Breaking
ARالجيش الأمريكي يشن ضربات جديدة ضد إيران لتقويض قدرتها على تعطيل الملاحة بمضيق هرمزBRCães não vacinados morrem de cinomose em Aguaí (SP); veterinário alerta para surtoVNLĐBĐ Ai Cập: 'Các đội cần được đối xử bình đẳng ở World Cup'BRTRE-AC se reúne com partidos para orientar sobre registro de candidaturas para Eleições 2026BRBombeiros usam água e fogo para afastar enxame de abelhas em rua de bairroCN紀錄片《台灣兵:東經120-135烈火青春》展開全台巡迴放映KR15년 만의 韓대통령 국빈방문…비즈니스 포럼도 참석ESEx-DAO de la Policía Nacional, José Ángel González, a juicio por coacciones y agresión sexualBRAgenda Cultural BH: Festival de Rock, show de Geraldo Azevedo e mais opçõesBRNova ação judicial pede divisão de R$ 29 milhões de bilhete danificado da Mega-SenaARالجيش الأمريكي يشن ضربات جديدة ضد إيران لتقويض قدرتها على تعطيل الملاحة بمضيق هرمزBRCães não vacinados morrem de cinomose em Aguaí (SP); veterinário alerta para surtoVNLĐBĐ Ai Cập: 'Các đội cần được đối xử bình đẳng ở World Cup'BRTRE-AC se reúne com partidos para orientar sobre registro de candidaturas para Eleições 2026BRBombeiros usam água e fogo para afastar enxame de abelhas em rua de bairroCN紀錄片《台灣兵:東經120-135烈火青春》展開全台巡迴放映KR15년 만의 韓대통령 국빈방문…비즈니스 포럼도 참석ESEx-DAO de la Policía Nacional, José Ángel González, a juicio por coacciones y agresión sexualBRAgenda Cultural BH: Festival de Rock, show de Geraldo Azevedo e mais opçõesBRNova ação judicial pede divisão de R$ 29 milhões de bilhete danificado da Mega-Sena
Newsgather
BackUkraine: KI-Souveränität als Kriegswaffe und digitaler Umbau
Ukraine: KI-Souveränität als Kriegswaffe und digitaler Umbau
Developing
Handelsblatt6/2/2026Tech5 min readGermany

Ukraine: KI-Souveränität als Kriegswaffe und digitaler Umbau

Quick Look

  • Die Ukraine treibt trotz des Krieges gegen Russland einen rasanten digitalen Umbau voran, der auf KI-Souveränität und Innovation setzt.
  • Die "Diia"-App wird zum KI-Assistenten, eigene Sprachmodelle und Rechenkapazitäten werden aufgebaut, um Daten im Land zu halten.
  • Der Defence-Tech-Sektor zieht Investoren an.

AI-generated summary

Why It Matters

The war in Ukraine has forced the country to rely on technology as a weapon, driving innovation in areas like AI and drone warfare. Ukraine is also pursuing a digital transformation, aiming to become a leading tech nation.

Font size

Im Krieg gegen das übermächtige Russland ist die Technologie die Waffe des Underdogs. Zugleich treibt die Ukraine einen digitalen Umbau voran, der selbst das Silicon Valley beeindruckt. Felix Holtermann, Carsten Volkery 02.06.2026 - 15:02 Uhr Artikel anhören

Simulation eines Drohnen-Abschusses in der Ukraine. Der Krieg als Innovationstreiber. Foto: REUTERS

San Francisco, Kiew. Danylo Tsvok sitzt irgendwo in Kiew, die Internetverbindung schwankt. Manchmal, sagt er, gibt es bei Drohnenangriffen Probleme mit dem Netz. Doch in normalen Zeiten – „in Friedenszeiten“, wie er es vorsichtig formuliert – funktioniere alles zuverlässig. Tsvok ist Chief AI Officer im ukrainischen Ministerium für digitale Transformation, und er hat eine Mission: Bis 2030 soll die Ukraine unter den Top-drei-Ländern weltweit bei der Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) im öffentlichen Sektor stehen.

Das kühne Ziel klingt nach einer Start-up-Phrase. Aber die Zahlen, die Tsvok nennt, sind schwer zu ignorieren. In nur zehn Monaten kletterte die Ukraine im globalen KI-Readiness-Index des Oxford Insight von Platz 54 auf Platz 41 von 195 Ländern. Bei der Digitalisierung staatlicher Dienstleistungen für Bürger rangiert das Land inzwischen auf Platz fünf weltweit.

Tsvoks Zentralprojekt ist „Diia“ – eine ukrainische sogenannte Super-App, die 23 Millionen Bürgerinnen und Bürger nutzen. In ihr finden sich mehr als 200 staatliche Dienstleistungen. Das Ministerium baut die App gerade zu einem KI-gesteuerten Assistenten für alle Bürger um. Die Ukraine wäre das erste Land, dem das gelingt.

„Stellen Sie sich vor, Sie brauchen eine Einkommensteuerbescheinigung“, sagt Tsvok. „Sie müssen nicht mehr die richtige Kategorie in einem Menü suchen. Sie schreiben einfach: Bitte stell mir einen Einkommensbescheid für die letzten zwei Monate aus. Und das war’s. Die agentenbasierte Architektur führt den Auftrag aus, und das Dokument liegt in Ihrem Konto.“

Eigene KI-Infrastruktur für Souveränität

Parallel arbeitet das Ministerium an einer eigenen ukrainischen Sprachmodell-Infrastruktur, basierend auf Googles quelloffenem KI-Modell Gemma. „Wir wollen dieses Modell als Open-Source-Angebot auf den Markt bringen“, erklärt Tsvok. Hinzu kommt eine eigene KI-Infrastruktur: Vier Cluster mit leistungsstarken Nvidia-B200-Chips sollen eine nationale Rechenkapazität bereitstellen, die nicht vom Ausland abhängig ist.

Präsident Selenskyj bei Vorstellung der „Diia“-App: Die Digitalisierung ist Chefsache. Foto: imago images/Ukrinform

Warum der Aufwand? Für Tsvok ist die Antwort schlicht: Krieg. „Es gibt Daten, die wir im Verteidigungsbereich brauchen, und rechtlich sensible Daten, die wir nicht ins Ausland schicken können“, sagt er. „Wir müssen sicherstellen, dass diese Daten das Land nicht verlassen. KI-Souveränität ist die Antwort darauf.“

So schrecklich der Krieg gegen den übermächtigen Angreifer Russland ist – in manchen Bereichen erweist sich die ukrainische Verteidigung als Innovationstreiber. Weil die Ukraine weniger Soldaten und Ressourcen zur Verfügung hat, muss sie auf Innovation und Technik setzen, um Nachteile auszugleichen. Davon dürfte das Land auch nach Kriegsende profitieren – und zu einer der führenden Tech-Nationen Europas aufsteigen.

Disruption als Militärdoktrin

Insbesondere der von Start-ups geprägte Rüstungssektor hat gezeigt, wie sich eine traditionelle Branche neu erfinden kann. „Das Militär ist von Natur aus konservativ, nicht innovativ“, sagt Mykyta Rozkhov, Marketingchef beim ukrainischen Drohnenhersteller Frontline Robotics. Die neue Art, wie die Ukraine kämpfe, komme aus dem IT-Sektor. Die Waffen würden laufend verbessert und an neue Anforderungen angepasst. Er nennt es die „Militärdoktrin der Disruption“.

Tatsächlich hat es das Heer der ukrainischen Programmierer und Elektronik-Tüftler geschafft, dass die eigenen Soldaten mithilfe ihrer KI-gestützten Drohnen gegen die zahlenmäßig weit überlegenen Russen bestehen können. Kürzlich verkündete Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass eine feindliche Stellung vollständig durch Drohnen und Roboter erobert wurde – ohne einen einzigen Soldaten vor Ort.

Frontline Robotics arbeitet seit zwei Jahren daran, den Menschen möglichst vollständig aus dem Gefecht herauszuhalten. Das Start-up bietet eine komplette Verteidigungslinie aus Drohnen und Robotern, die mit KI-Unterstützung miteinander kommunizieren können. Für die Produktion hat die Firma ein Joint Venture mit dem deutschen Drohnenhersteller Quantum Systems gegründet. Die Expertise zur Automatisierung lasse sich später auch im zivilen Bereich nutzen, wenn der Krieg vorbei sei, sagt Rozkhov.

Wachsendes Interesse aus dem Silicon Valley

Ausländische Investoren aus Europa und dem Silicon Valley zeigen großes Interesse an den Defence-Tech-Firmen in der Ukraine. Im vergangenen Jahr flossen mindestens 129 Millionen Dollar in den Sektor, schreibt das Kyiv School of Economics Institute in einer neuen Studie. Die wahre Zahl liege höher, weil manche Deals aus Sicherheitsgründen nicht kommuniziert würden. Insgesamt schätzen die Ökonomen das Marktvolumen auf 6,8 Milliarden Dollar. Es handele sich um „eines der dynamischsten Innovations-Ökosysteme weltweit“.

Rozkhov sagt, der Innovationswettlauf finde zwischen der Ukraine und Russland statt. Im restlichen Europa sehe man nicht das gleiche Tempo. Die Kooperation mit deutschen Firmen etwa sei gut für die Massenproduktion, die Ideen aber kämen aus der Ukraine, sagt er.

Verteidigungsminister Fedorov neben einer Seedrohne: Er hat die Digitalisierung vorangetrieben. Foto: REUTERS

Die treibende Kraft hinter der neuen Tech-Nation ist Mykhailo Fedorov. Der 35-Jährige war seit 2019 Digitalminister, bevor er Anfang 2026 zum Verteidigungsminister befördert wurde. Sein ehemaliger Mitarbeiter Tsvok betont, der Rückhalt für die Digitalisierung komme von ganz oben. „Das ist der politische Wille des Präsidenten“, sagt er. „Die Digitalisierung ist für unser Land einer der wichtigsten Wettbewerbsvorteile.“

Tsvok selbst kam aus der Privatwirtschaft ins Digitalministerium – nach einer Karriere in der KI-Entwicklung eines großen Unternehmens. Dass die öffentliche Hand in der Ukraine technologisch schneller vorankommt als mancher Konzern, ist für ihn keine Überraschung: „Wir haben Agilität, OKR-Planung, ein internes Entwicklungsteam. Wir sind ein hochmodernes Technologieunternehmen, das staatliche Aufgaben löst.“

Verwandte Themen

UkraineRusslandSilicon ValleyDigitalisierungNvidia

Was Kiew schafft, ist für viele Beobachter in den USA längst zum Referenzpunkt geworden: ein Staat, der sich nicht digitalisiert, weil es im Trend liegt, sondern, weil er es muss – inmitten des Ringens um sein Überleben.

Mehr: „Ohne das Verteidigungsministerium kein Silicon Valley“ – Die dunklen Wurzeln der Tech-Konzerne

Erstpublikation: 15.05.2026, 04:00 Uhr.

Mehr Qualität in Ihren Suchergebnissen

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Ukraine will rank among the top three countries globally for AI development in the public sector by 2030.

    Possible · Within years

  • Ukraine will become one of Europe's leading tech nations after the war.

    Likely · Within years

Open Questions

  • What is the long-term impact of AI sovereignty on Ukraine's international partnerships?
  • How will the "disruption doctrine" in military strategy evolve post-war?
  • What are the specific security challenges of Ukraine's own AI infrastructure?
  • How will the influx of foreign investment in Ukraine's defense tech sector be regulated?

Related Topics

This article was originally published by Handelsblatt.

Related Stories

More on this topicKünstliche Intelligenz