Stromspeicher-Boom in Deutschland: Kapazität steigt rasant
Quick Look
- In Deutschland wurden in den ersten fünf Monaten 225.000 Stromspeicher mit 3,4 GWh Kapazität gebaut, 70% mehr als im Vorjahr.
- Großspeicher treiben das Wachstum an und überholen Heimspeicher.
- BSW-Solar betont ihre Wichtigkeit für die Energiewende, warnt aber vor regulatorischen Hürden.
AI-generated summary
Why It Matters
In Deutschland wächst die Zahl der installierten Stromspeicher signifikant, angetrieben durch Großspeicher. Dies ist entscheidend für die Integration erneuerbarer Energien und die Stabilität des Stromnetzes.
In Deutschland entstehen immer mehr Stromspeicher. Wie der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) auf Grundlage des Marktstammdatenregisters mitteilte, wurden in den ersten fünf Monaten des Jahres etwa 225.000 Speicher gebaut. Das entspreche einer Kapazität von 3,4 Gigawattstunden. Wie die Daten zeigen, nahm der Bau der Speicheranlagen deutlich zu – um 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Der wichtigste Treiber für das Wachstum waren demnach Großspeicher. Auf diese entfalle eine Kapazität von 1,47 Gigawattstunden. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einer Vervierfachung. Die Großspeicher überholten so auch die Fotovoltaik-Heimspeicher. Diese legten nur leicht zu.
BSW-Solar zufolge können die Batteriespeicher überschüssigen Solar- und Windstrom zwischenspeichern, Netzengpässe reduzieren und den Bedarf an kostspieligen Eingriffen in das Stromsystem verringern. Der tägliche Haushaltsstromverbrauch von rund 300.000 Menschen liegt in Deutschland bei etwa einer Gigawattstunde Strom.
Solarparks benötigen Speicherkapazität
Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes, Carsten Körnig, bezeichnete die Speicher als »eine Schlüsseltechnologie für die Integration erneuerbarer Energien und damit für den Erfolg der Energiewende«. Ihm zufolge können neue Solarparks wegen des schleppenden Netzausbaus kaum noch ohne einen Batteriespeicher rentabel betrieben werden. Rund zwei Drittel der für die nächsten zwei Jahre geplanten Solarparks würden in Verbindung mit Speichern geplant.
Körnig sprach von einem derzeitigen »Speicherboom« in Deutschland. Es sei aber unsicher, ob sich dieser fortsetze. Der Hauptgeschäftsführer berief sich dabei auf eine Analyse der Unternehmensberatung Enervis. Unter ungünstigen Rahmenbedingungen könnten möglicherweise bis 2029 nur rund 15 Gigawattstunden zusätzliche Großspeicherkapazität hinzukommen. Projekte, durch die eine Kapazität von 58 Gigawattstunden entstehen würde, seien zwar in der Planung, ihre Umsetzung sei jedoch mit erheblichen Unsicherheiten verbunden.
Viele Investitionen ständen bereit, sagte Körnig. Ihm zufolge bremsen aber zu lange Netzanschlussverfahren und regulatorische Unsicherheiten den Ausbau. »Hier muss die Politik dringend handeln«, sagte er. Der Ausbau der Speicher, die Systemkosten senkten, Netzengpässe reduzierten und die Versorgungssicherheit stärkten, dürfe »nicht an vermeidbaren bürokratischen und regulatorischen Hindernissen scheitern«.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Bis 2029 nur 15 GWh zusätzliche Großspeicherkapazität bei ungünstigen Rahmenbedingungen.
Possible · Within years
Open Questions
- Werden regulatorische Hürden überwunden?
- Setzt sich der Speicherboom fort?
- Wie schnell erfolgt der Netzausbau?



