Sudan: Neue Eskalation in Obeid – halbe Million Menschen eingeschlossen
Quick Look
- Im Sudan droht eine neue Eskalation in Obeid, wo eine halbe Million Menschen von der RSF eingeschlossen sind und unter Drohnenangriffen leiden.
- Internationale Akteure warnen vor einer Wiederholung der Gräueltaten von Faschir und fordern RSF-Führer Daglo zum Verzicht auf einen Großangriff auf die Stadt.
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Why It Matters
Der Krieg im Sudan zwischen der RSF und der sudanesischen Armee dauert seit April 2023 an und hat bereits zu Massakern in Faschir geführt, die als Merkmale eines Völkermords bewertet werden.
Im Krieg im Sudan droht eine neue Eskalation: Rund eine halbe Million Menschen sind in der strategisch wichtigen Stadt Obeid eingeschlossen. Sie leiden seit Wochen unter zeitweise täglichen Drohnenangriffen der Miliz Rapid Support Forces (RSF), sagte ein Sprecher des Norwegian Refugee Council (NRC) der Nachrichtenagentur dpa. Und jetzt steht ein Großangriff bevor.
Elias Ata, NRC-Sprecher für das östliche Afrika, warnte vor neuen Gräueltaten wie in Faschir. Noch sei das Verlassen der von der Armee kontrollierten Stadt möglich. Nahezu tägliche Angriffe haben in den vergangenen Wochen unter anderem die Strom-, Treibstoff- und Wasserversorgung von Obeid weitgehend zerstört.
Die RSF kämpft seit April 2023 gegen die Truppen des sudanesischen De-facto-Staatschefs Abdel-Fattah al-Burhan. Die RSF hatte im vergangenen Oktober nach eineinhalbjähriger Belagerung Faschir eingenommen, die Hauptstadt von Nord-Darfur. Nach Uno-Angaben wurden mindestens 6000 Menschen Opfer von Massakern. Experten des Yale Humanitarian Lab, die Satellitenaufnahmen auswerten, schätzen die Zahl der Toten in Faschir sogar auf 60.000.
Größte humanitäre Krise der Welt
Überlebende Einwohner in Faschir erlebten nach der Eroberung und auf der Flucht massenhaft sexuelle Gewalt. Die Uno bezeichnen den Krieg als die derzeit größte humanitäre Krise der Welt.
Der Uno-Sicherheitsrat, die USA sowie europäische Staaten, darunter Deutschland, äußerten sich alarmiert über die Lage in Obeid. »Vergangenes Jahr wurde die Welt mit Entsetzen Zeuge der Gräueltaten in Faschir – Verbrechen, die dahingehend bewertet werden, dass sie ›Merkmale eines Völkermords‹ aufweisen. Wir dürfen nicht zulassen, dass sich Derartiges wiederholt«, teilten die Außenminister Deutschlands, Frankreichs, Irlands, Italiens, der Niederlande, Norwegens und Großbritanniens mit.
Vertreter der Vereinten Nationen und der USA telefonierten mit dem RSF-Milizenführer Mohamed Hamdan »Hemedti« Daglo und forderten ihn auf, von einem Angriff auf die Hauptstadt des Bundesstaates Nordkordofan abzusehen. Milizquellen teilten ihrerseits mit, Daglo habe den USA die Sicherheit von Zivilisten und humanitäre Hilfe zugesichert.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Ein Großangriff der RSF auf Obeid steht bevor.
Likely · Within days
Open Questions
- Wird die RSF Obeid angreifen?
- Werden die internationalen Appelle den Angriff verhindern?


