WM-Trinkpausen: Ein lukratives Geschäft für die FIFA und TV-Sender
Quick Look
- Die dreiminütigen Trinkpausen bei der Fußball-WM sind umstritten, doch die FIFA und TV-Sender wie MagentaTV, ARD und ZDF verdienen damit viel Geld.
- Werbeflächen während der Pausen sind heiß begehrt und erzielen hohe Preise.
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Why It Matters
Die dreiminütigen Trinkpausen bei der WM sind umstritten, da sie von Fans und Spielern kritisiert werden, aber von der FIFA als Einnahmequelle genutzt werden.
Viele Fans pfeifen, die ersten Spieler beschweren sich, und die Nationaltrainer sind hin- und hergerissen. Die Trinkpausen bei der Weltmeisterschaft sind höchst umstritten. Nicht aber für den Weltfußballverband Fifa, der mit den dreiminütigen Unterbrechungen in der 23. und 67. Minute eines jeden Spiels sehr viel Geld verdient. Den TV-Sendern erschließen sich dank der „Cooling Breaks“, die auch in klimatisierten Stadion bei 22 Grad durchgeführt werden, völlig neue Werbemöglichkeiten.
Was diesen Fakt angeht, muss die Halbzeitpause beim Spiel zwischen Frankreich und dem Irak ein großer Glücksfall gewesen sein. Wegen eines Gewitters wurde zur Pause das Stadion geräumt, die Partie war insgesamt zwei Stunden und zehn Minuten unterbrochen – erst dann pfiff Schiedsrichter Drew Fischer das Spiel wieder an. Sehr viel Zeit, um Werbung zu schalten.
Wohl auch deshalb verzichtete die Fifa in der zweiten Halbzeit auf die Trinkpause, zu der Fischer in der 23. Minute noch gebeten hatte. Merklich kühler war es in der zweiten Halbzeit jedenfalls nicht.
Magneta hat alle Werbeflächen verkauft
Die zweimal dreiminütigen Unterbrechungen schaffen einen Werbemarkt, den es mitten im Spiel bislang nicht gab. MagentaTV hat nach Angaben von Senderchef Arnim Butzen sämtliche 208 verfügbaren Werbeflächen verkauft. Butzen erklärt, alle Werbeplätze mit einer Länge von bis zu 80 Sekunden seien vergeben: „Die Einnahmen aus der Werbevermarktung werden immer relevanter.“
Auch ARD und ZDF nutzen die neuen Werbefenster. Nach Informationen von ntv kostet Werbung während einer Pause bei kleineren Spielen mindestens 1200 Euro pro Sekunde. Bei Partien mit hoher Reichweite steigen die Preise drastisch. Für einen Werbeplatz während eines möglichen deutschen Sechzehntelfinales werden demnach bis zu 17.825 Euro pro Sekunde verlangt. Ein 20-Sekunden-Spot würde damit mehr als 356.000 Euro kosten. Die ARD verkaufte ihr „Cooling Break Paket“ mit sechs Werbespots bereits für rund 600.000 Euro.
Open Questions
- Wie lange werden die Trinkpausen beibehalten?
- Gibt es langfristige Auswirkungen auf die Spielergesundheit?


