WM-Auftakt: Brasilien schwerfällig gegen Marokko – Ancelotti fordert Entwicklungsschritte
Quick Look
- Brasilien startet mit einem 1:1 gegen Marokko in die WM.
- Trainer Ancelotti ist enttäuscht, sieht aber Entwicklungspotenzial.
- Marokko zeigte eine starke Anfangsphase und ein niveauvolles Spiel.
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Why It Matters
Brasilien, ein Schwergewicht des WM-Fußballs, startete schwerfällig in das Turnier gegen Marokko. Trainer Carlo Ancelotti sieht trotz der Enttäuschung Entwicklungspotenzial.
Dass Brasilien ein Schwergewicht des WM-Fußballs ist, ist eigentlich eine ewig gültige Feststellung, auch wenn die Mannschaft in der jüngeren Vergangenheit nur selten begeisternd gespielt hat und den hohen Erwartungen eher nicht gerecht wurde. Beim 1:1 (1:1) gegen Marokko ist die Seleção ihrem Ruf als Gigant immerhin aus einer Perspektive gerecht geworden: Sehr schwerfällig wie ein großer Tanker, der erstmal Fahrt aufnehmen muss, sind die Brasilianer in dieses Turnier gestartet. In ein Duell, in dessen Verlauf sie sich wenigstens ein wenig gesteigert haben. Aber noch ist Brasilien schwer einzuschätzen, weil alle wissen, dass noch große Entwicklungsschritte nötig sind. Und dieser Nation und ihrem großen Trainer Carlo Ancelotti schon irgendwie zugetraut werden kann, dass sie diese Schritte schnell macht.
„Ich bin enttäuscht und nicht zufrieden“, sagte Ancelotti zwar, aber so ist das eben manchmal mit so einem komplizierten WM-Projekt in einer komplizierten Fußballnation und all ihren Ansichten. Das erste Spiel ist in der Regel noch nicht der Zeitpunkt, um direkt die ganze Welt zu begeistern. „Wir müssen noch arbeiten, aber das ist normal“, sagte Ancelotti. Raphinha, dem viele Brasilianer zutrauen, einer der großen WM-Stars zu werden, blieb relativ blass. Casemiro wirkte etwas langsam, genau wie die Abwehrkette. Richtig enttäuschend spielten die Brasilianer aber nur in der Anfangsphase, und im Gesamtbild erlebte das Publikum schon einen richtig schönen Fußballabend.
Es war sommerlich warm, aber die Spieler wirkten nicht gelähmt von einer sengenden Sonne, und so entstand ein schöner WM-Auftakt in Gruppe C mit zwei Teams, die viel Potenzial in sich tragen: Marokko, der Afrikameister und WM-Halbfinalteilnehmer von 2022, gegen den sechsfachen Weltmeister. Und zumindest in der besten Phase zwischen der 15. Minute und der Halbzeit war dieses Duell sehr niveauvoll. Beide spielten offensiv, mutig, getragen von einer großartigen Kulisse. Die Mehrheit trug Gelb, aber auch die marokkanischen Anhänger feierten ein herrliches WM-Fest.
Brasilien nach Trinkpause stärker
Ismael Sabari krönte eine sehr starke Anfangsphase der Marokkaner mit einem schönen Tor zum 1:0 (21.), auch weil die Afrikaner robuster, besser sortiert und auch technisch sauberer spielten. In diesen ersten WM-Minuten Brasiliens konnten die Skeptiker in der Heimat ganz schön viel Pessimismus verbreiten, und Trainer Carlo Ancelotti bearbeitete seinen Kaugummi. „Wir müssen Kritik akzeptieren“, sagte der Trainer nach dem Spiel, als er auf einen Shitstorm angesprochen wurde, der angeblich nach Bekanntgabe seiner Startelf und den schwachen ersten Minuten aufgebrandet war. „Die Startelf war gut ausgewählt, und ich glaube, ich habe die richtigen Entscheidungen getroffen. Leistungsbewertungen Einzelner wollte Ancelotti nicht zulassen, erlaubt war lediglich Kritik „am gesamten Team, das nicht so gut spielte in der ersten Halbzeit.“ Aber der Trainer wusste, was zu tun ist, und griff ein.
Nach der ersten Trinkpause Mitte der ersten Halbzeit, in der die Trainer Impulse geben können, begann das Spiel die Richtung zu ändern. In der Halbzeit wechselte Ancelotti zweimal aus. Die mit Gelben Karten sanktionierten Casemiro und Roger Ibanez räumten ihre Positionen für Fabinho und Danilo, Brasilien war nun immerhin körperlicher. Die Tempoprobleme in der Defensive verloren an Relevanz, und die unglaubliche Fähigkeit von Vinicius Junior führte zum 1:1 (32.). Es war nun ein richtig schönes Spiel auf Augenhöhe, mal dominierten die einen, während die anderen Kontergefahr ausstrahlten, mal drehte sich dieses Bild.
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Denn Marokko ist eben auch eine ambitionierte Mannschaft – durchweg auf hohem Niveau und ausgestattet mit einigen sehr besonderen Spielern: mit dem Anführer Achraf Hakimi, der aber unauffällig spielte, mit dem ehemaligen Münchner Noussair Mazraoui, mit dem derzeit vom FC Bayern umworbenen Saibari und mit dem erst 18 Jahre alten Mittelfeldspieler Ayyoub Bouaddi, der erstaunlich viel Verantwortung übernahm für sein Alter und lauter kluge Dinge tat. „Marokko hat ein sehr stabiles Team, sehr gut organisiert“, sagte Ancelotti.
Nach den Eindrücken der ersten Tage gehören sowohl Brasilien als auch Marokko ins Sechzehntelfinale dieses Turniers, und darauf können auch beide vorerst hoffen. Dass Schottland und Haiti Brasilien oder Marokko besiegen können, ist jedenfalls schwer vorstellbar. Insofern war das kein ganz schlechter Auftakt, der der aber nur den Beginn eines sehr langen Turniers sein soll.
What to Watch
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Brasilien und Marokko erreichen das Sechzehntelfinale.
Likely · Within weeks
Open Questions
- Wie wird sich Brasilien weiterentwickeln?
- Kann Marokko seine starke Leistung bestätigen?

