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Russland will wegen Engpässen Treibstoff importieren
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Süddeutsche Zeitung6/30/2026World6 min readGermany

Russland will wegen Engpässen Treibstoff importieren

Angesichts von Versorgungsengpässen verhandelt Moskau mit anderen Ländern über den Import von Treibstoff; Putin betont, dass Lieferungen zu akzeptablen Preisen erfolgen sollen

Quick Look

  • Angesichts von Engpässen bei der Treibstoffversorgung verhandelt Russland mit anderen Ländern über Importe.
  • Gleichzeitig eskalieren russische Angriffe in der Ukraine, während Präsident Putin an der Front und bei diplomatischen Kontakten beteiligt bleibt.
  • Die EU zahlt der Ukraine weitere Mittel für Drohnenbeschaffung aus.

AI-generated summary

Why It Matters

Der Treibstoffmangel in Russland begann nach den Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur und ist seit Jahren Thema, dessen Auswirkungen sich landesweit zeigen. Die Krim-Annektion 2014 wird als Ausgangspunkt des Engpasses genannt.

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Angesichts von Engpässen im Zuge ukrainischer Angriffe verhandelt Russland mit anderen Ländern über den Import von Treibstoff. Dies werde aber nur zu akzeptablen Preisen geschehen, teilt Kremlsprecher Dmitrij Peskow mit. Welche Staaten als Lieferanten infrage kommen, wollte er nicht sagen.

Die Ukraine hat ihre Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur in den vergangenen Monaten verstärkt. Dies führte in Russland, dem drittgrößten Ölproduzenten der Welt, zu weitreichenden Treibstoffengpässen und Preisanstiegen.

Die Treibstoffkrise, die auf der 2014 von Russland annektierten Krim ihren Anfang nahm, hat inzwischen fast sämtliche Regionen des Landes erfasst. Lange Schlangen bilden sich an den Tankstellen, die noch Benzin verkaufen. Auf der Krim geben die Tankstellen derweil Treibstoff gar nicht mehr an Privatpersonen ab.

Auch der russische Präsident Wladimir Putin räumte zuletzt Treibstoffprobleme ein. „An den Tankstellen gibt es Warteschlangen, die benötigten Benzinsorten sind nicht immer vorrätig“, sagte Putin vor zwei Tagen. Er bestätigte auch, dass über ein Exportverbot für Diesel-Treibstoff nachgedacht werde. Russland habe inzwischen begonnen, seine Benzinreserven anzuzapfen, so Putin.

Tote durch russische Gleitbombenangriffe auf Saporischschja

In der südostukrainischen Großstadt Saporischschja sind mindestens zwei Menschen bei russischen Gleitbombenangriffen getötet worden. 15 weitere Zivilisten seien verletzt worden, teilte der Militärgouverneur des Gebiets Saporischschja, Iwan Fedorow, bei Telegram mit. Insgesamt seien sieben derartige Bomben auf die Industriestadt abgeworfen worden. Den Angaben nach wurde dabei auch das Gebäude eines Kindergartens stark beschädigt.

Die russisch-ukrainische Frontlinie verläuft rund 20 Kilometer südlich der Stadt. Gleitbomben werden von russischen Kampfflugzeugen aus großer Höhe und sicherer Entfernung zur ukrainischen Flugabwehr abgeworfen und gleiten dann mit Hilfe von Satellitennavigation ins Ziel.

EU zahlt Ukraine Milliarden für Drohnenbeschaffung aus

Die Ukraine erhält das erste Geld für die Drohnenbeschaffung aus dem 90 Milliarden Euro schweren Unterstützungsdarlehen der EU. Die Europäische Kommission beginne heute mit der Auszahlung von 3,9 Milliarden Euro, wie sie mitteilte. In einer ersten Tranche sollen insgesamt sechs Milliarden Euro für Drohnen nach Kiew fließen. Der Einsatz von Drohnen sei eine Schlüsselfähigkeit, die es der Ukraine ermögliche, dem Angriffskrieg Russlands standzuhalten.

Weitere Zahlungen sollen in den kommenden Tagen erfolgen. Das Geld soll die Beschaffung von Drohnen abdecken und sich gleichzeitig auf Munition, Flugkörper und Luftverteidigungssysteme erstrecken.

Vergangene Woche waren bereits rund drei Milliarden Euro Makrofinanzhilfen aus dem riesigen Unterstützungskredit an die Ukraine ausgezahlt worden. Von den neuen EU-Finanzhilfen in Höhe von 90 Milliarden Euro sind 60 Milliarden für verteidigungsrelevante Ausgaben vorgesehen.

Die EU hatte im April den Weg für den Unterstützungskredit freigemacht, nachdem der ehemalige ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán ihn zuvor monatelang blockiert hatte. Das Finanzierungskonzept sieht vor, das Geld für das Darlehen zu günstigen Konditionen am Kapitalmarkt aufzunehmen. Die Ukraine soll das Geld nur dann zurückzahlen müssen, wenn Russland nach einem Ende seines Angriffskriegs Entschädigungszahlungen für die entstandenen Schäden leistet.

Russland meldet massive Drohnenangriffe auf Region Moskau – Baby soll getötet worden sein

Russland hat am Morgen wieder massive Drohnenangriffe auf mehrere Landesteile gemeldet. Mit solchen Attacken – oft auf das russische Hinterland – trägt die Ukraine immer wieder den Krieg ins Land des Angreifers zurück. Besonders betroffen war an diesem Tag erneut die Region Moskau. Infolge eines Drohnenangriffs wurde dort nach russischen Behördenangaben ein sechs Monate altes Baby getötet. Eine Drohne habe ein Wohnhaus in der Stadt Jegorjewsk (etwa 100 Kilometer südöstlich der Hauptstadt) in Brand gesetzt, teilte der Gouverneur der Region Moskau, Andrej Worobjow, in sozialen Netzwerken mit. Das verletzte Kind sei auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben.

60 Drohnen seien über Orten rings um die Hauptstadt abgeschossen oder elektronisch ausgeschaltet worden, schrieb Worobjow. Er sprach auch von Schäden an einem Verwaltungsgebäude in Dubna, mehr als 100 Kilometer nordöstlich von Moskau. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij schrieb in sozialen Medien von einem Treffer auf das Zentrum für Weltraumkommunikation in Dubna. Die Anlage diene zur Aufklärung und Koordinierung russischer Besatzungstruppen in der Ukraine, schrieb er. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Kiew hatte das Zentrum in Dubna bereits in der vergangenen Woche attackiert. Die ukrainische Armee habe zudem zuletzt vier ähnliche russische Anlagen in den Regionen Moskau und Wladimir attackiert, erklärte Selenskij.

Nicht weit von Dubna entfernt, im benachbarten Gebiet Twer, wurde nach Behördenangaben eine Frau getötet. Drohnentrümmer seien in ein Wohnhaus gestürzt. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, landesweit seien in der Nacht zu Dienstag 419 ukrainische Drohnen abgefangen worden. Im Gebiet Belgorod, das direkt an die Ukraine grenzt, kam nach örtlichen Angaben bei einem Drohnenangriff ein Mann ums Leben, vier Personen wurden verletzt.

Über der Ukraine wurden nach Angaben der Luftwaffe in Kiew in der Nacht 138 von 154 angreifenden russischen Drohnen abgewehrt.

Ukraine: Frau stirbt nach russischem Gleitbombenangriff in Charkiw

In der Großstadt Charkiw ist nach ukrainischen Angaben eine 23-jährige Frau durch einen russischen Gleitbombenangriff getötet worden. Weitere zwölf Menschen seien verletzt worden, teilte der Gouverneur des Gebiets Charkiw, Oleh Synjehubow, auf Telegram mit. Eine der Verletzten sei in „sehr schwerem Zustand“ in ein Krankenhaus gebracht worden.

Die Bombe sei zentrumsnah eingeschlagen. Es habe starke Schäden an Geschäftsgebäuden, Unternehmen und anderer Infrastruktur gegeben. Charkiw ist nur etwas mehr als 20 Kilometer von der russischen Grenze entfernt.

Lukaschenko spricht mit Putin und Xi

Nach einer Serie öffentlicher Schlagabtausche mit der Ukraine hat der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko zunächst Russland und dann China besucht. Bei einem Treffen mit Präsident Xi Jinping in Peking sagte Lukaschenko, nach China zu kommen sei für ihn, „wie nach Hause zu kommen“. Das berichteten begleitende belarussische Journalisten. Peking unterstütze BelarusDabei, seine staatliche Souveränität, Unabhängigkeit und territoriale Integrität zu wahren, sagte Xi nach chinesischen Angaben.

Vorher hatte Lukaschenko zwei Tage lang mit Kremlchef Wladimir Putin in dessen Residenz in Waldai zwischen Moskau und Sankt Petersburg gesprochen. Der Besuch wurde Berichten zufolge wegen der Vorgeschichte mit Kiew von zahlreichen Spekulationen begleitet. Die ukrainische Führung geht davon aus, dass Russland seinen Verbündeten Belarus zu einem stärkeren Eingreifen in den Krieg zwingen will. Dies will Lukaschenko vermeiden, auch wenn er 2022 sein Land der russischen Armee für den Angriff auf die Ukraine zur Verfügung gestellt hat.

Vergangene Woche forderte der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij Lukaschenko ultimativ auf, Signalverstärker in Belarus abzuschalten, die russischen Drohnen bei der Navigation helfen. Das habe Belarus getan, sagte Selenskij später. Lukaschenko hat in einem Interview mit dem TV-Sender Al Arabiya eingestanden, dass sein Land im Fall ukrainischer Drohnenangriffe verletzlich sei. Er entschuldigte sich bei Selenskij, falls er sich ihm gegenüber einmal im Ton vergriffen haben sollte.

Über das Treffen in Waldai berichtete im Nachhinein nur Putin. Lukaschenko lasse sich durch „grobe Zwischenrufe“ wie aus Kiew nicht in Panik versetzen, sagte der Kremlchef dem russischen Staatsfernsehen. Putin lobte die Rolle von Belarus als Vermittler. „Ich bin sicher, wenn es einmal zu Gesprächen kommt, können wir das belarussische Potenzial nutzen“, sagte er.

Die chinesischen Äußerungen zum Lukaschenko-Besuch betonen vor allem die Eigenständigkeit von Belarus, was als Fingerzeig in Richtung Moskau wie Kiew verstanden werden kann, wie die Nachrichtenagentur dpa meldete. Xi sagte demnach, China sei bereit, mit Belarus eine stabilisierende Kraft in einer unruhigen Welt zu sein. Peking ist ein enger Bündnispartner Moskaus. Es sieht aber kritisch, dass dessen Angriffskrieg gegen die Ukraine schwere internationale Verwerfungen verursacht.

Ukraine: Viele Tote und Verletzte nach russischen Angriffen

In der Großstadt Dnipro in der Ukraine sind nach Behördenangaben mindestens fünf Menschen bei einem russischen Angriff getötet worden. 28 seien verletzt worden, schrieb der Chef der Militärverwaltung der Region Dnipropetrowsk, Oleksandr Hanscha, auf Telegram. Auch ein privates Unternehmen sei bei der Attacke beschädigt worden. Die regionale Staatsanwaltschaft sprach von einem Raketenangriff. Dnipro ist ein wichtiger Standort der ukrainischen Rüstungsindustrie.

Auch im benachbarten Gebiet Saporischschja meldeten Behörden Opfer. Drei Menschen seien getötet und acht weitere verletzt worden, schrieb Militärgouverneur Iwan Fedorow auf Telegram. Das russische Militär habe einen Bus in einem Bezirk von Saporischschja mit einer Drohne attackiert. Das russische Militär habe einen Bus in einem Bezirk von Saporischschja mit einer Drohne attackiert.

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij sprach neben den Attacken in Dnipro und Saporischschja auch von Angriffen auf die Energieinfrastruktur in den Regionen Sumy, Odessa und Tschernihiw sowie Schlägen in den Gebieten Cherson und Charkiw. Er sagte einmal mehr, dass sein Land mehr Mittel für die Flugabwehr, vor allem gegen ballistische Raketen brauche.

Russische Besatzungsbehörden melden Stromausfälle

In den russisch besetzten Teilen der Südukraine gibt es nach Angaben der von Moskau eingesetzten Behörden Stromausfälle. „Alle Kreise des Gebiets Cherson sind ganz oder teilweise ohne Strom“, schrieb der Chef der dortigen russischen Besatzungsverwaltung, Wladimir Saldo, auf Telegram. Energieversorger und Einsatzkräfte arbeiteten daran, die Stromversorgung in den Haushalten so schnell wie möglich wiederherzustellen. Einen direkten Zusammenhang zu ukrainischen Angriffen stellte Saldo bisher nicht her. Er teilte jedoch mit, dass im Laufe der Nacht 34 ukrainische Drohnen unschädlich gemacht worden seien.

Auch der von Russland für das Gebiet Saporischschja eingesetzte Gouverneur Jewgeni Balizki meldete in der Nacht Notabschaltungen. Er schrieb von Schäden an Energieanlagen nach ukrainischen Angriffen auf das Stromnetz.

Putin lehnt ukrainischen Vorschlag zu Stopp von Langstreckenangriffen ab

Der russische Präsident Wladimir Putin hat einen ukrainischen Vorschlag für einen gegenseitigen Verzicht auf Langstreckenangriffe abgelehnt. Russland werde stattdessen an seinem Ziel festhalten, die vier Regionen Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja vollständig einzunehmen, sagte Putin am späten Sonntagabend in einem Interview des russischen Staatsfernsehens. Er werte den Vorstoß aus Kiew lediglich als Versuch, den Druck auf die ukrainischen Truppen entlang der 1250 Kilometer langen Frontlinie zu lindern. Eine Rettung der Regierung in Kiew gehöre nicht zu den russischen Plänen. Eine Stellungnahme des ukrainischen Präsidialamtes liegt bisher nicht vor.

Putin besteht seit Langem darauf, dass die Ukraine ihre verbleibenden Stellungen in der Region Donezk im Donbass aufgibt, und machte dies zur zentralen Bedingung für jedes Friedensabkommen. Sieben Monate nach dem Einmarsch im Jahr 2022 annektierte Russland die vier Regionen – die Regionen Donezk und Luhansk im Donbass sowie Cherson und Saporischschja, die es nur teilweise kontrolliert. Mit Blick auf die verstärkten ukrainischen Drohnenangriffe auf die russische Ölindustrie räumte Putin ein, dass diese zu Treibstoffengpässen in verschiedenen Regionen geführt hätten. Russland habe die Lage jedoch im Griff. Als wichtigste Aufgabe nannte er einen raschen und deutlichen Ausbau der Produktion von Flugabwehrsystemen. Zugleich betonte Putin, dass die ukrainischen Angriffe auf die Infrastruktur keinerlei Auswirkungen auf das Geschehen an der Front hätten.

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hatte Putin in diesem Monat in einem offenen Brief ein persönliches Treffen vorgeschlagen, was der russische Staatschef jedoch ablehnte. Zur Beendigung des Krieges erwartet Putin nun eine Wiederaufnahme der US-geführten diplomatischen Bemühungen. Sobald die heiße Phase des Konflikts zwischen den USA, Israel und Iran überwunden sei, rechne er mit einem erneuten Besuch der US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Moskau. Putin bestätigte jüngste Äußerungen von US-Außenminister Marco Rubio, wonach bei den Gesprächen mit US-Präsident Donald Trump in Alaska im vergangenen Jahr zwar US-Vorschläge erörtert worden seien, jedoch keine formelle Einigung erzielt worden sei. "Niemand hat etwas unterzeichnet, aber wir haben über bestimmte Möglichkeiten zur Beendigung des Konflikts in der Ukraine gesprochen", sagte Putin. Die US-Seite habe dabei um Kompromisse gebeten. Bei möglichen Friedensverhandlungen könnte Putin zufolge zudem der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko helfen. Vorwürfe aus Kiew, wonach Russland versuche, das Nachbarland stärker in den Konflikt hineinzuziehen, ließ er unkommentiert.

Ukraine: Fünf Tote bei russischen Angriffen im Süd- und Nordosten

Bei russischen Angriffen im Südosten und Nordosten der Ukraine wurden nach Angaben örtlicher Behörden mindestens fünf Menschen getötet. In der südöstlichen Stadt Saporischschja kamen zwei Menschen ums Leben, 16 weitere wurden verletzt, teilt der regionale Gouverneur Iwan Fedorow auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. In der nordöstlichen Grenzregion Charkiw kam eine Person bei einem Raketenangriff auf die Stadt Smijiw ums Leben,

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Russia wird weiterhin über Treibstoffimporte verhandeln, um Engpässe zu mindern, ggf. mit begrenzten Lieferungen und Preiskontrollen.

    Likely · Within days

  • EU wird die Drohnen- und Verteidigungshilfen an die Ukraine in den nächsten Wochen fortsetzen bzw. erhöhen.

    Likely · Within weeks

  • Putin könnte Frontlinien-Argumente nutzen, um eine breitere Offensive oder Verteidigungsinvestitionen zu rechtfertigen.

    Possible · Within weeks

Open Questions

  • Welche Staaten konkret als Treibstofflieferanten infrage kommen?
  • Wie lange dauern eventuelle Lieferverträge, und zu welchen Preisen?
  • Wie reagieren russische Tankstellen und private Verbraucher auf die Engpässe langfristig?
  • Welche Rolle spielen EU-Hilfen in den kommenden Monaten?

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This article was originally published by Süddeutsche Zeitung.

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