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Schulleiter in Deutschland arbeiten zu viel und fühlen sich überfordert
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FAZ·3 sa önce·🇩🇪Germany·Education

Schulleiter in Deutschland arbeiten zu viel und fühlen sich überfordert

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FAZ
Yayıncı
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Die Arbeitsbelastung der Schulleiter ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Gut die Hälfte der Schulleiter gibt an, 41 bis 50 Stunden zu arbeiten, bei 43,1 Prozent sind es mehr als 50 Stunden pro Schulwoche. Neun von zehn Schulleitungen sind der Meinung, zu wenig Zeit zu haben, um die täglichen Aufgaben zu erledigen. Das zeigt die repräsentative Studie „Schulleitungsmonitor Deutschland“, für die 1357 Schulleitungen aller allgemeinbildenden Schulformen aus sämtlichen Bundesländern befragt wurden.

Die Wübben Stiftung Bildung hat die Studie bei der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz in Auftrag gegeben. Durchgeführt wurde sie in Kooperation mit der Leuphana Universität Lüneburg, der Universität Konstanz und der Pädagogischen Hochschule Thurgau.

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Hohe Arbeitszufriedenheit trotz der Belastung

Knapp die Hälfte der Befragten (49,2 Prozent) kann trotz ihres vollen Einsatzes ihre Aufgaben nur unzureichend erfüllen. Dennoch ist die Arbeitszufriedenheit insgesamt hoch: 81,6 Prozent der Befragten geben an, Freude an ihrer Arbeit zu haben. Außerdem stimmt die Mehrheit der Schulleitungen zu, in ihrer Arbeit aufzugehen (78,4 Prozent) und durch ihre Tätigkeit inspiriert zu werden (74,7 Prozent).

„Die wahrgenommene Arbeitsbelastung der Schulleitung ist seit 2019 kontinuierlich gestiegen. Zugleich ist die Arbeitszufriedenheit seit 2019 insgesamt gesunken. Diesen Trend gilt es dringend umzukehren“, bekräftigt Pierre Tulowitzki, Leiter der Studie. „Es ist wichtig, Schulleitungen zu entlasten und in ihrer Führungsrolle zu stärken, denn sie tragen maßgeblich dazu bei, dass Schulen erfolgreich sind und Kindern bestmögliche Chancen auf Bildung bieten.“

44 Prozent der befragten Schulleiter erwägen aber auch, den Beruf zu wechseln, weil sie sich überfordert fühlen oder mit ihrer Tätigkeit unzufrieden sind. Dafür machen die meisten von ihnen zu viel Bürokratie und einen zu hohen Verwaltungsaufwand verantwortlich, der sie nach eigener Aussage daran hindert, ausreichend Zeit für Schul- und Unterrichtsentwicklung zu haben. Ein Drittel der nach den Gründen für einen Wechsel Gefragten nennt auch fehlende Unterstützung als Motiv für einen Berufswechsel.

Verwaltungskräfte fehlen

Vor allem Schulleiter an Brennpunktschulen, die laut Befragung mindestens zwei Stunden mehr als andere Schulleiter arbeiten, fühlen sich mit den hohen Anforderungen „alleingelassen“. Am wenigsten unterstützt fühlen sie sich von Schulbehörden und Ministerien. Wegen der nahezu täglichen Gewaltvorfälle sind sie gezwungen, stärker als andere Kollegen mit der Polizei und dem Jugendamt zusammenzuarbeiten.

Einige verweisen auch auf zu wenig Verwaltungskräfte, die sie entlasten könnten, und eine zu geringe Wertschätzung, die sich auch in einer unzureichenden finanziellen Vergütung spiegelt, die in keinem Verhältnis zum zusätzlichen Arbeitsaufwand und der zusätzlichen Verantwortung steht. Denn 43,6 Prozent ihrer Arbeitszeit entfallen auf verwaltungsbezogene Tätigkeiten. Die schulinterne Kommunikation macht nach Einschätzung der Schulleitungen durchschnittlich 13,3 Prozent ihrer Arbeitszeit aus, während Personalplanung und Stellenbesetzung 8,9 Prozent der Arbeitszeit ausmachen.

Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Dorit Stenke (CDU) sagte, die Arbeitsbelastung der Schulleitungen sei auch durch die Erwartungen der Ministerien nach mehr datengestützter Arbeit gewachsen. Es sei wichtig, über Daten zu sprechen, aber noch wichtiger seien die Ziele, die durch datengesteuerte Schulentwicklung erreicht werden sollen. Durch Daten müssten Lernprozesse erfasst werden, um zu erfahren, was im Unterricht wirkt.

Datennutzung an Schulen

Rund die Hälfte der befragten Schulleiter steht einer datengestützten Arbeitsweise grundsätzlich positiv gegenüber. Auch institutionell ist die Datennutzung an vielen Schulen verankert. Allerdings schätzen viele Schulleitungen ihre Fähigkeiten, ihre Schule auf Basis von Daten verändern zu können, eher mittelmäßig oder gering ein.

Die Leiterin der Gemeinschaftsgrundschule Ebersteinstraße in Gelsenkirchen, Cornelia Franz, sagte, sie brauche im Grunde eine Beratung, welche Daten sie erheben muss, um die Bedarfe der einzelnen Schüler zu erfassen. Schon jetzt erhebt ihre Schule, wie einzelne Gewaltvorfälle sich ereignen.

77,6 Prozent der befragten Schulleiter setzen sich mit den Daten ihrer Schule intensiv auseinander, 58,6 Prozent denken über die Qualität der eigenen Arbeit anhand der Daten nach. 70,3 Prozent der Befragten stimmen auch zu, dass es an ihrer Schule eine klare Vorstellung gibt, wie Daten verwendet werden sollen. Ähnlich viele bestätigen, dass an ihrer Schule als enges Team zusammengearbeitet wird, um Daten zu nutzen (69,2 Prozent).

Markus Warnke, Geschäftsführer der Wübben Stiftung Bildung, sagte dazu, an etwa jeder dritten Schule sei eine Kultur der Datennutzung noch nicht ausreichend verankert. Das müsse sich zum Wohl der Schüler ändern. „Denn wenn Daten systematisch und an klaren Zielen orientiert genutzt werden, können sie den Unterricht verbessern.“

Ziel des „Schulleitungsmonitors Deutschland“ ist es, die Arbeitssituation und das Handeln von Schulleitungen in Deutschland systematisch zu erfassen. Er basiert auf dem Forschungsprojekt „Leadership in German Schools“ (LineS), in dessen Rahmen zwischen 2019 und 2021 bereits Schulleitungen mit Blick auf ihre Karriereverläufe befragt wurden, und knüpft an die Erhebungen aus dem Jahr 2022 an. In der Erhebung 2025 sind Angaben von Schulleitungen an Schulen in herausfordernder Lage mit denen von Leitungen anderer Schulen verglichen worden.

This article was originally published by FAZ.

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