Klimawandel verursacht Milliardenschäden in deutscher Wirtschaft
Hızlı Bakış
- Deutsche Unternehmen wie Ritter Sport, Jacobs Kaffee, Deutsche Bahn, Contargo und Vaude leiden unter den Folgen des Klimawandels, der zu Ernteausfällen, Infrastrukturschäden und Lieferverzögerungen führt.
- Ökonomen warnen vor volkswirtschaftlichen Schäden von bis zu 900 Milliarden Euro bis 2050.
Yapay zekâ özeti
Neden Önemli?
Deutsche Unternehmen wie Ritter Sport, Jacobs Kaffee, Deutsche Bahn, Contargo und Vaude sind bereits von den Folgen des Klimawandels betroffen, was zu steigenden Kosten und Ertragseinbußen führt. Das Weltwirtschaftsforum stuft Extremwetter als größtes Risiko der nächsten zehn Jahre ein.
Ein dicker Strahl dunkelbraune Schokoladenmasse fließt aus einem Rohr in eckige Formen. Kurz darauf transportiert ein Band fertige Tafeln zu einer Verpackungsmaschine. Die Schokolade hier im Werk in Waldenbuch nahe Stuttgart muss gekühlt werden. Doch an besonders heißen Tagen kämen die Anlagen an ihre Grenzen, erklärt Hauke Will, Lebensmitteltechnologe der Alfred Ritter GmbH, zu der die Marke Rittersport gehört.
Kaffee- und Kakaobohnen werden teurer
Wie vielen deutschen Unternehmen bereiten die Folgen des Klimawandels auch dem Schokoladenhersteller zunehmend Probleme. Die größte Herausforderung zeigt sich beim Anbau der Kakaobohnen in Westafrika oder Südamerika. Längere Dürreperioden und intensivere Niederschläge führten zu Ertragseinbußen, erläutert Will dem ARD-Magazin Panorama, dadurch steige der Kakaopreis.
Mit ähnlichen Schwierigkeiten kämpft der Kaffeeproduzent JDE Peet’s, zu der die Marke Jacobs Kaffee gehört. Extreme Hitze und extremer Regen etwa in Brasilien oder Südostasien seien für den Kaffeeanbau ein riesiges Problem, sagt Unternehmenssprecher Dirk Friedrichs. Der Klimawandel habe so direkte Auswirkung auf die Rohkaffeepreise.
Die Entwicklung zeigt sich längst auch im Supermarkt, bestätigt das Statistische Bundesamt. Die Verbraucherpreise für Schokolade und Kaffee seien in Deutschland in den vergangenen Jahren zum Teil sogar stark gestiegen - maßgeblich aufgrund von Ernteausfällen durch extreme Wetterlagen.
Klimawandel bedrohlicher als Krieg und Krisen
In seinem aktuellen Risikobericht weist das Weltwirtschaftsforum Extremwettereignisse als das größte Risiko binnen der kommenden zehn Jahre aus, gefolgt von Biodiversitätsverlust, kollabierenden Ökosystemen und kritischen Veränderungen der Erdsysteme wie etwa dem Meeresspiegelanstieg.
Klimarisiken werden demzufolge längerfristig als deutlich bedrohlicher eingeschätzt als etwa bewaffnete Konflikte oder geoökonomische Konfrontationen.
Deutsche Bahn hat bereits massive Folgekosten
Die Deutsche Bahn ist von Extremwetterereignissen besonders stark betroffen. Während der Flutkatastrophe 2021, bei der in Deutschland mehr als 180 Menschen ums Leben kamen, wurden auch Bahnhöfe überflutet und Gleise zerstört. Ihren Schaden schätzt die Bahn auf rund 1,3 Milliarden Euro.
Auf Starkregen und Stürme müsse die Bahn häufiger reagieren, erklärt Sprecherin Anja Bröker Panorama. Um Schäden zu vermeiden, investiere das Unternehmen auch viel Geld in Prävention etwa in Forstarbeiten. "Letztes Jahr waren es 260 Millionen Euro", sagt Bröker. Auch die extreme Hitze Ende Juni führte zu Problemen, schreibt die Bahn, so sei etwa die Stromversorgung der Weichen gestört gewesen.
Treibhausgasausstoß erhöht Extremwetter-Risiko
Durch das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas etwa beim Fahren, Heizen oder Fliegen entstehen immer noch große Mengen an Treibhausgasen, die die Erde weiter aufheizen. Die Wissenschaftsinitiative "World Weather Attribution" schreibt, es bestehe ein hohes Maß an Sicherheit, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel die Wahrscheinlichkeit und Intensität von Extremwettereignissen wie der Flutkatastrophe 2021 erhöht habe.
See- und Binnenschifffahrt massiv betroffen
Auch bei dem Containerlogistiker Contargo führen mehr Extremwettereignisse zu steigenden Kosten. Am Terminal in Neuss erklärt die Nachhaltigkeitsmanagerin des Unternehmens, Kristiane Schmidt, wenn zum Beispiel durch Hitzeperioden der Rheinpegel sinke, könne Contargo die Schiffe nicht voll beladen. So müssten sie in neue Schiffe investieren, die auch bei Niedrigwasser fahren könnten.
Außerdem würden große Containerschiffe in anderen Ländern häufiger von Wirbelstürmen getroffen, erzählt Schmidt. Sie müssten dann ihre Routen anpassen und könnten die vereinbarten Zeiten nicht mehr einhalten. Die Nachhaltigkeitsmanagerin sagt: "Uns wird es am Ende günstiger kommen, unser Klima zu schützen, als uns anzupassen an die Klimafolgen, die uns ansonsten erwarten."
Folgekosten in der Zukunft befürchtet
Auch die Geschäftsführerin des Outdoorausrüsters Vaude, Antje von Dewitz, sorgt sich, dass durch zu wenig Klimaschutz aktiv Kosten in die Zukunft verschoben würden. Sie bedauert, dass zu wenig über die Kosten gesprochen werde, die der Wirtschaft durch die Folgen des Klimawandels entstünden.
In der Werkshalle in Tettnang in der Nähe des Bodensees, wo das Unternehmen seine Fahrradtaschen herstellt, müsse Vaude zum Beispiel mehr Geld in Hitzeschutz investieren, so von Dewitz. Die Firma lasse Artikel aber auch in Asien produzieren. Dort komme es inzwischen aufgrund von Taifunen und Überschwemmungen häufiger zu Verzögerungen, so die Vaude-Chefin. "Wir haben dann Umsatzverluste, weil die Ware zu spät angeliefert wird", sagt von Dewitz.
Untätigkeit teurer als Klimaschutz
Die Ökonomin Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) bestätigt, dass Klimaschäden auch in Deutschland längst Realität seien. Bis 2050 könnten die volkswirtschaftlichen Schäden je nach Szenario auf 280 bis 900 Milliarden anwachsen, schreibt Kemfert, durch Dürren, Hochwasser, Infrastruktur- und Gesundheitsschäden.
Klimaschutz lohne sich deshalb auch aus volkswirtschaftlicher Perspektive. Kemfert sagt: "Nicht Klimaschutz ist teuer, sondern das Nicht-Handeln." Allein die aktuelle Hitzewelle Ende Juni habe Deutschlands Wirtschaft 6,3 Milliarden Euro gekostet, errechnete das private Forschungsunternehmen Prognos im Auftrag des Handelsblatts.
Die politisch Handelnden halten sich bedeckt
Wie schätzt Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) die Kosten durch den Klimawandel für die deutsche Wirtschaft ein? Ein Interview lehnte sie ab, aber ihr Ministerium schreibt Panorama, eigene Berechnungen dazu lägen nicht vor, diese wären aber auch mit einer Vielzahl von Unsicherheiten verbunden, außerdem sei das Bundesministerium für Klimaschutz für solche Klimafolgenabschätzungen zuständig.
Auch Klimaschutzminister Carsten Schneider (SPD) ermöglichte kein Interview. Sein Haus bestätigt jedoch, der Klimawandel verursache bereits heute erhebliche Kosten in Deutschland, man arbeite an einem nationalen Monitoringprogramm, das solche Schäden systematisch erfasse.
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Volkswirtschaftliche Schäden in Deutschland könnten bis 2050 auf 280 bis 900 Milliarden Euro anwachsen.
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Das Bundesministerium für Klimaschutz wird ein nationales Monitoringprogramm zur systematischen Erfassung von Klimaschäden in Deutschland entwickeln.
Çok muhtemel · Aylar içinde
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- Wie wird das nationale Monitoringprogramm für Klimaschäden genau aussehen?
- Welche konkreten Maßnahmen planen die Bundesministerien zur Kostenreduktion?







