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Verbraucher skeptisch gegenüber vielen großen deutschen Unternehmen
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Handelsblatt5/20/2026Business3 min readGermany

Verbraucher skeptisch gegenüber vielen großen deutschen Unternehmen

Quick Look

  • Eine neue Studie zeigt, dass Verbraucher vielen großen deutschen Unternehmen skeptisch gegenüberstehen.
  • Nur 12% gelten als Top-Performer, während 44% als teilweise zukunftsfähig eingestuft werden.
  • Der Einzelhandel führt das Branchenranking an, während die Immobilien- und Medienbranche schlecht abschneiden.

AI-generated summary

Why It Matters

Viele große deutsche Unternehmen investieren Milliarden in Transformation und Digitalisierung, doch laut einer neuen Studie der Unternehmensberatung Globeone wird weniger als die Hälfte der Marken als zukunftsfähig wahrgenommen. Verbraucher bewerten viele Konzerne skeptisch, was auf eine wachsende Unsicherheit und veränderte Erwartungen zurückzuführen ist.

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Eine exklusive Rangliste zeigt: Verbraucher bewerten viele große deutsche Unternehmen skeptisch. Viele Konzerne verlieren trotz hoher Investitionen in Transformation an Vertrauen. Isabelle Wermke 20.05.2026 - 13:26 Uhr Artikel anhören

Einzelhandel: Spitzenreiter im Branchenvergleich. Foto: Marcus Brandt/dpa

Düsseldorf. Deutschlands Unternehmen investieren Milliarden in Transformation, Digitalisierung und neue Geschäftsmodelle. Dennoch gilt weniger als die Hälfte der großen deutschen Marken und Organisationen derzeit als zukunftsfähig. Das geht aus dem neuen „Future Readiness Index“ der Unternehmensberatung Globeone hervor, der dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.

Demnach nehmen Verbraucher nur zwölf Prozent der untersuchten Marken als echte „Top-Performer“ wahr. Weitere 38 Prozent gelten als überwiegend zukunftsfähig.

Der größte Teil landet im Mittelfeld: 44 Prozent der Unternehmen werden als „teilweise zukunftsfähig“ eingestuft. Neun Unternehmen weisen laut der Untersuchung erhebliche Schwächen auf.

Einzelhandel führt im Branchenvergleich

Für die Untersuchung befragte Globeone im ersten Quartal 2026 insgesamt 5838 Menschen zur Zukunftsfähigkeit von 158 großen deutschen Unternehmen und Organisationen. Der Index setzt sich aus 30 Kriterien zusammen, die drei Bereichen zugeordnet werden: gesellschaftliche Akzeptanz, wahrgenommene Leistungsstärke und emotionale Zukunftsfähigkeit.

Besonders erfolgreich sind laut Globeone derzeit Unternehmen, die als nahbar, verlässlich und gesellschaftlich relevant wahrgenommen werden. Handelsunternehmen profitieren demnach davon, dass Verbraucher täglich mit ihnen in Kontakt kommen. Der Einzelhandel führt den Branchenvergleich mit durchschnittlich 63,7 Punkten an.

» Lesen Sie auch: Werbung mit Wirkung: Welche Marken bei Verbrauchern besonders beliebt sind

Angeführt wird das Ranking von der Drogeriekette dm. Dahinter folgen das Deutsche Rote Kreuz, Rossmann, Siemens Healthineers und Fielmann. Besonders schlecht schneiden Unternehmen aus der Immobilien- und Medienbranche ab. Zu den Schlusslichtern gehören unter anderem Vonovia, die „Bild“-Zeitung und die Deutsche Bahn.

Die Ergebnisse treffen die deutsche Wirtschaft in einer Phase wachsender Unsicherheit. Gleichzeitig verändern sich die Erwartungen der Verbraucher. Gefragt sind nicht mehr nur wirtschaftliche Stärke oder bekannte Marken. Unternehmen müssen zunehmend vermitteln, dass sie auch langfristig relevant bleiben.

„Zukunft ist kein Selbstläufer“, schreiben die Autoren der Studie. Viele Unternehmen arbeiteten zwar an ihrer Transformation, könnten diese aber oft nicht überzeugend nach außen vermitteln. Vertrauen werde fragiler und frühere Marktführer verlören an Strahlkraft.

Technologie stark, Immobiliensektor schwach

Hinter dem Handel folgt der Technologiesektor. Unternehmen wie Bosch, Siemens, Jenoptik oder Aixtron profitieren von hoher wahrgenommener Innovationskraft und technologischer Kompetenz. Sechs der zehn untersuchten Technologiemarken schaffen es unter die „Top-Performer“. Gleichzeitig fehlt es laut Globeone auch vielen Technologieunternehmen an emotionaler Bindungskraft.

Auch klassische Industrieunternehmen wie Airbus oder Krones schneiden vergleichsweise stark ab. Sie gelten zwar als fortschrittlich, lösen emotional jedoch vergleichsweise wenig Begeisterung aus.

Sparkasse: Positiver Ausreißer in der Bankenbranche. Foto: imago images / STPP

Deutlich kritischer fällt das Urteil über andere Branchen aus. Versicherungen und Banken gelten laut der Studie als wenig differenziert. Zwar schafft es die Sparkasse als positiver Ausreißer unter die Spitzenreiter. Insgesamt bleibt die Branche jedoch in fast allen Kategorien unterdurchschnittlich.

Noch schlechter schneidet die Medienbranche ab. Sie landet im Branchenvergleich auf dem vorletzten Platz. Das ZDF erreicht innerhalb des Sektors mit 56,2 Prozentpunkten den höchsten Wert. Insgesamt werden Medienunternehmen jedoch nur als eingeschränkt zukunftsfähig wahrgenommen. Besonders negativ fällt die Bewertung der „Bild“-Zeitung aus, die bei 39,2 Punkten liegt.

Am schlechtesten schneidet der Immobiliensektor ab. Mit durchschnittlich 45,7 Punkten landet die Branche auf dem letzten Platz. Besonders schwach fällt die emotionale Bindung aus. Drei der vier untersuchten Immobilienunternehmen weisen aus Sicht der Befragten erhebliche Zukunftsschwächen auf.

Mehr: Miniwachstum zum Jahresstart? Die Tücken der Statistik

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Open Questions

  • Welche spezifischen Maßnahmen können Unternehmen ergreifen, um das Vertrauen der Verbraucher zurückzugewinnen?
  • Wie werden sich die Investitionen in Transformation auf die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit auswirken?
  • Welche Rolle spielen externe Faktoren wie die globale Wirtschaftslage für die Wahrnehmung der Zukunftsfähigkeit deutscher Unternehmen?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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