Brasiliens magischer Auftakt gegen die Sowjetunion bei der WM 1958
نظرة سريعة
- Brasilien dominierte die ersten Minuten des WM-Spiels 1958 gegen die Sowjetunion mit einer beispiellosen Ballkunst von Pelé, Garrincha und Didi.
- Trotz der psychologischen Kriegsführung und der wissenschaftlichen Überlegenheit der Sowjets siegte Brasilien durch überlegenes Spiel und gewann schließlich 2:0.
ملخص مُنشأ بالذكاء الاصطناعي
Mitten auf dem Spielfeld steht Didi und amüsiert sich. Darüber, wie ängstlich die Sowjets auf Abstand bleiben. Wie sie zucken, wenn er sie mit kleinen Finten testet. Sieben Sekunden lang rührt er sich, Ball am Fuß, nicht vom Fleck. Wie hypnotisiert starren sie ihn an. Dann endlich startet Vavá in die Spitze, Didi schlägt den Haken nach links, um den Passweg zu öffnen, und dreht den Ball per Außenrist in den Lauf des Mittelstürmers. Und Vavá lässt Lew Jaschin, dem weltbesten Torwart, keine Chance.
Das 1:0 ist die Folge drückender Überlegenheit. Eigentlich müsste es schon 3:0 stehen. Na gut, es sind erst drei Minuten vorbei. Aber es sind „die drei besten Minuten Fußball, die je gespielt wurden“, urteilt der bedeutendste Sportjournalist Europas: Gabriel Hanot, Herausgeber von „L’Équipe“ und Erfinder des Europapokals.
Pelé unreif?
Die UdSSR schickte 1957 den ersten Satelliten ins All und den Sputnik-Schock in die Welt. Würde der Kommunismus den Westen technologisch abhängen? Auch im Fußball, raunt man, sei das Sowjet-Team auf der Höhe der Wissenschaft, eine perfekt trainierte, nie ermüdende Maschine. Vicente Feola, Trainer der Seleção, setzt aber auch ein bisschen auf Wissenschaft. Er hat einen Psychologen dabei. Der riet ihm davon ab, die zwei Jungstars einzusetzen: Pelé sei unreif, Garrincha „strohdumm“. Beide seien „mental ungeeignet in Drucksituationen“.
Ohne sie gab es ein 3:0 gegen Österreich, aber nur ein 0:0 gegen England. Weil Feola großen Respekt vor der Physis der Russen hat, hört er vor dem Gruppenspiel lieber nicht auf den Psychologen, sondern auf seinen Bauch. Der sagt: Einen solchen Gegner schlägt man nur mit schierer Ballkunst. Also: mit Pelé, mit 17 Jahren schon ein magischer Kicker, und mit Garrincha, 21, einem Naturwunder des Dribblings.
„Denk dran“, hat er Didi eingetrichtert, „der erste Ball geht zu Garrincha“. Der kriegt ihn dann auch. Kusnezow kommt, Garrincha täuscht links, geht rechts vorbei. Wartet, bis Kusnezow wieder aufgestanden ist. Umspielt ihn noch mal, dann auch Woinow, und setzt einen strammen Schuss an den Pfosten. Sekunden später: ein Volley von Garrincha, fast quer in der Luft liegend. Knapp vorbei. Das war Minute eins.
Die Sowjets versuchen, ihn nun zu doppeln. Doch mit seinen seit Geburt schiefen Knochen, einem X- und einem O-Bein, macht Garrincha sie völlig meschugge. Davon profitiert Pelé, der zum Schuss kommt. Wieder der Pfosten. Das war Minute zwei. Und dann, als die Sowjets hypnotisiert vor Didi stehen, weil sie wohl denken, dass auch er wie der Blitz an ihnen vorbeijagt, wenn sie nur einen falschen Schritt machen, spielt Didi einmal nicht auf Garrincha oder Pelé. So schießt Vavá das 1:0.
„In diesen phantastischen ersten Minuten war ich nur Zuschauer“, sagt später Linksaußen Mário Zagallo: „Der Ball war ständig auf der rechten Seite, bei Garrincha, Pelé und Didi. Die Sowjets begriffen nicht, was geschah.“ Nur weil Pelé, noch etwas nervös, zwei Großchancen vergibt (was er mit sechs Toren in drei K.-o.-Spielen inklusive 5:2-Finalsieg gegen Schweden ablegen wird), ist es das einseitigste WM-Spiel, das nur 2:0 endete. Mit Garrincha und Pelé wird Brasilien auch 1962 Weltmeister. Und von vierzig Partien mit den beiden keine einzige verlieren.




