Zugentgleisung in der Normandie: Polizei schließt Sabotage nicht aus
Nach dem Unfall eines Regionalzugs mit 44 Verletzten nahe Cléon ermitteln die Behörden zur Ursache.
Quick Look
- Nach der Entgleisung eines Regionalzugs zwischen Rouen und Caen mit 44 Verletzten ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen möglicher Sabotage.
- Ein Schienenteil wurde am Unfallort gefunden.
- Die Lebensgefahr für eine zuvor kritisch verletzte Frau ist abgewendet.
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Why It Matters
Ein Regionalzug mit 186 Passagieren entgleiste am Freitagabend zwischen Rouen und Caen. Dabei wurden 44 Personen verletzt, eine davon schwer.
Nach dem Entgleisen eines Zugs in Nordfrankreich schließt die Polizei Sabotage als Ursache nicht aus. Auf der Strecke sei ein Schienenteil gefunden worden, erklärte der Staatsanwalt der Stadt Rouen, Sébastien Gallois. Die Gründe dafür müssten im Rahmen einer Untersuchung geklärt werden.
Der Regionalzug mit 186 Passagieren war am Freitagabend in der Normandie zwischen den Städten Rouen und Caen unterwegs gewesen, als er entgleiste. 44 Menschen wurden verletzt. Darunter befand sich eine 18-Jährige, deren Zustand die Behörden zunächst als "kritisch" einordneten. Inzwischen erklärte die Staatsanwaltschaft, dass die Frau nicht mehr in Lebensgefahr schwebe.
Großaufgebot von Rettungskräften
Der Regionalzug mit 186 Passagieren war am Freitagabend zwischen den Städten Rouen und Caen unterwegs, als er nahe Cléon entgleiste. Rettungskräfte rückten mit Dutzenden Fahrzeugen an. Die Feuerwehr war mit 130 Einsatzkräften vor Ort.
Laut dem Fernsehsender BFMTV wird vermutet, dass der Zug gegen 19.30 Uhr mit einem Gegenstand kollidierte. Daraufhin seien fünf Waggons aus den Schienen gesprungen, einer kippte um. Der Lokführer wurde laut Staatsanwaltschaft bereits auf Drogen- und Alkoholkonsum überprüft; die Tests fielen aber negativ aus.
Zugverkehr läuft wieder an
Ein Passagier schilderte dem TV-Sender die Sekunden vor und nach dem Unfall: Erst habe es sich angefühlt wie eine Notbremsung, dann sei der Zug durchgerüttelt worden, weil er nicht mehr auf dem Gleis fuhr, sondern über Schotter rumpelte. "Unser Fenster ist geborsten, Qualm stieg auf und Koffer flogen umher", berichtete der Mann. "Dann haben wir den anderen Waggon an unserem Fenster vorbeirauschen sehen."
Die nicht verletzten Fahrgäste wurden laut Behörden zunächst in Räumen der Stadtverwaltung von Cléon untergebracht. Laut Bürgermeisterin Mélanie Delacour befanden sich die Betroffenen "in einem Zustand des Schocks".
Der Zugverkehr in der Region lief am Samstag wieder an, nachdem es in der Region laut Bahn zu größeren Störungen gekommen war. Auf der Strecke zwischen Rouen und Caen wurde in beiden Richtungen ein Busersatzverkehr eingerichtet.
Open Questions
- Wurde das Schienenteil absichtlich platziert?
- Wie lauten die Ergebnisse der forensischen Untersuchung?

