Deutschlandkarte zeigt: Wo gibt es Ärzte, Schulen und schnelles Internet?
نظرة سريعة
- Eine neue interaktive Karte des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) bewertet die öffentliche Daseinsvorsorge in allen 10.817 deutschen Gemeinden.
- Haar bei München führt das Ranking an, während Nordrhein-Westfalen bei den Flächenländern gut abschneidet, Mecklenburg-Vorpommern hingegen schlecht.
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Die öffentliche Daseinsvorsorge in Deutschland wird oft kritisiert, was als Gefahr für die Demokratie gesehen wird. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat im Auftrag von Philip Morris eine Untersuchung durchgeführt, um die Versorgungslage in allen Gemeinden zu bewerten. Eine repräsentative Umfrage ergänzt die Studie.
Eine interaktive Deutschlandkarte zeigt, in welchen Gemeinden es genug Ärzte und Schulen, schnelles Internet und Freizeitangebote gibt – und wo nicht. Ein Land schneidet besonders gut ab. Martin Greive 25.05.2026 - 11:25 Uhr Artikel anhören
S-Bahn im Essener Hauptbahnhof: Nordrhein-Westfalen überzeugt im IW-Gemeindecheck. Foto: Henning Kaiser/dpa
Berlin. Das Schwimmbad macht dicht, von den Schulwänden bröckelt der Putz, der nächste Facharzt ist viele Kilometer entfernt, das Internet lahm: Über die öffentliche Daseinsvorsorge wird in Deutschland vielerorts geschimpft. Diese Stimmung ist eine Gefahr für die Demokratie. Denn in ihren Wohnorten kommen Bürgerinnen und Bürger so unmittelbar mit dem Staat in Kontakt wie nirgendwo sonst.
Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat nun im Auftrag von Philip Morris alle Gemeinden in Deutschland untersucht. Wo gibt es genug Ärzte und Schulen, wo schnelles Internet, wo eine gute Verkehrsanbindung und ausreichend Freizeitangebote? Das Ergebnis: Die öffentliche Daseinsvorsorge ist besser als ihr Ruf. Und die Bürger sind gar nicht so unzufrieden.
Mittels einer interaktiven Deutschlandkarte können Bürger unter allen 10.817 Gemeinden vergleichen, wie gut sie in ihrer Kommune im Vergleich zu anderen leben können.
Laut der Untersuchung ist keine Gemeinde in Deutschland so gut versorgt wie das 23.000-Einwohner-Städtchen Haar am Rande Münchens – dort gibt es sowohl ausreichend Ärzte und Schulen und einen guten öffentlichen Nahverkehr als auch schnelles Internet und Freizeitangebote.
Jenseits der Metropolen schneiden einige Mittel- oder Kleinstädte im IW-Gemeindescheck überraschend gut ab: Memmingen im Allgäu kommt deutschlandweit auf Rang fünf, Friedrichroda im Thüringer Wald auf Rang zehn. Umgekehrt enttäuschen einige Großstädte: Würzburg landet nur auf Rang 1705, Oldenburg auf 1462. Schlusslicht des Rankings ist Hirschthal in der Südwestpfalz. Auch insgesamt ist die Versorgung in Rheinland-Pfalz verhältnismäßig schlecht.
Im Vergleich der Flächenländer liegt Nordrhein-Westfalen vorn: Mehr als jede zweite NRW-Gemeinde fällt in die Kategorie „sehr gut“ versorgt, insgesamt 86 Prozent in eine der beiden Top-Kategorien („sehr gut“ und „gut“). Am anderen Ende steht Mecklenburg-Vorpommern: Dort gilt mehr als jede zweite Gemeinde als „sehr schlecht“ versorgt.
Mecklenburg-Vorpommern ist allerdings die Ausnahme, denn ostdeutsche Städte schneiden insgesamt vergleichsweise gut ab: 30 Prozent von ihnen sind „sehr gut“ versorgt, unter den westdeutschen Städten sind es nur knapp 20 Prozent.
Umfrage zeigt die Zufriedenheit der Deutschen
Eine repräsentative Umfrage unter mehr als 5000 Befragten zeigt zudem: 53 Prozent der Menschen in Deutschland bewerten ihre Daseinsvorsorge positiv, nur jeder Vierte ist unzufrieden. Unter den Anhängern von SPD, Union und Grünen hält etwa jeder Zweite die Versorgung vor Ort für zuverlässig. Allein bei AfD-Anhängern überwiegt die Unzufriedenheit: 39 Prozent halten ihre Daseinsvorsorge für nicht zuverlässig, nur 26 Prozent für zuverlässig.
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Dieser Unterschied bleibt bestehen, auch wenn Lebensumfeld und soziodemografische Merkmale herausgerechnet werden. „AfD-Anhänger nehmen selbst die unmittelbare Versorgung in ihrer Gemeinde durch einen Pessimismusfilter wahr“, sagt IW-Studienautor Matthias Diermeier.
Die Bewertung der lokalen Daseinsvorsorge sei aber elementar für die Zufriedenheit mit der Demokratie: „Will man der politischen Entfremdung entgegenwirken, reicht Geld allein nicht“, sagt Diermeier. Entscheidend seien nicht nur die tatsächlichen öffentlichen Angebote, sondern vielmehr, wie diese wahrgenommen werden.
Für den Gemeindecheck hat das IW alle 10.817 Gemeinden in Deutschland anhand von 17 Indikatoren in fünf Bereichen untersucht:
Digitales (Mobilfunkabdeckung, Breitbandverfügbarkeit)
Gesundheit (Erreichbarkeit von Hausärzten, Krankenhäusern, Apotheken, Pflegeeinrichtungen)
Mobilität (Qualität von Brücken, Verbindungen, Schienenregionalverkehr, Anbindung an Autobahn und Flughafen)
Freizeit (Erreichbarkeit von Schwimmbädern, Theatern, Museen)
Bildung (Erreichbarkeit von Grundschulen, weiterführenden Schulen, Gymnasien, Versorgung mit Kitas).
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أسئلة مفتوحة
- Welche spezifischen Maßnahmen könnten die Versorgung in schlecht bewerteten Gemeinden verbessern?
- Wie hat sich die Wahrnehmung der Daseinsvorsorge über die Zeit verändert?
- Welchen Einfluss haben regionale politische Entscheidungen auf die Versorgungslage?
- Wie korrelieren die Ergebnisse mit der tatsächlichen Zufriedenheit der Bürger in den einzelnen Gemeinden?


