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BackWM-Tag: Deutschland gegen Côte d’Ivoire, Sanés Rolle und kuriose WM-Momente
WM-Tag: Deutschland gegen Côte d’Ivoire, Sanés Rolle und kuriose WM-Momente
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Die Zeit6/20/2026Sports6 min readGermany

WM-Tag: Deutschland gegen Côte d’Ivoire, Sanés Rolle und kuriose WM-Momente

Quick Look

  • Das "Spiel des Tages" ist Deutschland gegen Côte d’Ivoire.
  • Der Artikel beleuchtet die sportliche Lage, die Rolle von Leroy Sané und kuriose Momente wie die "Klarpöbel-Pflicht" und Schiedsrichter-Verletzungen.
  • Zudem wird der norwegische "Ruderjubel" im Parlament und die Hymne der Elfenbeinküste thematisiert.

AI-generated summary

Why It Matters

Der Artikel thematisiert das "Spiel des Tages" bei der Fußball-WM, Deutschland gegen Côte d’Ivoire, und beleuchtet verschiedene Aspekte rund um das Turnier, von sportlichen Herausforderungen bis zu kuriosen Vorkommnissen.

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Was ist das Spiel des Tages?

Natürlich Deutschland gegen die Elfenbeinküste (22 Uhr, ZDF) – Entschuldigung, wir meinen Côte d’Ivoire. Das ist Französisch für, na ja, Elfenbeinküste eben. 1985 schon bat das Land offiziell bei den Vereinten Nationen darum, von der ganzen Welt nur noch bei seinem französischen Namen genannt zu werden. Die vielen Übersetzungen (Costa de Marfil sagen die Spanier, Costa d’Avorio die Italiener) können schließlich für ganz schön viel Verwirrung sorgen, wenn sich beispielsweise eine Spanierin, ein Italiener und eine Deutsche über das Land unterhalten wollen. Leider halten sich die renitenten Deutschen seit 40 Jahren nicht so wirklich daran. Bei der ZEIT werden wir sowohl die deutsche als auch die französische Bezeichnung verwenden. Die Einwohner des Landes sind übrigens Ivorerinnen und Ivorer. So weit, so unklar?

Die sportliche Lage ist so: Wer gewinnt, hat sechs Punkte und ist sicher weiter. Für Deutschland waren diese zweiten Gruppenspiele bei großen Turnieren oft schwierig. 2006 musste erst David Odonkor die Linie runtersprinten, um das wichtige 2:1 gegen Polen zu ermöglichen. 2008 verlor man das zweite Spiel ebenso wie 2010, selbst 2014 kam man nicht über ein 2:2 gegen Ghana hinaus. Aber wer würde denn hier gleich so deutsch rumunken wollen?

Wer wird heute wichtig?

Leroy Sané. Nicht unbedingt, weil von ihm auf dem Platz so viel abhinge. Da dürften heute die Außenverteidiger Joshua Kimmich und Nathaniel Brown wichtiger sein, die es mit den irre starken Flügelstürmern Yan Diomande und Amad Diallo zu tun bekommen. Nein, auf Sané kommt es an, weil das Land ihn sich, wie es bei großen Turnieren leider schon fast üblich ist, als deutsche Reizfigur ausgeguckt hat. Die Kritik geht ungefähr so: Warum spielt Sané bloß? Ist in 90 Minuten beim 7:1 gegen Curaçao an keinem Tor direkt beteiligt und lässt dann auch noch so nervig den Kopf hängen! Mein Kollege Oliver Fritsch begleitet die deutsche Mannschaft und hat sich mit Sanés Rolle in einem Artikel beschäftigt, den Sie heute Abend vor Anpfiff lesen können. Er schreibt: Sané spielt, weil er das wichtigste Machtzentrum hinter sich hat, nämlich die eigenen Mannschaftskollegen. Wäre aber schon entspannter für Sané und alle anderen, wenn er heute auch den Rest des Landes überzeugen könnte.

Kennen Sie den schon?

Miguel Almirón, 32 Jahre, erstes Opfer der neuen Klarpöbel-Pflicht im Weltfußball. Kurz vor der Halbzeitpause im Spiel von Paraguay gegen die Türkei versammelten sich die Spieler zu einer gepflegten Diskussionsrunde mit ergänzendem Handgemenge. Almirón ging auf den Türken Mert Müldür zu und hielt sich dabei die Hand vor den Mund. Das gilt seit diesem Turnier als Unsportlichkeit. Denn in der Welt der Fifa haben – wir merken uns das mal – die Sauereien jetzt auf offener Bühne stattzufinden. Nachdem der Schiedsrichter per Videobeweis zweifelsfrei feststellte, dass es einen strafbaren Kontakt gab – also zwischen Hand und Mund –, flog Almirón vom Platz. Wir wüssten nun gern, ob Almirón überhaupt etwas Schlimmes gesagt hat. Aber solange er die Hand vor den Mund hält, kann es genauso gut passiert wie nicht passiert sein: Schrödingers Unsportlichkeit.

Was machen die Deutschen?

Liegen am Boden. Also zumindest einer: Felix Zwayer, Schiedsrichter der Partie USA – Australien, trat in der Nachspielzeit so unglücklich in den Rasen, dass er sich ablegen musste. Schmerzen in der linken Wade, vielleicht ein Krampf. Der australische Spieler Aiden O’Neill dehnte ihm das Bein, die vierte Offizielle Katia García brachte ihm Magnesium, jemand anderes Wasser. Nach einer guten Minute kam Zwayer wieder auf Beine, unter dem Jubel des Stadions, und pfiff das Spiel zu Ende. Ein Vorrundenaus wegen Verletzung ist also schon mal abgewendet, nun muss nur die Fifa Zwayer auch weiter einsetzen.

Aus dem politischen Abseits

Fußball-WM ist, wenn selbst Parlamente zu spießig gekleideten Fanklubs werden. In Norwegen hat das Storting (wörtlich: »großes Ding«) jetzt eine kleine Rudereinheit eingelegt. Der Ruderjubel, bei dem sich breitkreuzige Norweger unter »Ro-Ro-Ro«-Kommandorufen mit angewinkelten Armen nach hinten werfen wie aufgeputschte Wikinger kurz vor der Feindesküste, ist ja längst ein WM-Hit. Eine schöne Tradition: Bei jedem Turnier kommt irgendein Land mit einer neuen fantastisch-folkloristischen Aufführung um die Ecke. Mal die Neuseeländer mit ihrem Haka-Tanz, mal die Niederländer mit ihrem Links-rechts-Gehüpfe. Nun eben die Norweger, den Takt gab übrigens Parlamentspräsident Masud Gharahkhani mit seinem Sitzungsleiterhämmerchen vor. Wir finden: großes Ding.

Was singen die denn da?

Unsere hausinterne Hymnenexpertin und Autorin Christina Rietz hört sich zur WM durch die Hymnen der teilnehmenden Nationen. Im Newsletter stellt sie Ihnen jeden Tag eine vor. Heute: »L’Abidjanaise« der Elfenbeinküste

Abidjan ist zwar nicht mehr Hauptstadt der Côte d’Ivoire, die Hymne aber trägt noch ihren alten Namen. Seit dem Jahr ihrer Unabhängigkeit, seit 1960, singen die Ivorer einen im internationalen Vergleich nahezu poetischen Text: »Sei gegrüßt, o Land der Hoffnung, du Land der Gastfreundschaft. Deine Legionen, des Mutes voll, haben deine Würde wiederhergestellt.« Auf Französisch klingt das natürlich besser. Auch die Musik spiegelt den Gestus des Texts wider: Hier bereitet sich niemand mehr auf einen Kampf vor, der ist schon gewonnen. Die Hymne plätschert irgendwo zwischen würdevoll und schlicht dahin.

Der Userkommentar des Tages

»Alles Amateure – wird höchste Zeit, dass Italien endlich ins Turnier einsteigt.«

(User:in ...sprach Zarathustra hat auch mitten in der WM die Ergebnisse der Qualifikationsrunde noch nicht verdaut.)

Was war das Zitat des Tages?

»Ich hatte überhaupt keine Lust, zu dieser WM zu reisen. Und selbst wenn ich Lust gehabt hätte, sie wäre mir vergangen, als man mir die bevorzugte Lage des Hauses nannte.«

(Uli Hoeneß fährt nicht zur WM, obwohl er eine Einladung in das Haus eines Freundes dort hatte. Aber der wohnt fünf Minuten neben Mar-a-Lago, dem Zweitwohnsitz von Donald Trump.)

Wer spielt wann gegen wen?

Niederlande – Schweden (19 Uhr, Houston, ZDF)

Deutschland – Côte d’Ivoire (22 Uhr, Toronto, ZDF)

Ecuador – Curaçao (2 Uhr, Kansas City, ZDF)

Tunesien – Japan (6 Uhr, Monterrey, MagentaTV)

Open Questions

  • Hat Almirón wirklich etwas Schlimmes gesagt?
  • Wird die Fifa Zwayer weiter einsetzen?

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This article was originally published by Die Zeit.

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