VW-Chefs malen schwarz: Konzernspitze sieht Existenzgefährdung
Quick Look
- Ein internes Papier zeigt, dass die VW-Konzernspitze die Lage als kritisch einschätzt.
- Sechs von neun Vorständen halten den Konzern für existenzgefährdet.
- Ein Umbau des Geschäftsmodells und Strategien für China und Nordamerika werden als überholt und nicht nachhaltig bewertet.
AI-generated summary
Why It Matters
Ein internes Papier von BCG zeigt, dass die VW-Spitze die Lage kritisch sieht und einen Umbau des Geschäftsmodells für nötig hält. Gleichzeitig gibt es juristische Auseinandersetzungen um Berichterstattung über Elon Musk.
Die VW-Chefs malen schwarz
In Wolfsburg sorgt ein 177-Seiten-Papier für helle Aufregung, ein Transformationskonzept der Beratungsfirma BCG. Darin wurden acht Konzernvorstände von Volkswagen, der heutige Porsche-Chef Michael Leiters sowie VW-Aufsichtsratsmitglieder in einer internen »Belief Audit«-Umfrage befragt. Sie zeichneten Ende 2025 ein deprimierendes Bild, wie mein Kollege Michael Freitag vom manager magazin exklusiv berichtet: Die Konzernspitze hält die Lage ihres Unternehmens mehrheitlich für extrem kritisch, sechs von neun Vorständen halten den Konzern sogar für existenzgefährdet. (Lesen Sie hier mehr.) Einig ist man sich primär darin, dass ein grundlegender Umbau des Geschäftsmodells nötig ist; das bisherige Prinzip, Autos in Deutschland zu entwickeln, in Europa zu bauen und weltweit zu verkaufen, gilt als überholt. Auch die Strategien für China und Nordamerika wurden einhellig als nicht nachhaltig bewertet.
Evans sah sich gezwungen, Stellung zu beziehen. Womöglich musste er selbst erst mal nachsehen, was er da politisch Aufgeladenes gemacht haben soll. Der Australier erklärte daraufhin, er habe weder absichtlich eine Botschaft noch eine Zugehörigkeit ausdrücken wollen. Er bedaure die entstandenen Interpretationen, betonte jedoch, die Geste weder bewusst noch wissentlich gezeigt zu haben. Es sei »ein unwillkürliches, unterbewusstes Zucken« gewesen, mehr nicht. Die Fifa teilte mit, ihr Disziplinarkomitee habe den Vorfall geprüft und keinen Verstoß festgestellt. Die Bedeutung der Geste gilt als uneindeutig: Die einen verwenden sie als »Okay«-Zeichen oder Symbol, alles sei in Ordnung. Aber auch rechtsextreme Gruppen instrumentalisieren es.
Wenn man Evans fast reflexartig letzteres unterstellt, ohne sich zuvor jemals mit dieser Person beschäftigt zu haben, muss man schon sehr im ideologischen Tunnel feststecken.
Lesen Sie hier die ganze Geschichte: Videoreferee beteuert nach umstrittener Handgeste seine Unschuld
Ein Beitrag über Ausschreitungen im nordirischen Belfast wurde eingeleitet mit den Worten, ein »rassistischer Mob« habe nach einem Messerangriff »Jagd auf Migranten« gemacht. Ein britischer Rechtsextremist und Musk hätten dazu aufgerufen. Tatsächlich hatte Musk auf seinem Onlinedienst X Beiträge des Aktivisten Tommy Robinson geteilt und zu Protesten aufgerufen, jedoch nicht explizit zu Gewalt gegen Migranten.
Musks Anwalt fordert nun eine Unterlassungserklärung und bezeichnet die Darstellung als falsch und verleumderisch sowie als Verstoß gegen journalistische Standards. Andernfalls drohten rechtliche Schritte. Das ZDF räumte ein, die Formulierung sei »unpräzise und missverständlich« gewesen, fasste den Beitrag an und ergänzte den Hinweis: Robinson habe zu Protesten aufgerufen, Musk habe dessen Beitrag geteilt. Die Proteste waren durch ein Video eines Messerangriffs ausgelöst worden, für den ein sudanesischer Einwanderer verantwortlich gemacht wird. (Lesen Sie hier mehr.)
Es ist Musks gutes Recht, Anwälte einzuschalten, wenn er sich falsch dargestellt sieht. Man wird allerdings den Verdacht nicht los, dass es um viel mehr geht. US-Präsident Donald Trump verklagte die britische BBC wegen einer vermeintlich verfälschenden Bearbeitung einer Rede vom 6. Januar 2021, sodass der Eindruck entstehen konnte, er habe zum Sturm zum Kapitol aufgerufen. Auch er sah sich verleumdet und verlangte Schadensersatz in Milliardenhöhe. Die BBC räumte den Bearbeitungsfehler später ein.
Als Einschüchterungsversuch hat Trumps Vorgehen bestens funktioniert.
Lesen Sie hier mehr: Elon Musk geht rechtlich gegen ZDF vor – Sender entfernt Passage
Gestern ist der südafrikanische Pianist Abdullah Ibrahim mit 91 Jahren gestorben. Für viele seiner Zunft gilt: je mehr Töne pro Minute, desto besser. Damit will man wohl technische Brillanz demonstrieren. Ibrahim verkörperte das Gegenteil. Kaum einer spielte sparsamer, wenige eindringlicher. Ibrahim komponierte 1974 beinahe beiläufig den Titel »Mannenberg«, der zur inoffiziellen Hymne der Anti-Apartheid-Bewegung wurde. Als 20 Jahre später Nelson Mandela nach fast 29-jähriger Haft Präsident wurde, spielte Ibrahim auf seiner Amtseinführung. Lassen Sie noch einmal sein einfühlsames Spiel auf sich wirken, hier bei einem Auftritt der legendären Tiny-Desk-Konzertreihe des US-Senders NPR .
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Volkswagen wird signifikante strategische Anpassungen vornehmen müssen.
Very likely · Within months
Elon Musks juristische Schritte könnten zu einer Überprüfung journalistischer Praktiken führen.
Likely · Within months
Open Questions
- Wie wird VW die Transformation konkret umsetzen?
- Welche Auswirkungen haben die Klagen auf die Medienlandschaft?
- Wie wird die öffentliche Wahrnehmung von Musk und VW beeinflusst?





