VW-Sparpläne: IG Metall ruft zu Protesten auf
Quick Look
- IG Metall ruft zu Protesten gegen VW-Sparpläne auf.
- Bis zu 100.000 Stellen könnten weltweit wegfallen, vier deutsche Werke drohen die Schließung.
- Betriebsräte zeigen sich frustriert.
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Why It Matters
Die IG Metall ruft zu Protesten gegen die verschärften Sparpläne des VW-Konzerns auf, die massive Stellenstreichungen und mögliche Werksschließungen vorsehen.
«Mitbestimmung durch Streik! Wenn nicht jetzt wann dann!» steht auf dem Schild von Klaus Bremer. Der 74-Jährige protestiert beim Aktionstag der IG Metall gegen die neuen Sparpläne des VW-Konzerns vor dem Tor des VW-Werkes Kassel-Baunatal. Dabei ist er schon längst in Rente. «Ich bin jetzt raus, aber die müssen ja noch ein bisschen was machen», sagt er mit Blick auf die rund 15.000 Beschäftigten des VW-Werkes Kassel-Baunatal, die aktuell wieder um ihre Jobs bangen. Er habe viele Jahre bei VW in der Reparatur gearbeitet. Die Zukunft des Werks bewege ihn sehr.
«Ich bin in der Gewerkschaft und habe 45 Jahre lang gearbeitet. Von daher ist das immer noch die Gemeinschaft, die mich dazu bringt, solidarisch zu sein.» Mitbestimmung der Arbeitnehmer zähle heutzutage kaum mehr, meint Bremer. Die Kollegen seien mehr oder weniger auf sich alleine gestellt. «Solange wir hier zusammen sind, muss gekämpft werden». Er sei für den sofortigen Streik. «Die sollten hier sofort den Hammer fallen lassen.»
Aktion vor der Aussichtsratssitzung
Die Gewerkschaft IG Metall hatte zu der Protestaktion in Baunatal und an allen anderen VW-Standorten in Deutschland aufgerufen. Damit reagierte sie auf jüngste Berichte über verschärfte Sparpläne des Konzerns. Laut «Manager Magazin» will VW seinen Sparkurs deutlich verschärfen: Bis zu 100.000 Stellen könnten weltweit wegfallen, doppelt so viele wie bisher geplant. Vier Werken des VW-Konzerns in Deutschland droht demnach sogar die Schließung: Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm. Heute will der VW-Vorstand in einer Aufsichtsratssitzung in Wolfsburg über die Pläne beraten.
«Das frustriert natürlich sehr»
Auch Eric Schmied ist gekommen. Der 38-Jährige ist Betriebsrat im Baunataler Werk, dem einzigen VW-Werk in Hessen und dem weltgrößten Komponentenwerk des Volkswagen-Konzerns. Seit 2009 ist er dort beschäftigt. «Man arbeitet täglich und versucht, die Dinge konstruktiv zu beeinflussen, auch im Interesse der Kolleginnen und Kollegen», berichtet Schmied.«Und dann werden Entscheidungen einfach nur durch die Presse verkündet, nicht intern. Dann wird alles über den Haufen geworfen. Das frustriert natürlich sehr.» Und entsprechend schwer sei es, den Kollegen Antworten auf ihre Fragen zu geben.
Aktuell kämen auf ihn aber ohnehin weniger Kollegen zu. «Da gibt es viel Resignation, Frust und Wut. Da setzt gerade eher so eine Fluchtreaktion ein.» Und wie sehr treibt ihn persönlich die aktuelle Situation um? «Ich habe ein gutes Umfeld, das mich stärkt und mir Rückhalt gibt», sagt Schmied. «Danke an alle, die mich unterstützen.»
What to Watch
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Streiks bei VW
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Open Questions
- Wie viele Stellen genau betroffen sind
- Welche konkreten Maßnahmen ergriffen werden
- Wie die Belegschaft reagiert


