Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle: Neue Details zum Frachtflug
Nach dem Fund einer Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle gibt es widersprüchliche Angaben zur Ladung eines Antonow-Frachtflugzeugs. Bundesinnenminister Dobrindt spricht von einer neuen Gefahrenqualität.
Quick Look
- Nach dem Fund einer mit Sprengstoff präparierten Drohne am Flughafen Leipzig/Halle gibt es neue Details zu einem betroffenen Antonow-Frachtflugzeug.
- Laut Ermittlern transportierte die Maschine zuvor Munition aus Frankreich, während das Innenministerium von einer leeren Maschine spricht.
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Why It Matters
Am Flughafen Leipzig/Halle werden militärische Transporte für die Nato abgewickelt. Eine Drohne wurde dort zwischen zwei Frachtflugzeugen entdeckt.
Süddeutscher Zeitung (SZ), NDR und WDR liegen neue Details zu dem Vorfall vor: Demnach war eines der Antonow-Frachtflugzeuge, neben dem die Sprengstoff-Drohne gefunden wurde, am Vortag noch mit militärischer Munition beladen, die offenbar ursprünglich kurz zuvor aus Frankreich nach Leipzig transportiert wurde und für den Weitertransport vorgesehen war. In einem vertraulichen Bericht der Polizei heißt es dazu: „In einem Frachtflugzeug, neben dem die Drohne festgestellt wurde, befand sich Munition. Die Überprüfung des Routing ergab eine Ankunft in Leipzig Halle aus Frankreich.“
Inzwischen erklärte das Bundesinnenministerium den Obleuten des Innenausschusses des Bundestages jedoch, die Maschine sei leer gewesen. Aus dem Ministerium heißt es, mittlerweile gebe es einen neuen Ermittlungsstand: Demnach habe das ukrainische Flugzeug kurz zuvor Munition aus Frankreich über Leipzig in Richtung Osten transportiert. Die Maschine soll jedoch ohne Munition nach Leipzig zurückgekehrt sein.
Wer für den mutmaßlichen Anschlagsversuch verantwortlich ist, ist noch unklar. Über den Leipziger Flughafen werden militärische Transporte für die Nato abgewickelt.
Nach Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden sollen Mitarbeiter des Flughafens am vergangenen Dienstagabend um 23.42 Uhr eine Drohne bemerkt haben, als sie „schwebend“ zwischen zwei Antonow-Frachtflugzeugen der staatlichen ukrainischen Fluggesellschaft Antonov Airlines über dem Boden flog.
Innenminister Dobrindt spricht von einer „neuen Gefahrenqualität“
Daraufhin, so heißt es in einem Behördenbericht, sei es zu „einem Kontakt zwischen der Drohne und einem Mitarbeiter“ gekommen. Die Drohne habe anschließend auf dem Boden gelegen. Eine Sensorik zur Drohnenabwehr, die offenbar am Flughafen Leipzig/Halle existiert, habe das Flugobjekt zuvor nicht erkannt. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hatte am Mittwochabend erklärt, die Drohne sei von den Tätern vermutlich so modifiziert gewesen, dass Abwehrsysteme gezielt umgangen werden konnten. Dobrindt sprach von einer „neuen Gefahrenqualität“ und einem „hybriden Anschlagsszenario“.
Im Fokus der Ermittlungen steht jedoch weiterhin vor allem die mit Sprengstoff präparierte Drohne. Den Entschärfern des LKA Sachsen war es gelungen, den Zünder zu entfernen, um weitere Untersuchungen an der Drohne vornehmen zu können. Ein etwa faustgroßes Paket Sprengstoff soll demnach an dem Fluggerät befestigt gewesen sein. Mehrfache Tests der Masse ergaben, dass es sich wahrscheinlich um Semtex handelt – ein Sprengstoff, der sowohl beim Militär als auch in der Industrie verwendet wird.
Open Questions
- Wer ist für den mutmaßlichen Anschlagsversuch verantwortlich?
- Warum hat die Sensorik zur Drohnenabwehr das Flugobjekt nicht erkannt?






