US-Technologieaktien ziehen deutsche Börse mit nach unten
Quick Look
- US-Technologieaktien setzen ihre Talfahrt fort und belasten auch den deutschen Aktienmarkt.
- Der DAX fällt im frühen Handel um 0,7 Prozent.
- An der Nasdaq korrigierten Technologietitel, während der ifo-Geschäftsklimaindex eine verbesserte Stimmung in der deutschen Wirtschaft signalisiert.
AI-generated summary
Why It Matters
US-Technologieaktien erleben eine Verkaufswelle, die auch den deutschen Aktienmarkt belastet. Gleichzeitig signalisiert der ifo-Geschäftsklimaindex eine verbesserte Stimmung in der deutschen Wirtschaft.
Die erneute Verkaufswelle bei US-Technologieaktien setzt auch dem deutschen Aktienmarkt zu. Im frühen Geschäft fällt der DAX um 0,7 Prozent Prozent auf 24.713 Punkte und notiert damit unter seinem Vortagestief. Gestern hatte der deutsche Leitindex bereits ein Prozent auf 24.893 Punkte eingebüßt.
An der Nasdaq war die Korrektur der Technologietitel gestern Abend weiter gegangen. Der Nasdaq 100 fiel um weitere 3,3 Prozent. Die Standardwerte des Dow Jones verloren dagegen nur 0,1 Prozent.
Verkauft wurden vor allem die bisherigen Börsenlieblinge mit KI-Bezug wie Nvidia oder die Google-Mutter Alphabet. Ebenfalls deutlich im Minus schlossen die Chiphersteller Intel, Marvell Technology und Advanced Micro Devices. Immerhin konnte sich die Aktie von SpaceX nach ihrem heftigen Einbruch um ein Prozent erholen.
Der CBOE-Volatilitätsindex, das Angstbarometer der Wall Street, erreichte den höchsten Stand seit mehr als einer Woche. Der Markt dürfte insgesamt volatiler werden, sagte Melissa Brown, Analystin bei SimCorp. Das liege an dem Umfeld potenziell steigender Zinsen, dem Wettbewerb um Kapital aufgrund großer Börsengänge sowie weiterer Unsicherheiten hinsichtlich der Ölpreise.
Auch in Japan fielen die Kurse weiter. Der Nikkei schloss 0,9 Prozent tiefer. Der südkoreanische Kospi konnte sich dagegen nach seinem zehnprozentigen Einbruch stabilisieren und gewann drei Prozent.
In der gegenwärtigen Lage blicken die Anleger verstärkt auf das Zinsumfeld. Viele Händler setzen mittlerweile darauf, dass die amerikanische Notenbank Fed ihren Leitzins bis Jahresende zweimal erhöht. Sie stellen sich damit auf eine straffere Geldpolitik unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh ein.
Steigende Zinsen erhöhen die Kosten und das Risiko bei den hochverschuldeten Technologiekonzernen. Besonders die sogenannten Hyperscaler stehen hier im Fokus, die den massiven Ausbau ihrer Infrastruktur für Künstliche Intelligenz zunehmend über Schulden finanzieren. "Einige der jüngsten Nachrichten über KI werfen Fragen über die gesamten Ausgaben, die Investitionen und den Kapazitätsaufbau bei Halbleitern auf", sagte Thomas Martin, leitender Portfoliomanager bei Globalt.
Von den Iran-Verhandlungen gibt es keine kursrelevanten Neuigkeiten. Wieder gibt es widersprüchliche Aussagen der Kriegsparteien, diesmal zur Zulassung von Atom-Inspektoren.
Immerhin geben die Ölpreise weiter nach. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet am Morgen 75,50 Dollar. Das ist der tiefste Stand seit Anfang März. Nach dem Iran-Abkommen haben weitere Tanker die Straße von Hormus passiert. Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) teilte mit, dass sie Sicherheitsgarantien erhalten habe, die es Hunderten von Schiffen ermöglichen, den Persischen Golf zu verlassen.
Der um 10.00 Uhr veröffentlichte ifo-Geschäftsklimaindex deutet auf eine verbesserte Stimmung in der Wirtschaft hin. Im Juni lag der wichtigste deutsche Frühindikator bei 85,6 Punkten nach 85,0 Zählern im Mai. Das war der zweite Anstieg in Folge. Zu mehr Optimismus unter den Führungskräften dürfte das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran beigetragen haben. "Die deutsche Wirtschaft hofft auf eine Entspannung der weltpolitischen Situation", erklärte Ifo-Chef Clemens Fuest.
Starke Bewegungen gibt es bei den Rüstungsaktien. Der Marineschiffbauer TKMS gewinnt über acht Prozent. Der Spiegel hatte berichtet, dass das Verteidigungsministerium acht kleinere Fregatten von TKMS beschaffen will.
Die Nachricht belastet dagegen die Aktie von Konkurrent Rheinmetall, die über 14 Prozent einbüßt. Denn gleichzeitig will das Ministerium laut dem Magazin das Projekt zum Bau von Fregatten des Typs F126 nicht weiter fortsetzen. Generalunternehmer ist hier der Schiffbauer Naval Vessels Lürssen (NVL), der von Rheinmetall übernommen worden ist. Analyst David Perry von JPMorgan nannte diese Entwicklung "einen herben Rückschlag" für Rheinmetall. Die Düsseldorfer dürften nun die eigenen Vorgaben für den Auftragseingang im zweiten Quartal sowie im Gesamtjahr wohl nicht mehr erreichen.
Unterdessen hat der deutsch-französische Panzerbauer KNDS den offiziellen Startschuss für seinen milliardenschweren Börsengang gegeben, der noch vor der Sommerpause erfolgen soll. Wie erwartet wollen der französische Staat und die in der Wegmann-Holding zusammengeschlossenen deutschen Eigentümerfamilien jeweils zehn Prozent an KNDS an die Börsen in Frankfurt und Paris bringen. Der deutsche Staat übernimmt noch vor dem Börsengang die restlichen 40 Prozent der Wegmann-Holding.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die US-Notenbank Fed wird ihren Leitzins bis Jahresende zweimal erhöhen.
Likely · Within months
Open Questions
- Wie stark werden die Zinsen steigen?
- Wie wirken sich die steigenden Zinsen auf die Finanzierung der KI-Infrastruktur aus?
- Wie entwickeln sich die Ölpreise weiter?





