
Eine neue Studie zeigt, dass kleine Säugetiere einst die ökologischen Nischen besetzten und so die Entwicklung winziger Dinosaurier verhinderten.
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Wissenschaftler untersuchten die Gründe für das Fehlen winziger Dinosaurierarten in prähistorischen Ökosystemen.
Mit als kleinster sogenannter Nichtvogel-Dinosaurier gilt der fleischfressende Microraptor, der aber immer noch einen knappen halben Meter groß war und bis zu einem knappen halben Kilogramm wog. Der sei aber immer noch 200 Mal größer gewesen als der kleinste Vogel, der Hummelkolibri und das kleinste Säugetier, die Etruskerspitzmaus, betonen die Autoren der neuen Studie: Beide Tiere bringen es auf nur knapp zwei Gramm Körpergewicht. Die kleinste Echse, eine Zwerggecko, wiege sogar nur 0,15 Gramm. Rund 75 Prozent der heute lebenden Säugetiere und 90 Prozent der Vögel seien somit kleiner als der einst kleinste Dino.
Zwar gehört zur Gattung der Säugetiere auch der Blauwal, der mit 30 Metern Körperlänge und 150 Tonnen Gewicht heute mit den Dinosauriern mithalten könnte, dennoch gelte, so die federführende Autorin der Publikation, Stephanie Lechki von der Princeton University in einer Pressemitteilung: „Kleine Tiere dominieren die heutigen Ökosysteme. Wenn wir verstehen wollen, wie sich die heutige Biodiversität entwickelt hat, müssen wir verstehen, wieso es keine wirklich kleinen Dinosaurier gab.“
Ausschließen wollen die Autoren die alte Hypothese, dass man die Überreste von Mini-Dinos einfach übersehen habe, unter anderem, weil winzige Knochen weniger gut zu Fossilien werden. Doch diese Annahme passe nicht zu der Tatsache, dass man an den bekannten Fundstätten mittlerweile Fossilien von sehr kleinen Säugetieren, Echsen, Amphibien und anderen Wirbeltieren entdeckt habe. Wenn Dinos von Mausgröße existiert hätten, müsste man zumindest einige wenige gefunden haben.
Die kleinen Säugetiere besetzten alle ökologischen Nischen, in denen sich Zwergdinos hätten entwickeln können.
Auch mathematische Modelle lösten das Problem nicht. Mit diesen lässt sich kalkulieren, wie die natürliche Selektion zu bestimmten Körpergrößen führt. So ließ sich die Existenz kleiner Säugetiere erklären, aber nicht das Fehlen von Zwergdinos. Die Forscher folgern deshalb, dass nicht physiologische, sondern ökologische Faktoren entscheidend waren. Kleinere Dinos konnten sich nicht entwickeln, weil sie keine ökologischen Nischen fanden, die ihnen genügend Schutz und Nahrung bereitstellten – sie waren bereits besetzt: „Wir wussten bereits, dass die Dinosaurier vor dem Massenaussterben am Ende der Kreidezeit verhinderten, dass sich große Säugetiere entwickelten“, sagt Co-Autor Roger Benson vom American Museum of Natural History. „Wir behaupten nun, dass die Säugetiere verhinderten, dass sich die Dinosaurier zu kleinen Größen hin entwickelten.“
Doch dann fand die Evolution einen Ausweg: Tier lernten fliegen, neue Nischen eröffneten sich. „Die Fähigkeit zu Fliegen eröffnet ganz neue Wege des Lebens“, erläutert Lechki. „Die lebenden Nachfahren der Dinosaurier – die Vögel – können klein sein.“

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