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SpaceX-Börsengang: Der Weg für Mega-IPOs ist frei
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Handelsblatt6/14/2026Business5 min readGermany

SpaceX-Börsengang: Der Weg für Mega-IPOs ist frei

Quick Look

  • Der erfolgreiche Börsengang von SpaceX mit einem Wert von 2,1 Billionen Dollar öffnet die Tür für weitere Mega-IPOs von KI-Firmen wie OpenAI und Anthropic.
  • Experten sehen darin eine Chance, warnen aber vor einem überhitzten Markt und der Konkurrenz um Kapital.

AI-generated summary

Why It Matters

Der erfolgreiche Börsengang von SpaceX mit einer Bewertung von über 2 Billionen Dollar hat die Aufmerksamkeit auf weitere potenzielle Mega-IPOs im KI-Sektor gelenkt, darunter OpenAI und Anthropic.

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Die Billionenbewertung der Weltraumfirma hatte am ersten Handelstag Bestand. Bald könnten die nächsten IPOs folgen. Dabei kommt es aufs Tempo an, sagen Experten. Markus Hinterberger, Astrid Dörner, Andreas Neuhaus 14.06.2026 - 16:57 Uhr Artikel anhören

SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell (Mitte rechts) und Finanzvorstand Bret Johnsen (Mitte) beim Börsenstart an der Nasdaq: Geglückter Handelsbeginn. Foto: REUTERS

München, Frankfurt, Düsseldorf. Die Wall Street atmet auf: Der bislang größte Börsengang ist geglückt. Die Aktie der Weltraumfirma SpaceX beendete ihren ersten Handelstag am Freitag mit einem Plus von 19 Prozent.

Für viele Marktteilnehmer ist das mehr als ein Einzelfall: SpaceX hat gezeigt, dass sich eine Billionenbewertung in der Zeichnungsphase durchsetzen lässt, die am ersten Handelstag Bestand hatte.

Nach Einschätzung von Martin Geißler, Partner bei der französischen Unternehmensberatung Argon & Co, öffnet das eine „vielleicht einmalige Tür für Mega-IPOs“. Die KI-Start-ups Anthropic und OpenAI haben bereits einen Antrag für einen Börsengang eingereicht. Jetzt könnten sie ihre Pläne beschleunigen.

„Wer nach SpaceX als Erster durch diese Tür geht, der hat es extrem leicht, zu sehr guten Preisen seinen IPO durchzubekommen“, sagt Geißler. Der Zweite nach dem ersten erfolgreichen Mega-Börsengang zu sein, sei ideal.

SpaceX-Chef Musk spricht kurz vor dem Börsenstart aus der Firmenzentrale in Starbase, Texas: 75 Milliarden Dollar Erlös durch den IPO. Foto: AFP

Zuletzt wurde darüber spekuliert, dass OpenAI und Anthropic im Spätsommer oder Herbst an die Börse gehen könnten. OpenAI strebt der Nachrichtenagentur Reuters zufolge eine Bewertung von bis zu einer Billion Dollar an, Anthropic wurde in seiner jüngsten Finanzierungsrunde mit 965 Milliarden Dollar bewertet.

SpaceX gehört jetzt zu den größten US-Konzernen

Dass Bewertungen im Billionenbereich möglich sind, zeigte der SpaceX-IPO. Der von Elon Musk geführte Konzern erlöst mit dem Börsengang 75 Milliarden Dollar, indem er knapp fünf Prozent seiner Unternehmensanteile an die Börse brachte.

Das entspricht einem Börsenwert von knapp 1,8 Billionen Dollar. Am Ende des ersten Handelstags betrug die Marktkapitalisierung sogar 2,1 Billionen Dollar.

SpaceX stieg damit aus dem Stand zu den zehn größten börsennotierten US-Unternehmen auf, obwohl es im vergangenen Jahr weniger als 19 Milliarden Dollar umsetzte und einen Nettoverlust von knapp fünf Milliarden Dollar verbuchte.

Trotzdem war die Nachfrage nach SpaceX-Aktien riesig. Der Finanzdienst Bloomberg berichtet, dass der IPO mehr als viermal überzeichnet war. Großinvestoren wie der Vermögensverwalter Blackrock und die Staatsfonds von Saudi-Arabien und Kuwait haben laut US-Medien Aktien im Wert von einer bis fünf Milliarden Dollar gezeichnet.

SpaceX und die begleitenden Investmentbanken haben damit den Preis, den Investoren zu zahlen bereit sind, korrekt antizipiert. Das zeigt die Nachfrage in der Zeichnungsphase und die Kursentwicklung am ersten Handelstag.

Der Bloomberg-Experte und frühere Investmentbanker Matt Levine erklärt: „20 Prozent sind der perfekte Kursanstieg bei einem Börsengang – so verdienen Investoren Geld, ohne zu viel auf dem Tisch liegen zu lassen.“

Ob nach dem Börsengang auch noch für OpenAI und Anthropic genügend Geld am Markt vorhanden ist, darüber gibt es unterschiedliche Meinungen. Dafür spricht: Selbst wenn die drei Mega-IPOs den Firmen zusammen 200 Milliarden Dollar einbringen würden, machten diese drei Neuemissionen insgesamt nur gut 0,3 Prozent der Marktkapitalisierung des US-Leitindex S&P 500 aus.

Diese grobe Größenordnung wirkt zunächst beruhigend. Allerdings gibt Portfoliomanagerin Kristina Bambach vom Vermögensverwalter Eyb & Wallwitz aus München zu bedenken, dass Börsengänge eine bestimmte Form von Risikokapital benötigten: „Teilweise haben institutionelle Investoren fixe Allokationsbudgets für neue Emissionen.“ Für spätere Börsengänge könnte daher weniger Geld zur Verfügung stehen.

Auf den zweiten IPO stürzen sich alle – und das funktioniert sowohl bei Privatanlegern als auch bei den institutionellen Investoren. Martin GeißlerArgon & Co

Deshalb könnte es für OpenAI und Anthropic einen Unterschied machen, ob sie nach dem erfolgreichen Start von SpaceX als Zweite oder Dritte an die Börse gehen, erklärt Unternehmensberater Geißler. Er sagt: „Auf den zweiten IPO stürzen sich alle – und das funktioniert sowohl bei Privatanlegern als auch bei den institutionellen Investoren.“

Für den dritten IPO könne es dann aber enger werden, sagt Geißler. Denn Anthropic und OpenAI fallen in ähnliche Risikocluster. „Das sind austauschbare Aktien für ein Portfolio.“ Wer also seinen Anteil an KI-Aktien im Depot erhöhen will, kann das bereits mit dem zweiten Börsengang tun. Danach würde die Position nur ausgetauscht, wenn die Alternative deutlich attraktiver wirke.

Experte ordnet Aktien von SpaceX, OpenAI und Anthropic unterschiedlich ein

Die Konkurrenz von SpaceX ist hingegen kleiner, wie Nigel Green sagt. Für den Chef des Finanzberaters deVere Group in Dubai fällt die Weltraumfirma in eine ganz andere Kategorie von Aktien. Er erklärt: „SpaceX ist nicht einfach nur ein Raketenstartunternehmen. Es ist ein Satellitenkommunikationsunternehmen, ein Weltrauminfrastrukturunternehmen und zunehmend Teil des breiteren KI-Ökosystems.“

OpenAI sei dagegen durch seinen Chatbot ChatGPT der größte Name im KI-Bereich: „Das Unternehmen hat KI bei Hunderten von Millionen Menschen bekannt gemacht und eine der bekanntesten Marken in der Tech-Branche aufgebaut.“ Das Unternehmen berichtete Anfang dieses Jahres von mehr als 900 Millionen aktiven Nutzern pro Woche.

Anthropic habe weniger Zeit damit verbracht, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zu suchen, und mehr Zeit darauf verwendet, Beziehungen zu Unternehmen aufzubauen, sagt Berater Green. Seiner Einschätzung nach war das eine „kluge“ Entscheidung. Er sagt weiter: „Die Einführung in Unternehmen ist der Bereich, in dem einige der nachhaltigsten Umsätze im KI-Bereich entstehen könnten.“

Green fasst die Unterschiede der drei wie folgt zusammen: „OpenAI ist eine Wette darauf, dass sich die außerordentliche Akzeptanz bei den Verbrauchern in Gewinne umwandeln lässt. Anthropic ist eine Wette darauf, dass sich KI für Unternehmen in allen Geschäftsbereichen etablieren wird. SpaceX ist eine Wette darauf, dass Elon Musk weiterhin das erreicht, was Kritiker für unmöglich halten.“

KI-Firmen erzielen Billionenbewertungen trotz Milliardenverlusten

Was alle drei Konzerne eint, ist, dass sie im vergangenen Jahr keinen Gewinn erzielten. Kritiker sehen es als Warnzeichen, dass drei Unternehmen mit Billionenbewertungen an die Börse gehen könnten, die mit künftigen Gewinnen im KI-Geschäft begründet werden. Demzufolge würden sie nur an die Börse streben, weil sie vielleicht nie wieder derart hohe Bewertungen wie im aktuellen, vom KI-Hype geprägten Marktumfeld erzielen könnten.

Portfoliomanagerin Bambach etwa verortet den Aktienmarkt in einem „Spätzyklus“ und weist auf den jüngsten Abverkauf im KI-Sektor als Warnsignal hin. Anfang Juni war der US-Technologieindex Nasdaq 100 an einem Handelstag um fast fünf Prozent gefallen, nachdem zum zweiten Mal in diesem Jahr Zweifel aufgekommen waren, ob sich die hohen KI-Investitionen der großen Tech-Konzerne auszahlen werden.

Der Markt könnte noch ein bis zwei Jahre Luft nach oben haben. Anders ScheldeAkademiker Pension

Anders Schelde, Chef-Anlagestratege der dänischen Pensionskasse Akademiker Pension, plädiert für eine differenzierte Sichtweise: „Den Hype um SpaceX sehe ich als Warnsignal. Aber ich glaube fest an die Vorteile von KI und halte das aktuelle Markthoch in vielerlei Hinsicht für gerechtfertigt.“

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Ob der SpaceX-Börsengang vorläufig das Ende der Börseneuphorie einleite, sei daher „wirklich schwer zu sagen“, sagt er. Seiner Einschätzung nach könnte der Markt noch ein bis zwei weitere Jahre Luft nach oben haben.

Argon-Partner Geißler hat noch eine andere Erklärung für den IPO-Run: „Die Sorge, dass der KI-Hype plötzlich zusammenbricht, ist in den Kreisen nicht so stark verbreitet. Die Sorge wäre aus meiner Sicht auch unbegründet.“ Stattdessen gehe es darum, im Wettlauf um Kapital und Innovationen nicht zu weit zurückzufallen, sagt er.

Mehr: Fans, Ex-Mitarbeiter, Aktien-Nerds – Viele reisten weit, um den SpaceX-IPO zu erleben

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What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • OpenAI und Anthropic könnten im Spätsommer oder Herbst an die Börse gehen.

    Likely · Within months

  • Der Markt für Tech-IPOs könnte noch ein bis zwei Jahre weiteres Wachstum sehen.

    Possible · Within years

Open Questions

  • Wie viel Kapital steht für nachfolgende KI-IPOs zur Verfügung?
  • Können die hohen Bewertungen von KI-Unternehmen nachhaltig sein?
  • Wie wird sich die Konkurrenz um Kapital auf die IPOs auswirken?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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