwickeln?

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This article was originally published by Die Welt.

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