UNICEF-Interview: Lage in Erdbebenregion La Guaira herzzerreißend
Quick Look
- Gabriel Vockel von UNICEF beschreibt die verheerende Lage in der Erdbebenregion La Guaira, wo 1.000 Häuser und 400 Schulen zerstört wurden.
- UNICEF aktiviert Nothilfe für 650.000 Menschen, darunter 230.000 Kinder, und benötigt 52 Millionen US-Dollar für Wasser, Nahrung, Schutz und Familienzusammenführung.
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Why It Matters
Ein schweres Erdbeben hat die Region La Guaira verwüstet, wobei über 1.000 Häuser, 400 Schulen und Wassersysteme beschädigt oder zerstört wurden. UNICEF hat Nothilfe für 650.000 Menschen, darunter 230.000 Kinder, aktiviert.
Gabriel Vockel: Die entwickelt sich weiterhin. Wir bleiben wegen weiterer Nachbeben sehr wachsam. Auch jetzt, wo wir gerade sprechen, wackelt es mal wieder. Mal weniger, mal mehr. Ich war erst gestern noch einmal in La Guaira, der am stärksten betroffenen Region, und das Ausmaß der Katastrophe ist einfach herzzerreißend.
Ich stand dort vor Häuserblocks, die von mehr als 15 Stockwerken in einen Schutthaufen reduziert wurden. Das ist schon sehr schwierig mitanzusehen.
Vockel: Wir wissen mittlerweile, dass etwa 1.000 Häuser, darunter Krankenhäuser, mehr als 400 Schulen und Wassersysteme beschädigt oder komplett zerstört wurden. Hier ist also großer Bedarf entstanden.
Es entstehen bereits mehr und mehr Refugien für die Überlebenden der Katastrophe, und UNICEF hat sofort die Notfallreaktion aktiviert, um mindestens 650.000 Menschen, darunter auch 230.000 Kinder, sofort zu erreichen.
Was sie brauchen, ist Wasser, gesundheitliche Versorgung, Essen und sanitäre Anlagen. Aber sie brauchen genauso Schutz und Sicherheit, weil es viele Kinder gibt, die von ihren Familien, die von Eltern getrennt wurden. Und da ist es natürlich wichtig, dass wir die sofort und so schnell wie möglich wieder mit ihrer Familie zusammenführen können.
Vockel: Wir von UNICEF erfassen zum Beispiel den Bedarf und koordinieren mit unzähligen Partnern die Hilfe, die kommt, damit es keine Duplikate gibt, also damit die Hilfsgüter fair verteilt werden und die Kinder in Not erreichen. Beispielsweise kam in der vergangenen Nacht um drei Uhr morgens die zweite riesige UNICEF-Luftlieferung an, die wir dann genau inspizieren. Diese Dinge werden dann sofort verteilt.
In den nächsten Tagen erwarten wir weitere Lieferungen, mit denen sofort über 100.000 Menschen unterstützt werden können. Es geht also um Wasser, um Toiletten und darum, dass wir sofort Kinderschutzzentren aufbauen.
Mittlerweile bestehen hier zwölf so genannte Refugien, um eben Kinder und Familien ganz konkret zu unterstützen.
Es geht uns darum, die Hilfsgüter professionell zu koordinieren und unsere Reichweite sofort so stark wie möglich zu erweitern. Und zum Glück greifen wir als globale Organisation auf ein riesiges Reservoir an Erfahrung zurück. Und wir haben auch Mitarbeiter aus der ganzen Welt, die Spanisch sprechen, von denen gerade täglich mehr ankommen und unsere Arbeit unterstützen.
Vockel: Die Spenden kommen an. UNICEF ist sehr bekannt dafür, akribisch mit Spenden umzugehen. Diese sind auch öffentlich einsehbar. Jeder kann im Internet nachschauen, wie die Spenden hier verwendet werden.
Wir sind diesbezüglich Profis, erfassen den Bedarf und kommunizieren diesen über unser Headquarter an die verschiedenen nationalen Komitees von UNICEF, wie etwa das in Deutschland.
Wir schätzen aktuell, dass wir mindestens 52 Millionen US-Dollar für diese Erdbebenhilfe aktuell benötigen. Und mit mehr Mitteln können wir einfach mehr helfen und mehr Kinder und Familien zu erreichen.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Weitere UNICEF-Lieferungen werden in den nächsten Tagen erwartet, um über 100.000 Menschen zu unterstützen.
Very likely · Within days
Open Questions
- Wie viele Kinder sind genau von ihren Familien getrennt?
- Wann werden die nächsten Lieferungen erwartet?
- Wie viele Refugien werden insgesamt benötigt?





