SPIEGEL-Reporter berichtet von schwer zugänglichem Ort nach Sturzflut in Nepal
Quick Look
- SPIEGEL-Reporter Serafin Reiber berichtet aus Betrawoti in Nepal, einem Ort, der seit der verheerenden Sturzflut im Himalaya praktisch nicht mehr erreichbar ist.
- Er beschreibt zerstörte Häuser, einen versunkenen Schulbus und geborgene Leichen, während Rettungsmaßnahmen kaum spürbar sind und Überlebende sich verlassen fühlen.
AI-generated summary
Why It Matters
Die Sturzflut im Himalaya ereignete sich am vergangenen Mittwoch und hat die Region schwer getroffen, wobei Betrawoti einer der am stärksten betroffenen Orte ist.
Serafin Reiber, SPIEGEL:
»Ich stehe hier in Betrawoti in Nepal. Das ist ein Ort, der seit der verheerenden Sturzflut im Himalaja vom vergangenen Mittwoch praktisch nicht mehr zu erreichen ist. Wir konnten heute nur mit viel Mühe und viel Zeit hier hinkommen und uns erstmals ein Bild davon machen, wie es hier in diesem Ort aussieht, der mitunter am schlimmsten von dieser verheerenden Sturzflut getroffen worden ist.
Man kann nur noch erahnen, welche Wucht das Wasser gehabt haben muss, als es auf diesen Ort mit einer Schule, zahlreichen Geschäften, Pilgerstätten und vor allem sehr vielen Wohnhäusern getroffen ist. Und wir sehen da drüben einen Schulbus, der auch in den Schlammmassen versunken ist. Weiter oben ist noch einer. Man mag sich kaum ausdenken, was mit den Schulkindern passiert sein mag, es gibt dazu noch keine verlässlichen Angaben.
Wir konnten eben mit einem Ladenbesitzer sprechen, dessen gesamtes Haus zerstört wurde. Und in diesem Haus dort drüben hat die nepalesische Polizei heute am Abend, als die Hitze etwas nachgelassen hat, einen Mann geborgen, der dort auf dem Dach seines Hauses ums Leben gekommen ist. Rund zwanzig Leichen sind hier bereits geborgen worden, es dürften noch sehr viele mehr sein.
Bislang ist von den Rettungsmaßnahmen hier nicht viel zu spüren. Die Menschen, die sich irgendwie in Sicherheit bringen konnten, sind bei ihren Verwandten. Die Menschen fühlen sich alleingelassen. Die nepalesische Regierung, die ja im großen Stil Hilfen in Aussicht gestellt hat, scheint das nur bedingt einlösen zu können. Und trotzdem gewinnt man hier einen Eindruck davon, wie groß die Herausforderungen und Schwierigkeiten sein müssen, die Menschen hier vor Ort zu versorgen. Und vor allem aber, daran ist im Moment überhaupt nicht zu denken, das hier alles wieder aufzubauen. Wenn man bedenkt, dass dieser Ort hier Wohnraum für wohl über 3000 Menschen gewesen sein muss.«
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Anzahl der geborgenen Leichen wird in den nächsten Tagen weiter steigen.
Very likely · Within days
Rettungs- und Bergungsarbeiten werden aufgrund der schwierigen Zugänglichkeit noch mehrere Tage dauern.
Likely · Within days
Open Questions
- Wie viele Menschen werden noch vermisst?
- Wann werden umfassende Rettungs- und Hilfsmaßnahmen erwartet?
- Wie steht es um die Identifizierung der geborgenen Leichen?
- Welche langfristigen Wiederaufbaupläne gibt es für Betrawoti?



