Tarifkompromiss bei Postbank: Streiks in letzter Minute abgewendet
Quick Look
- Gewerkschaften und Postbank haben einen Tarifkompromiss erzielt, der Streiks in letzter Minute abwendet.
- Der 28-monatige Vertrag sieht sofort 4,5 Prozent mehr Gehalt für rund 9.000 Beschäftigte vor, gefolgt von weiteren 2,9 Prozent im Juli 2027.
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Why It Matters
Nach gescheiterten Verhandlungen und Warnstreiks hatte ver.di eine Urabstimmung über Streiks eingeleitet, die nun durch den Kompromiss in der vierten Runde abgewendet wurde.
Mit einem Tarifkompromiss haben Gewerkschaften und Arbeitgeber Streiks bei der Postbank in letzter Minute abgewendet. Ver.di bricht nach eigenen Angaben eine bereits laufende Urabstimmung über mögliche Arbeitskampfmaßnahmen bei dem Geldinstitut ab, das zur Deutschen Bank gehört. Nach übereinstimmenden Angaben läuft der neue Tarifvertrag über 28 Monate.
Ab sofort 4,5 Prozent mehr Gehalt
Die Vereinbarung bringt den rund 9.000 Beschäftigten in zwei Stufen höhere Gehälter. Sofort steigen die Entgelte für alle Beschäftigten pauschal um 175 Euro, was insbesondere den unteren Einkommensgruppen zugutekommt. Im Schnitt entspricht das 4,5 Prozent mehr Geld, wie ver.di berechnet hat. Zum Juli 2027 folgt dann eine prozentuale Erhöhung um 2,9 Prozent.
Außerdem sollen die Vergütungen der Auszubildenden insgesamt um 150 Euro steigen und deren Übernahmevereinbarung wurde bis 2028 verlängert. Auch wurde laut ver.di das Vertriebsnetz mit mindestens 300 Filialen und 13 digitalen Beratungszentren bis März 2028 gesichert. Der Kündigungsschutz wurde bis Ende 2028 ausgedehnt.
Bank spricht von "Abschluss mit Augenmaß"
Mit Verweis auf die Milliardengewinne der Konzernmutter Deutsche Bank hatte ver.di für die Beschäftigten bei einer Laufzeit von zwölf Monaten acht Prozent mehr Geld verlangt, mindestens aber 300 Euro pro Monat. Auszubildende sollten 200 Euro mehr bekommen.
Nach drei Verhandlungsrunden und Warnstreiks hatte die Gewerkschaft die Gespräche zunächst für gescheitert erklärt und eine Urabstimmung eingeleitet, die an diesem Freitag enden sollte. Dazu kommt es jetzt nach dem Kompromiss in der vierten Runde nicht mehr. Stattdessen sollen die Beschäftigten bis zum 24. Juli über die Annahme des Tarifergebnisses entscheiden, so Verhandlungsführer Jan Duscheck.
Die Deutsche Bank bezeichnete die Einigung als "Abschluss mit Augenmaß". Er schaffe Sicherheit für die Beschäftigten, lasse der Bank aber die nötige Flexibilität für den Umbau des Privatkundengeschäfts. Auf den Finanzausblick habe der Abschluss keine Auswirkung. An den Verhandlungen waren auch die Gewerkschaften Komba und DPVKOM beteiligt.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Beschäftigten der Postbank werden bis zum 24. Juli über die Annahme des Tarifergebnisses abstimmen.
Very likely · Within weeks
Open Questions
- Werden die Beschäftigten dem Tarifergebnis zustimmen?



