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USA-Fußballer stärken den Glauben an ein großes Turnier
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FAZ6/20/2026Sports4 min readGermany

USA-Fußballer stärken den Glauben an ein großes Turnier

Quick Look

  • Die US-Fußballnationalmannschaft hat gegen Australien mit 2:0 gewonnen und damit ihren Glauben an ein erfolgreiches WM-Turnier gestärkt.
  • Trotz des Fehlens von Starspieler Christian Pulisic zeigte das Team eine überzeugende Leistung, angeführt von Folarin Balogun und Weston McKennie.
  • Die USA stehen nun als Gruppensieger fest und blicken optimistisch auf die K.o.-Phase.

AI-generated summary

Why It Matters

Die US-Fußballnationalmannschaft tritt bei der WM im eigenen Land an und zeigt bisher eine überzeugende Leistung. Nach einem 2:0-Sieg gegen Australien sind die Chancen auf ein Weiterkommen in der K.o.-Phase gestiegen.

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Weston McKennie musste selbst ein bisschen schmunzeln über sein Pathos. „America is built on belief“, sagte er ins Mikrofon des Fox-Sports-Reporters. Und wenn Amerika auf Überzeugung, auf Glauben gebaut ist, warum soll nicht auch diese US-Fußballmannschaft davon zehren: Von dem Glauben, dass im eigenen, angeblich auf solchen Überzeugungen gebauten Land wirklich alles möglich ist?

Sie ist jedenfalls ganz schön überzeugt aufgetreten bisher, die amerikanische Mannschaft. Auch am Freitag in Seattle, beim Aufeinandertreffen mit der anderen Mannschaft, in deren Land man nicht Fußball, sondern Soccer sagt. Nach diesem 2:0 des amerikanischen über den australischen Soccer sieht es tatsächlich so aus, als sei für die USA nicht alles, aber zumindest auch in der K.o.-Phase noch einiges möglich bei dieser WM.

Der Zufall, der Balogun zum US-Stürmer machte

Wie schon vor ein paar Tagen gegen Paraguay hatte das am Freitag mit einem Mann zu tun, der eher zufällig US-Amerikaner geworden ist. Denn Folarin Balogun darf nur für die USA spielen, weil seine Eltern vor 25 Jahren in New York Urlaub machten. Dort kam Balogun dann als US-Staatsbürger zur Welt. Aufgewachsen aber ist er in England, und da hat er, zum Glück für die Amerikaner, auch das Fußballspielen gelernt.

In der 11. Minute dieses Spiels sah man das dann auch. Balogun legte den Ball mit einer leichten Berührung an Australiens Alessandro Circati vorbei und stürmte Richtung Tor – Circati wiederum sah man dabei an, dass er zwar in Italien geboren ist, das Verteidigen aber in Australien gelernt hat. Den Querpass, den Balogun anschließend mit dem Außenrist in die Mitte des Strafraums schob, stolperte dann Circatis Verteidigerkollege Cameron Burgess ins Tor.

Seine Fußfertigkeiten hat Balogun in Europa ausgebildet, ihm half bei dieser Aktion aber auch eine Eigenschaft, die man gern mit dem US-Sport verbindet: Athletik. So mühelos wie er Circati davonspurtete, ließ er ein paar Mal einen Australier stehen. Und auch Baloguns Kollegen spielten die Australier nicht nur aus; sie überwanden sie auch oft, weil sie schneller auf den Beinen, teils auch einsatzfreudiger waren.

Das galt für Weston McKennie, der so etwas wie die amerikanische Antwort auf das Schweizer Taschenmesser ist, weil er auf jeder Position mal auftaucht und fast jede spielen kann. Es galt auch für Sergiño Dest, der im Zusammenspiel mit McKennie einige Male die Männer auf Australiens linker Abwehrseite narrte. Für Balogun ebenso, dessen Name in diesen Tagen vielleicht auch im fußballferneren Teil der US-amerikanischen Öffentlichkeit ein bisschen bekannter wird.

Eine berühmte Wade

Und, zumindest was die Einsatzfreude angeht, galt es auch für den Verteidiger Alex Freeman. Der warf sich kurz vor der Halbzeit in eine Bogenlampe, war mit der Stirn ein bisschen früher am Ball als die Handschuhe von Australiens Torwart Patrick Beach und traf zum 2:0. Ein Kopfball, der für eine ziemlich langweilige zweite Hälfte sorgte. Und der den amerikanischen Glauben an ein großes Turnier stärkte.

Die Überzeugung der Amerikaner ist auch deshalb gewachsen, weil ihnen der Sieg ohne den einen Spieler gelang, dessen Namen auch ganz sportfremde Menschen in den USA schon mal gehört haben könnten. Das Gesicht von Christian Pulisic ist das Gesicht des Fußballs, die Zuschauer bekommen es derzeit ständig zu sehen in den Werbeclips im US-Fernsehen, für Bier, für Deo, für Schokolade (in denen wird auch er manchmal ein bisschen pathetisch).

Die Zuschauer in Seattle bekamen Pulisics Gesicht am Freitag aber nicht zu sehen. Seine linke Wade zwickte, ein Körperteil, über das die Sportmedien in den Stunden und Tagen zuvor so intensiv berichtet hatten, dass es in den USA bald vielleicht ebenso berühmt wird wie das Gesicht. Aber weil die Australier harmlos und die Amerikaner erfolgreich waren, störte das in Seattle kaum jemanden.

Der Versuch, einen Hype zu kreieren

Dass ihre Mannschaft auch ohne ihren besten Stürmer WM-Spiele gewinnen kann, wird die US-Fans beruhigen. Und es regt zu Traumvorstellungen an. Solchen, wie sie der argentinische Trainer Mauricio Pochettino schon vor ein paar Wochen in die amerikanische Welt gesetzt hat, als er bei der Kaderbekanntgabe fragte: „Warum nicht wir?“ Vor dem ersten Spiel gegen Paraguay sagte er dann noch einmal: Für ihn sei es schwierig, von Erfolg zu sprechen, wenn man das Turnier nicht gewinnt.

Es ist wohl auch der Versuch, Begeisterung zu kreieren; einen Glauben ans Team, auf dem die Spieler dann möglichst weit durch das Turnier surfen können. Den Glauben, dass diesmal, im eigenen Land, wirklich alles möglich ist. Please believe the hype! Und das scheint in diesen ersten WM-Tagen auch ganz gut zu funktionieren.

Am Abend nach dem Spiel titelte das der New York Times gehörende Portal „The Athletic“: Die Frage „Kann die USA die WM gewinnen?“ sei nun gar nicht mehr so abwegig – Amerika beginne, daran zu glauben.

Der Turnierbaum stützt zumindest den Glauben, dass die Mannschaft weiter kommen kann als gedacht, jetzt, wo die USA durch die Niederlage der Türkei gegen Paraguay als Gruppensieger feststehen. Der Gastgeber sitzt auf einem eher angenehmen, stabilen Ast dieses Baums. Aber der Glaube würde vermutlich ein bisschen bröckeln, wenn Amerika wüsste, dass in Australiens Startelf nur ein einziger Fußballer stand, der bei einem Klub aus den fünf großen europäischen Ligen spielt: der italienisch-australische Verteidiger Alessandro Circati.

Open Questions

  • Wie weit kann das Team ohne Pulisic kommen?
  • Wird der 'Glaube' das Team tragen?

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This article was originally published by FAZ.

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